33 Minuten für zehn Kilometer - was für den Hobbysportler nach einem neuen Weltrekord klingt, ist für ein Brüderpaar aus Höchstadt ein normaler Wochenendlauf. Bastian und Martin Grau dominierten am Sonntag die 43. Auflage des Aurachtallaufs der Turnerschaft Herzogenaurach. Die beiden Top-Athleten des LSC Höchstadt entschieden den Hauptlauf durch den Dohnwald souverän für sich.
Im Ziel hätte man beinahe den Eindruck gewinnen können, als wäre der Zehn-Kilometer-Lauf für die beiden trainierten Läufer ein leichtes Anschwitz-Programm gewesen. Dabei hatte unmittelbar nach Startschuss noch ein anderer Teilnehmer die Nase vorn. Schließlich war mit Faris Al-Sultan ein renommierter und äußerst erfolgreicher Spitzensportler an den Start gegangen, der schon mehrere Ironman-Veranstaltungen für sich entschieden hatte. Dieser verschaffte sich gleich zu Beginn mit langen Schritten einen klaren Vorsprung.
Doch kaum hatte die Spitzengruppe die zwei Runden auf der Tartanbahn der TS Herzogenaurach beendet, begann der Siegeszug der Grau-Brüder. "Am Anfang lief es super gut. Nur ab Kilometer 7 hatte ich etwas Probleme mit der Luft", erzählte ein sichtlich erleichterter Bastian Grau im Ziel. Doch, angetrieben von Bruder Martin, schleppte sich Bastian als Erster ins Ziel. Nahezu zeitgleich war das Duo wieder auf dem Gelände der TSH angekommen, doch wenige Schritte vor dem Zieleinlauf überließ Martin seinem Bruder Bastian den Vortritt. "Da ich beim Bayern Lauf-Cup teilnehme und Martin nicht, hat er mir den Vortritt überlassen", so der Hauptlauf-Sieger, der durch seinen Erfolg nun mehr Punkte vom BLV zugeschrieben bekommt.

Rutschiger Untergrund kostet Zeit

Trotzdem war Grau nicht ganz mit seiner Leistung zufrieden. Immerhin hatte er sich zuvor das Ziel gesetzt, unter der 33-Minuten-Marke zu bleiben. Dass er letztlich 33 Minuten und 30 Sekunden für die zehn Kilometer benötigte, ärgerte den ehrgeizigen Läufer. Allerdings hatten es die insgesamt 340 Teilnehmer des Aurachtallaufs auch mit widrigen Bedingungen zu tun. Schließlich meinte es Petrus nicht gut mit den Laufsportlern und schickte zwischenzeitlich heftige Regenschauer und dunkle Wolken über Herzogenaurach. Die Folge: Der eine oder andere Streckenabschnitt stellte die Läufer vor große Herausforderungen. "Direkt nachdem wir die Tartanbahn verlassen haben, musste wir über ein kleines Rasenstück. Da hat es meinen Bruder auch fast hingehauen, weil es so rutschig war. Das hat alles schon etwas Zeit gekostet", analysierte Bastian Grau, der am kommenden Wochenende bei der deutschen Straßen-Meisterschaft über zehn Kilometer an den Start geht.
Er verwies gemeinsam mit seinem Bruder Martin (33:31) die Verfolger Dominik Mages (33:46) vom LAC Quelle Fürth und Faris Al-Sultan (34:04) auf die Plätze. Bei den Damen setzte sich erwartungsgemäß Sandra Haderlein vom SC Kemmern nach 37 Minuten und 46 Sekunden als Erstplatzierte durch.