Bereits um 6 Uhr früh machten sich acht Turnerinnen der Turnerschaft Herzogenaurach, ihre Eltern, Kampfrichter Andre Zahl und Trainerin Heike Ebner auf den Weg zu den bayerischen Meisterschaften der turnerischen Mehrkämpfe nach Dingolfing. Cheftrainer Peter Müller konnte nicht dabei sein, da er zur Hochzeit von Katharina Schreck und Philipp Struß eingeladen war. Und der Weg hat sich gelohnt, was gute Platzierungen und ein Titel sowie eine Qualifikation zur deutschen Meisterschaft zeigen.
In der Altersklasse W18/19 legte Miriam Müller einen tollen Wettkampf hin und sicherte sich zum zweiten Mal hintereinander den Titel bayerische Meisterin im turnerischen Achtkampf. Zunächst stand für sie Turnen auf dem Programm. Mit starken Leistungen an Sprung, Barren und Balken (11,80, 11,30 und 11,15 Punkte) und einer herausragenden Bodenübung (12,70 Punkte) schaffte Müller die Basis für die nachfolgenden Leichtathletikwettkämpfe.
Über 100 Meter lief sie hier in 13,91 Sekunden ihrer Konkurrenz davon und auch im Kugelstoßen (7,91 m) und mit dem Schleuderball (30,12 m) konnte keiner der Herzogenauracherin das Wasser reichen. Einzig im Weitsprung lag sie mit 4,42 Metern nicht vorne. Mit aus diesem Super-Wettkampf resultierenden 84,200 Punkten entschied Miriam Müller den Achtkampf für sich und schaffte es erstmals, und das mehr als deutlich, sich für die deutschen Meisterschaften zu qualifizieren, die Mitte September in Einbeck ausgetragen werden. Die DM-Norm liegt bei 80 Punkten.

Der ungeliebte Schlagball

In der Altersklasse W10/11 starteten vier Turnerinnen aus Herzogenaurach. Caroline Winkler sicherte sich mit einem schönen Sprung und guten 25,50 Metern beim Ballwurf Platz 9, sie blieb jedoch leider am Barren unter ihren Möglichkeiten und verpasste so mit nur 0,6 Punkten Platz 8. Fiona Adamczewski, die dem jüngeren Jahrgang dieses Klassements angehört und zum ersten Mal an diesem gemischten Wettkampf teilnahm, durfte sich über den guten elften Rang freuen. Sie zeigte einen super Sprung und eine saubere Barrenübung, verlor jedoch einige Punkte beim Schlagballwurf. Einen Platz dahinter landete Adamczewskis Vereinskameradin Carlotta Rörig, die eine schöne Bodenübung zeigte und mit 8,42 Sekunden auch schnell über die 50 Meter unterwegs war. Die jüngste der vier Herzogenauracherinnen, Lena Brauburger, die ebenfalls ihre ersten bayerischen Mehrkampfmeisterschaften absolvierte, zeigte eine gute Boden- und Barrenübung, musste aber leider auch viele Punkte beim gehassten Schlagballwurf liegen lassen und erreichte so den 14. Platz.
Chiara Ebner schlug sich im größten Teilnehmerfeld von 23 Starterinnen (W 12/13) sehr gut und belegte den zehnten Rang - nur 0,3 Punkte hinter der Achtplatzierten. Sie konnte vor allem beim Turnen mit sehr schönen Übungen punkten.
Bei den 14- bis 15-Jährigen starteten Clara Müller und Magdalena Edgar, die mit dem Sprint begannen, aber dort leider nicht ihre Leistung abrufen konnten, was vielleicht an dem sehr heißen Wetter und den langen Wartezeiten in der Sonne lag. Magdalena stieß die Drei-Kilo-Kugel anschließend auf starke 7,97 Meter, musste jedoch am Barren gleich drei Stürze in Kauf nehmen, obwohl beim Einturnen noch alles geklappt hatte. Sie kämpfte sich aber mit einer super Bodenübung zurück und kam so auf den 19. Rang. Clara verpasste mit guten 4,49 Metern beim Weitsprung und schönen Übungen beim Turnen nur ganz knapp mit 0,06 Punkten den zehnten Rang.