Eine unnötige Niederlage mussten die 1.-Regionalliga-Basketballer der Turnerschaft gegen die zweite Mannschaft des BBC Bayreuth hinnehmen, denn der Tabellenfünfte, der vor dem Spiel eine negative Korbbilanz von mehr als 100 aufwies, spielte in Herzogenaurach solide, aber nicht überragend.


TS Herzogenaurach - BBC Bayreuth II 60:71

Nach der Niederlage bleiben die Longhorns mit einer Bilanz von 7:13 Siegen auf Rang 11, punktgleich mit Breitengüßbach (12.) und nur einen Zähler vor Erfurt (13.). Da aus der 2. Liga aber keine Mannschaft aus der Region abzusteigen droht, erwischt es wahrscheinlich nur das Schlusslicht der Tabelle, das mit Abstand die Baskets aus München sind. Für Bayreuth geht in dieser Saison weder nach oben noch nach unten noch etwas.
Im ersten Viertel war die TSH, die aufgrund einer Grippewelle auf Monty Rogers und Nelson Weidemann verzichten musste, obenauf. Harris Hujic dirigierte die Seinigen, als wenn er nie etwas anderes getan hätte. Mit seinen 18 Jahren ließ er erahnen, welch hervorragender Spieler einmal aus ihm werden kann. Mit starkem Wurf aus der Ferndistanz markierte er schnell sechs Punkte und unter dem Korb dominierte Willy Inkulu nach Belieben. So gingen die Longhorns schnell mit 13:6 in Führung, doch nach einer Bayreuther Auszeit kamen die Gäste besser ins Spiel. Dabei setzte sich insbesondere US-Boy Cameron Vines in Szene, dessen Zug zum Korb nicht zu stoppen war und den TS-Viertel-Vorsprung auf 26:23 reduzierte.


Kaiser auf Kobe Bryants Spuren

Auch das zweite Viertel dominierte Herzogenaurach. Mike Kaiser netzte gleich mehrere akrobatische Korbleger ein und erinnerte an den jungen Kobe Bryant. Braslav Turic verwandelte einige Sprungwürfe aus der Halbdistanz. So setzten sich die Hausherren auf 38:28 ab und einige Zuschauer befürchteten eine langweilige Partie. Pal Ghotra feuerte mit einem Dunking ein Ausrufezeichen in Richtung Bayreuth und die Halle tobte, bevor plötzlich die jungen Longhorns vor ihrer eigenen Courage Angst bekamen. Zur Halbzeit lagen sie noch mit 43:35 vorne.
Im dritten Durchgang traten die Verteidigungsreihen in den Vordergrund. Die Bayreuther hatten sich auf die Offensivsysteme der Aurachstädter eingestellt und generierten daraus etliche Ballgewinne, die meist Vines in Zählbares ummünzte. Die Wagnerstädter fanden ihr Heil in Fast Breaks und Dreipunktewürfen des starken Peter Zeis, der 16 Zähler beisteierte. So übernahmen die Bayreuther zum Ende des dritten Viertels die Führung (52:50).
Im letzten Abschnitt lief für die Herzogenauracher gar nichts mehr zusammen. Sie taten sich schwer, in die Zone des Gegners einzudringen, was dazu führte, dass kaum einfache Würfe aus der Nahdistanz und keine offenen Würfe aus der Ferndistanz zustande kamen. Dementsprechend erzielten die Longhorns nur mickrige zehn Pünktchen in zehn Minuten, während die Wagnerstädter aufdrehten und sich Stück für Stück absetzen. Schließlich gewannen die Oberfranken verdient mit 71:60, und die jungen Herzogenauracher zahlten seit längerer Zeit mal wieder etwas Lehrgeld.
"Wir haben heute eine solide erste Halbzeit und eine katastrophale zweite Halbzeit hingelegt", fasste TSH-Coach Mario Dugandzic zusammen. "Das passiert bei jungen Mannschaften ab und an, es darf aber nicht als Ausrede genutzt werden. Wir werden unter der Woche analysieren, woran dieser Einbruch gelegen hat, und werden daran arbeiten, dass dies in dieser Saison nicht wieder vorkommt", kündigte er an. "Allerdings sollten wir auch nicht den Kopf in den Sand stecken, denn die letzten fünf Spiele waren gut und daran werden wir wieder anknüpfen. Wir haben bewiesen, dass wir aus unseren Fehlern lernen", sagte Dugandzic.
TSH: Teka, Koulibaly (6), Ghotra (13), Person, Turic (4), Kaiser (11), Hujic (11), Übbing, Inkulu (13), Kamdem (2), Meredith