Zwei Halbzeiten hat ein Handballspiel - und zwei Gesichter ebenfalls. Was die begeisterten Zuschauer beim 23:23 des HC Erlangen (14:10) gegen die TSG Friesenheim-Ludwigshafen in der proppevollen Karl-Heinz-Hiersemann-Halle erlebten, war moderner Handball, der an Spannung nicht mehr zu überbieten war.
Mit den Eulen aus Friesenheim kam ein echtes Handball-Urgestein der 2. Handball-Bundesliga nach Erlangen. Und wie erwartet prallten zwei starke Abwehrreihen aufeinander, die nicht nur durch bemerkenswerte Innenblöcke, sondern auch durch teilweise herausragende Torhüterleistungen gekennzeichnet waren.

"In der ersten Halbzeit standen wir sehr stabil", brachte es HC-Trainer Frank Bergemann nach der Partie auf den Punkt. Schade war allerdings, dass sich der HCE in den Schlusssekunden der zweiten Hälfte selbst um den verdienten Lohn für die harte und gute Arbeit gebracht hat. Was zum Ende des Spiel passierte, "kann man nicht nachvollziehen, das ist Handball", sagte Frank nach dem Spiel und fügte hinzu: "Jeder hat das beste versucht, leider hat es nicht ganz gereicht." Was war passiert?

Fehler, Ballverluste, Gegentore

Obwohl es zur Halbzeit 14:10 für Erlangen stand, kamen die Gäste ab der 40. Minuten immer näher ran. Gerade in dieser Spielphase zeigte sich das hohe Niveau beider Teams. Als der HCE durch Oliver Heß in der 53. Minute die Führung auf 22:19 ausbauten konnte, schien das Spiel zugunsten der Erlanger entschieden zu sein. Doch der hoffnungsvolle Anhang wurde noch eines Besseren belehrt. Zwei individuelle Stockfehler führten zu unnötigen Ballverlusten und postwendenden Kontern. Aus der Zwei-Tore-Führung wurde innerhalb der letzten 45 Spielsekunden das 23:23 für Friesenheim, mit dem letzten Angriff hätten die Gäste sogar noch den Siegtreffer erzielen können.

Teilweise zu fahrig und nervös hatte der HCE in der Schlussphase agiert, was sich auch Trainer Frank Bergemann nach Spielende nicht erklären konnte. "Die Mannschaft ist bestimmt nicht überheblich in das Spiel gegangen, wir haben über weite Strecken sehr gut gespielt. So haben wir gegen eine bissige und taktisch kluge Friesenheimer Mannschaft mit einem exzellenten Kevin Klier im Kasten am Ende unentschieden gespielt. Jetzt müssen wir den Blick weiter nach vorne richten", meinte ein dennoch sichtlich enttäuschter Frank Bergemann nach Spielschluss.