Im Derby zwischen den 1-.Regionalliga-Basketballern der TS Herzogenaurach und dem VfL Treuchtlingen behielten die Hausherren die Oberhand. Die Longhorns entschieden auch ein weiteres Duell an diesem Tag für sich.


TS Herzogenaurach - VfL Treuchtlingen 82:72

Der nichtsahnende Spaziergänger wird sich gefragt haben, was da in der Sporthalle des Gymnasiums los war. Ohrenbetäubender Lärm von etwa 700 Menschen und rhythmisches Trommeln drangen aus dem Gebäude. Das Ereignis, welches all dies hervorbrachte, war das Derby aller Derbys in der 1. Basketball-Regionalliga.

Und die Mannen des VfL brachten ihrerseits rund 100 Fans mit, sodass es gleich zwei Duelle zu bestaunen gab. Einmal das hochklassige auf dem Spielfeld und ein anderes unter den Zuschauern, die ihren Teams mächtig Feuer unter dem Hintern machten. Beide Duelle gingen an die Herzogenauracher, denn die Aurachstädter Zuschauer waren in Sachen Dezibel den Gästefans überlegen.

DeMichael trifft aus allen Lagen

Das erste Viertel zeigte sofort, dass es kein normales Regionalligaspiel sein würde. Denn die Intensität war bei 100 Prozent und beide Teams kämpften um jeden Ball wie die Löwen. Dabei erwischten die Longhorns den besseren Start, denn der alles überragende Ryan DeMichael spielte wie von einem anderen Stern. Er traf schlichtweg alles und sammelte allein in der ersten Hälfte 20 Punkte. Hinten erkämpften Kapitän Peter Simon und Markus Person etliche Bälle, welche umgehend in Punkte auf der anderen Seite und zum Viertelergebnis von 25:17 umgemünzt wurden.

Das zweite Viertel verlief ausgeglichener, insbesondere weil der beste Treuchtlinger Tim Eisenberger (18 Punkte) aufdrehte und immer wieder erfolgreich zum Korb zog. Unterstützung erhielt er von Volker Lang, der sich einige Offensivrebounds schnappte und direkt einnetzte. Aber auch die TSH kam weiter zu Punkten - vor allem durch den wieselflinken Mike Kaiser und Toni Donhauser aus der Ferndistanz. So stand es zur Halbzeit 44:34.

Auch ins dritte Viertel starteten die Longhorns besser. Innerhalb von zwei Minuten setzten sie sich auf 16 Punkte ab und man konnte denken, das Spiel sei gelaufen. Aber so leicht gaben die Gäste nicht auf, verwandelten schnell zwei Dreier in Folge und erhöhten in der Defensive die Intensität. So kämpften sich die Treuchtlinger bis zur Viertelpause wieder auf drei Punkte heran (59:56) und das Spiel war wieder komplett offen.

Momentum wieder bei der TSH

Im letzten Viertel brannten die Herzogenauracher inklusive ihrer Fans aber ein richtiges Feuerwerk ab. Benedikt Aumeier, Kaiser und DeMichael sorgten für Zählbares und hinten wurde die Zone dichtgemacht. Die Treuchtlinger hielten sich zwar noch im Spiel, aber das Momentum war wieder auf Herzogenauracher Seite. So erwarfen sie sich vier Minuten vor Schluss wieder sieben Punkte Vorsprung (74:67) und ließen ihn sich nicht mehr nehmen.

Kleiner Wermutstropfen für die TSH war die Verletzung von Peter Simon, dem ein Gegenspieler unglücklich ins Knie gefallen war und der fortan nicht mehr spielen konnte. Schließlich gewannen die Longhorns verdient mit 82:72 und stehen nun mit 4:5 Siegen auf dem neunten Tabellenplatz, während die Treuchtlinger bei nur einem Sieg mehr den vierten Rang einnehmen.

"Es war heute ein traumhaftes Spiel vor einer traumhaften Kulisse. Unser Fans waren heute unser sechster und siebter Mann und haben uns angetrieben ohne Ende", sagte Angelos Plantzas euphorisch. "Wir haben einen guten Basketball gespielt und insgesamt verdient gewonnen, auch wenn man den Treuchtlingern das Kompliment machen muss, dass sie niemals aufgegeben haben und ein extrem unangenehmer Gegner waren", so der TSH-Coach.

Kabir: Den Schwung mitnehmen

Co-Trainer Aidin Kabir ergänzte: "Für solche Spiele lebt man als Basketballer und wir sind überglücklich, dass wir dieses Spiel gewinnen konnten. Wir müssen jetzt versuchen, genau diesen Schwung weiter mitzunehmen und eine kleine Serie zu starten. Dafür werden wir in den kommenden Wochen hart arbeiten."
TSH: DeMichael (27), Kaiser (23), Aumeier (8), Simon (8), Donhauser (9), Buniatian, Hüttel, Person (6), Dlugosch (2), Patton