Der HV Herzogenaurach bleibt in der Handball-Bezirksliga West Ostbayern der Verfolger Nummer 1 und ist dem Spitzentrio auf den Fersen. Fünf Siege in fünf Spielen nach der Winterpause sprechen eine deutliche Sprache, das musste auch der HC Forchheim II beim Derby in der Herzogenauracher Mittelschulhalle schmerzlich erfahren.

HV Herzogenaurach - HC Forchheim II 28:22

Zu diesem prestigeträchtigen Duell hatte sich die personelle Lage beim HVH eigentlich etwas entspannen sollen. Doch es kam anders. Zu den bereits bekannten Ausfällen gesellten sich noch kurzfristig Gert Gilson und Christian Schöne aufgrund eines Infekts hinzu. Dafür konnten die Schuhstädter nach längerer Abstinenz Daniel Stöhr wieder in ihren Reihen begrüßen. Außerdem saß Dirk Leschke, der bis dato für die benachbarte Turnerschaft Herzogenaurach aktiv gewesen war, als Neuzugang auf der Ersatzbank. Auf jeden Fall wollten sich die Spieler mit einem Sieg für die Niederlage in Forchheim aus der Hinrunde revanchieren.
Der Auftakt des Spiels gestaltete sich ausgeglichen. Zwar gingen zuerst die Gäste in Führung, doch die Hausherren glichen zügig aus. Beide Abwehrreihen hatten große Schwierigkeiten, die Angriffsbemühungen der jeweiligen Mannschaft in den Griff zu bekommen. Da sich die Herzogenauracher aber zusätzlich noch einige Fehlwürfe leisteten, konnte sich die BOL-Reserve aus Forchheim minimal absetzen und führte mit zwei Toren Vorsprung (6:8). In den drauffolgenden Momenten agierte die Defensive der Schuhstädter aber deutlich aggressiver und so wurde das Spiel mit einem 4:0-Lauf gedreht.
Dies schien der Weckruf für die Gastgeber gewesen zu sein, da kaum noch Möglichkeiten für die zweite Männermannschaft aus Forchheim zugelassen wurden, und auch im Angriff ging der HVH konzentriert zu Werke. So vergrößerte sich der Vorsprung über 12:9 auf 15:10. Durch kleine Unachtsamkeiten konnte dieser Vorsprung aber nicht gehalten werden und so schickten die beiden Unparteiischen, die diese Partie hervorragend im Griff hatten, beim Stand von 17:13 die Teams in die Kabinen zur Halbzeitanalyse.
Herzogenaurachs Coach Rajic forderte sein Team auf, genau dort weiterzumachen, wo es vor der Pause aufgehört hatte. Und diesmal schien die Anweisung auch bei den Akteuren angekommen zu sein. Die Gastgeber spielten weiter einen ruhigen Ball im Angriff, blieben in der Defensive stabil und bestimmten so das Spielgeschehen.

Alle Kräfte mobilisiert

Bis zum Stand von 21:14 schien die Mannschaft aus Herzogenaurach alles im Griff zu haben, dann kam wieder einmal ein Einbruch. Vom einen auf den anderen Moment schien das Team wie ausgewechselt. Vorne klappte einfach nichts mehr und im Rückzugsverhalten war man schlichtweg zu langsam. So verkürzten die Forchheimer Reserve auf 22:20 und die Parte war wieder völlig offen. Aber das Spiel der Gastgeber brach - anders als noch in Hersbruck - nicht völlig zusammen, der HVH kratzte stattdessen nochmals alle Kräfte zusammen.
Dies schien auch Früchte zu tragen, und so setzten sich die Schuhstädter vorentscheidend auf 28:20 ab. Bis zum Ende der Partie betrieb das Team aus Forchheim noch ein wenig Ergebniskosmetik, aber am Ausgang änderte das nichts mehr. So gewannen die HVHler dieses derby letztendlich verdient mit 28:22 und nahmen erfolgreich Revanche für die Hinspielpleite in Forchheim.
Ein ausdrückliches Lob ist nochmals den Schiedsrichtern auszusprechen, die auch in hektischen Phasen einen souveränen Eindruck hinterließen. Außerdem dankt die Mannschaft den Fans für die hervorragende Unterstützung, ohne die solch ein Ergebnis wohl nicht möglich gewesen wäre.