Der Jubel war groß. Mit neun Punkten lagen die Regionalliga-Basketballer der TS Herzogenaurach im Mittelfrankenderby gegen die Piranhas aus Ansbach kurz vor Schluss zurück, ehe sie gehörig aufdrehten und durch Monty Rogers in letzter Sekunde zum Ausgleich kamen. Doch weil die Gäste in der spannenden Verlängerung die Nase vorn behielten, hatten die Aurachstäder trotz des zuvor großen Jubels nichts zu feiern. "Wir haben heute stark gespielt, aber leider das unglücklichere Ende gehabt", sagte Longhorns-Trainer Mario Dugandzic. "Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen."

TS Herzogenaurach - hapa Ansbach 98:106

Im ersten Viertel starteten die Gäste besser ins Spiel. Allen voran der überragende Nicholas Freer, der 45 Punkte erzielte, legte los wie die Feuerwehr und traf aus allen Lagen. Doch die Herzogenauracher hielten sich gut im Spiel. Rogers lief wieder zu alter Form auf und dominierte unter dem Korb, während Nelson Weidemann aus der Distanz vollstreckte. So gelang es, dass die Ansbacher nur mit einem 23:17-Vorsprung ins zweite Viertel gingen - in dem die Aurachstädter erst so richtig aufdrehten. Mike Kaiser, Braslav Turic und Rogers spielten Basketball in Höchsttempo und überrannten die etwas alt aussehenden Gäste. Punkt um Punkt holten die Longhorns auf, um schließlich sogar vorbeizuziehen und erstmals die Führung zu erobern.

Ansbach fiel wenig ein, außer immer wieder Freer zu suchen - der seine Sache zwar gut machte, aber alleine auch nichts gegen den Herzogenauracher Angriffswirbel unternehmen konnte. Daher gewann die TSH das Viertel mit 32:19 und lag mit 49:42 in Führung. Der dritte Spielabschnitt entwickelte sich zu einem intensiven Schlagabtausch. Nicolau Diukila unterstützte jetzt Freer aus der Distanz und sorgte mit ihm dafür, dass das Ansbacher Spiel wieder an Tempo aufnahm und Rhythmus bekam. Die Herzogenauracher wirkten so, als wären sie selbst von ihrer Leistung aus der ersten Halbzeit überrascht und vergaben einige leichte Korbwurfversuche. Doch im Verlauf des Viertels fanden die Longhorns ihren Weg zum Erfolg, indem sie immer wieder Rogers unter dem Korb suchten. So hatten die Gäste zu Beginn des letzten Viertels nur einen Punkt vorsprung (69:70). Dort erwischte jedoch Ansbach den besseren Start und setzte sich durch Punkte der Ex-Longhorns Christian Imberi und Toni Donhauser etwas ab, sodass es vier Minuten vor dem Spielende mit neun Punkten führte.

Doch plötzlich trafen Harris Hujic, Mike Kaiser und Nelson Weidemann aus der Dreipunktdistanz und drei Sekunden vor dem Ertönen der Schlusssirene lag die TSH nur noch mit zwei Punkten zurück. Dann bekam Rogers den Ball und netzte mit aller Seelenruhe zur Verlängerung ein - in der sich die größere Erfahrung der Gäste schließlich bezahlt machte. "Unsere jungen Spieler gewöhnen sich langsam an die Liga und Monty Rogers und Mike Kaiser kommen auch immer besser in Form", sagte Dugandzic. "Im Laufe der Saison werden wir an Abgezocktheit gewinnen und dann auch solche Spiele nach Hause bringen können."
Während Ansbach weiter unbesiegt bleibt und sich als Dritter in der Spitzengruppe festsetzt, liegen die Herzogenauracher mit 1:3 Siegen auf dem Konto auf dem neunten Tabellenplatz. pes
TSH: Teka (4), Rogers (26), Weidemann (17), Kaiser (15), Ghotra (3), Inkulu (6), Turic (17), Hujic (6), Übbing (4), Kamdem, Handt