Zwei Bronzemedaillen sind die Ausbeute, die die Leichtathleten der Turnerschaft Herzogenaurach beim Bayern-Cup, der landesoffenen Mannschaftsmeisterschaft, auf eigener Anlage einfuhren. Eine Bilanz, die Trainer Peter Müller angesichts der starken Konkurrenz und der vielen verschiedenen Einflüsse, denen ein solcher Team-Wettbewerb ausgesetzt ist, zufrieden stimmte. "Hier und da wäre vielleicht mehr drin gewesen, dafür wurde ich an anderer Stelle positiv überrascht", erklärte Müller.
Die TSH hatte 30 Athleten und zwei Turnerinnen am Start, die in der U16 Erfahrung sammelten, und stellte damit rund zehn Prozent aller Teilnehmer (326). 24 weitere Vereine aus ganz Bayern hatten für den Wettbewerb gemeldet und kämpften in sechs Altersklassen um die Mannschafts-Medaillen. Lässt man die U20-Mädchen außer Acht, waren die Gastgeber überall vertreten und wussten durchaus zu gefallen. Auch wenn es nur zweimal zum großen Wurf, also dem Sprung auf das Podest, reichte. "Aber das macht ja gerade den Reiz an einem Teamwettbewerb aus. Jeder gibt sein Bestes und am Ende schaut man, was man gemeinsam erreicht hat."

Etwas hinter den Erwartungen

Die Herzogenauracher Männermannschaft konnte personell nicht aus dem Vollen schöpfen und erhielt gleich in der ersten Disziplin, dem Weitsprung, einen Dämpfer, als André Zahl sich eine Zerrung holte. Der quälte sich zwar noch über die 400 Meter und durch den Hochsprung, musste sich aber wie seine TeamkameradenTimo Kaufmair, Sam Leiblein, Philipp Struß, Simon Drummer, Adrian Taylor, Christian Schuschke und Daniel Hoseus mit Mittelfeldplatzierungen zufrieden geben. Deshalb sprang nach elf Disziplinen in der Endabrechnung auch nur Rang 7 heraus.

Es roch schon nach Silber

Weitaus besser lief es bei den männlichen Nachwuchs-Teams der TSH. In der U20 holte Nico Kaufmair mit seinem Dreifach-Sieg (Speer, Kugel, Diskus) allein 15 der insgesamt 29,5 Punkte, die den Herzogenaurachern letztlich zu Bronze reichten. Aber auch Lars Meschede, Bastian Dittrich, Justus Santjer, Christopher Zahl und Falk Töpperwien brauchten sich nicht verstecken. "Wenn wir Marc Hoseus für die Sprint-Disziplinen noch mit an Bord gehabt hätten, wäre vielleicht sogar Silber drin gewesen. Aber der ist leider verletzt, und alle anderen haben ihre Sache toll gemacht", lobte Trainer Müller.

Staffelstab verloren

An der Silbermedaille kratzten auch die U16-Jungs: Jan Korder verpasste bei seinem Sieg über 80 Meter Hürden die DM-Norm nur um eine Zehntelsekunde (11,50 s), Louis Mennerat fehlten über 100 Meter sogar nur drei Hundertstel (11,83 s). Müller ist sich sicher, dass seine Schützling diese Zeiten in den nächsten Monaten knacken werden. Beim Bayern-Cup ruhten sich die beiden jedenfalls nicht auf ihren Erfolgen aus, sondern sammelten weiter eifrig Punkte. genau wie Moritz Wiedorn und Franz Hofmann.
Und weil die abschließende 4x100-Meter-Staffel mit Mennerat, Jan, Schuster, Sebastian Oertel und Niklas Kobiela aussichtsreich in Führung lag, liebäugelte der TSH-Anhang schon mit Platz 2 in der Endabrechnung. "Dann haben wir aber den Stab verloren und sind erst als Fünfter ins Ziel gekommen", erinnerte sich Müller. Deshalb schaffte es die TSH nicht mehr, noch an der LG Fichtelgebirge vorbeizuziehen, obwohl diese im Staffelwettbewerb disqualifiziert worden war. "Über diese Medaille freue ich mich aber trotzdem besonders, für einige der Jungs war es der erste Erfolg bei einer bayerischen Meisterschaft", erklärte Peter Müller hinterher.

Konkurrenz war zu stark

Bei den Frauen mischte Katharina Struß über 100 Meter Hürden und im Hochsprung vorne mit und entschied erwartungsgemäß den Weitsprung für sich. Kathrin Schmidt war mit zwei vierten Plätzen im Kugelstoßen und Speerwerfen ebenfalls zufrieden. Doch Veronika Leiblein konnte mit Spezialistinnen über 1500 Meter ebensowenig mithalten wie Lena Reil als Nesthäkchen im 100-Meter-Feld und die im Sprung beheimatete Anna Dupke, die über die 400-Meter-Runde für die angeschlagene Isabel Kraus einsprang. So rutschten die TSH-Damen in der Endabrechnung noch auf Rang 5 ab.

Wettkampfluft schnuppern

Die U14-Mädchen, die Peter Müller ins Rennen schickte, waren fast ausnahmslos jünger als die Konkurrenz und erhielten Unterstützung von zwei TSH-Turnerinnen, die einen Ausflug in die Leichtathletik wagten. "Wir hatten uns vorgenommen, nicht Letzter zu werden. Und das ist geglückt. Für die Mädchen ging es in erster Linie darum, Erfahrungen zu sammeln", betonte Müller. Und das tat das junge Team, zahlte aber auch Lehrgeld: Der Hochsprung blieb ohne gültigen Versuch, die Staffel wurde disqualifiziert.
Trotzdem fiel das Fazit des Trainers durchweg positiv aus. Nicht zuletzt auch, weil das Wetter mitspielte und der Zeitplan eingehalten wurde. Allerdings wunderte sich Müller, dass der LSC Höchstadt oder die LG Ecktental keine Sportler zum Bayern-Cup entsandten. "Gerade die Eckentaler hätten bei den U20-Mädchen eine richtig gute Rolle spielen können", erklärte der Coach.