Es war der erwartete Favoritensieg. Martin Grau ist deutscher Meister über 3000 Meter Hindernis. Bei der Heim-DM in Nürnberg setzte sich der Höchstadter zunächst hinter Tempomacher Nico Sonneberger (Frankfurt), der dem erwarteten Sieger noch zur WM-Norm (8:24 Minuten) verhelfen wollte. Der musste aber bald abreißen lassen, und so übernahm Grau die Führung - vor Hannes Liebach, der als einziger mitging.
Doch auch den Berliner verließen schnell die Kräfte, Martin Grau war auf sich allein gestellt. Damit konnte der Sportfördersoldat aber umgehen, rannte souverän zum Sieg. Allerdings reichte die Siegerzeit (8:41,50) nicht, um den tollen Erfolg noch mit der Sensation zu krönen. "Schade, dass es nun mit der WM in Peking nichts wird. Denn ich hätte mir zugetraut, dort mit einem schnellen letzten Kilometer im Vorlauf ins Finale einzuziehen. Aber es gibt Normen, und die müssen erfüllt werden. Wenn das nicht der Fall ist, wird man eben nicht nominiert. Das ist gerecht. Ich habe aber auch nicht mit Peking geplant", erklärte Grau, der erst im zweiten Jahr bei den Männern startet.
"Ich habe hier eine geile Leistung gezeigt. Die Saison bisher war auch sehr gut. Ich habe bei der Universiade in Südkorea gewonnen, das war eine sehr coole Sache. Für mich persönlich und meine Entwicklung."
Aus fränkischer Sicht waren die 3000 Meter Hindernis ein voller Erfolg: Felix Hentschel von der LG Bamberg ließ auf einer schnellen Schlussrunde zunächst Liebach hinter sich, nutzte einen Sturz von Sonnenberg am letzten Hindernis zu einem starken Antritt und holte sich mit persönlicher Saison-Bestleistung (8:46,53) die Silbermedaille. Liebach wurde Dritter.

Plan B kann in der Tasche bleiben

Ebenfalls eine Bestmarke setzte Katharina Struß von der Turnerschaft Herzogenaurach: Die 28-Jährige zeigte im Dreisprung der Frauen bei einem ungültigen Sprung fünf konstant starke Durchgänge und knackte gleich im zweiten Versuch die 13-Meter-Marke. Sie verbesserte ihre bisherige Saisonbestleistung von 12,93 Metern um ganze 17 Zentimeter und wurde Sechste. Für eine Medaille fehlten weitere 15 Zentimeter.
Der LSC Höchstadt hatte bei der "Deutschen" neben der Goldmedaille von Martin Grau ein weiteres Erfolgserlebnis. Marco Kürzdörfer, der sich in zwei Laufdisziplinen für Nürnberg qualifiziert hatte, machte einen starken Vorlauf über 1500 Meter und schaffte es in 3:50,74 Minuten ins Finale. Dort konnte sich der Chemiestudent jedoch nicht mehr steigern: 3:52,16 Minuten reichten nur zu Rang 11. Trotzdem jubelte der Adelsdorfer, denn mit dem Erreichen des Endlaufs hatte er bereits sein Ziel erreicht. So musste er auch nicht mehr auf Plan B, den 800-Meter-Lauf, zurückgreifen, den Kürzdörfer nur dann gemacht hätte, wenn er über die längere Distanz schon im Vorlauf gescheitert wäre.
Die nächste Gelegenheit, die beiden Top-Läufer des LSC Höchstadt, Martin Grau und Marco Kürzdörfer, in Aktion zu erleben, bietet sich am kommenden Mittwoch: Beim vereinseigenen Meeting starten die beiden beim "Race of the Champions" über 1000 Meter.