Es war ein kurioser Eishockey-Abend, den die knapp 1000 Eishockey-Fans gestern in Höchstadt erlebten. Im dritten Viertelfinal-Duell zwischen dem HEC und den Riverkings aus Landsberg hagelte es zwar erneut Strafen, Play-off-Knistern wollte aber erst im Schlussdrittel aufkommen. Dort hatten dann die Alligators die besseren Nerven und stießen das Tor zum Halbfinale weit auf.


Höchstadter EC - HC Landsberg 5:2

Beide Teams scheuten zunächst das Risiko, deshalb blieben große Chancen im ersten Drittel Mangelware. Daniel Sikorski (8.), Daniel Jun (17.) und Sekunden später Tomas Urban hatten kein Glück, auf der anderen Seite blieb HEC-Goalie Philipp Schnierstein Sieger gegen Geisberger (5.) und Turner (15.). Wie schon in den beiden vorangegangenen Duellen hagelte es Strafen, weshalb beide Mannschaften in den Genuss von doppelten Überzahl-Situationen kamen. Weil die Alligators im Powerplay aber herzlich wenig zu Stande brachten, platzte HEC-Präsident Axel Rogner der Kragen. Er forderte lautstark mehr Engagement.
Den letzten Höhepunkt vor der Drittelpause, setzten jedoch die Schiedsrichter, deren Leistung das Lager der Panzerechsen oft mit Pfiffen quittierte. Ein scheinbar harmloses Foul wurde als Stock-Check gewertet, was dem verblüfften André Lenk eine Spieldauerstrafe und dem HEC eine große Hypothek für das zweite Drittel bescherte.

Eine Minute zu dritt und fast sechs weitere zu viert mussten die Alligators überstehen. Das hätte die sichere Führung für die Gäste bedeuten müssen. Doch die Riverkings machten keine Anstalten, aus dem Vorteil Kapital zu schlagen, zwei Schüsschen, die sichere Beute von Schnierstein wurden, waren das einzig Nennenswerte. Erst als Höchstadt wieder vollzählig war und selbst ins Powerplay durfte, wachte Landsberg auf - Gallo vergab die große Chance zur Führung.
Wenig später fing der HEC einen weiteren Gäste-Angriff ab und setzte über Sikorski einen Konter, den Patrik Dzemla unbedrängt zum 1:0 nutzte (29.). Doch der Vorsprung war schnell wieder dahin. Kerber schloss aus kurzer Distanz ab, und irgendwie rutschte der Puck durch Schniersteins Schoner und gerade noch so über die Linie (31.). In der Folge bekamen die Zuschauer endlich wieder etwas Eishockey geboten, vor allem die Gäste wollten nun mehr. Doch genau in dieser Phase kassierten sie eine Strafe.Und in Überzahl schlugen die Gastgeber zu: Urban bediente den vor dem Tor postierten Richard Stütz, der mit dem 2:1 wenig Mühe hatte (39.). Vorteil HEC.

Und den nutzten die Alligators im Schlussdrittel. Zwar traf Markus Babinsky erst nur den Pfosten (41.), Thilo Grau und Urban hatten kein Glück. Dann jedoch wurde Stephan Hiendlmeyer beim Torschuss zu Fall gebracht - es gab Penalty. Ales Kreuzer, der schon am Freitag seine Vollstrecker-Qualitäten unter Beweis gestellt hatte, trat an, wartete lang und traf zum 3:1 in den Winkel (48.). Kurz darauf war der HEC auch noch in Überzahl, bekam aber zunächst einen Dämpfer, als Schnierstein im Spielaufbau einen Bock schoss: Fischer sagte danke, und verkürzte. Doch Höchstadt blieb konzentriert, Urban zog ab, und Martin Vojcak versenkte den Abpraller trocken - 4:2 (49.).
Nun war Feuer drin, und weil Jun nur den Pfosten traf, gaben die Gäste sich nicht auf. Zweieinhalb Minuten vor Schluss setzten sie alles auf eine karte und nahmen den Goalie vom Eis, um Überzahl zu schaffen. Doch Juhasz' Schuss kam genau auf den Mann. Auf der anderen Seite verhindert der Pfosten zweimal, dass Hiendlmeyer ins leere Tore traf, 15 Sekunden vor Schluss machte es Kreuzer besser und sorgte für grenzenlosen Jubel auf den Rängen.


Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC - HC Landsberg 5:2 (0:0, 2:1, 3:1)

Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Fous; Verteidigung: Stütz/Sikorski, Vojcak/Babinsky, Ryzuk/Kaczmarek; Angriff: Jun/Urban/Kreuzer, Dzemla/ Grau/Hiendlmeyer, A.Lenk/Gäbelein/L. Lenk, Tratz

HC Landsberg: Tor:
Schedelbauer, Falkenberger; Verteidigung: Schmelcher, Barnsteiner, Maag, Geisberger, Wedl, Turner, Ott; Angriff: M. Fischer, Gallo, Reuter, S. Kerber, B. Arnold, M. Kerber, Hauck, T. Fischer, Juhasz, Sturm

SR: Sebastian Eisenhut, Peter Wagner, Stefan Wiest
Zuschauer: 950
Tore: 1:0 Dzemla (29.), 1:1 M. Kerber (31.), 2:1 Stütz (39.), 3:1 Kreuzer (48./P.), 3:2 Fischer (48.), 4:2 Vojcak (49.), 5:2 Kreuzer (60.)
Strafzeiten: 14 + 5 + 20 (A. Lenk) / 18 + 10 (Maag)