Die Dramaturgie hätte wohl auch der kitschigste Hollywood-Regisseur nicht schöner planen können. Sowohl die erste Damen- als auch die erste Herrenmannschaft des Golfclubs Herzogenaurach hatte am letzten Spieltag die Chance, auf der eigenen Anlage den Aufstieg perfekt zu machen. Da sich beide Teams perfekt ans erhoffte Drehbuch hielten, gelang das Happy End. In der kommenden Spielzeit schlagen die Damen in der 2., die Herren sogar in der 1. Bundesliga ab.

Die von der erfahrenen Kapitänin Katrin Sieber angeführten Herzogenauracherinnen verstanden es im Laufe der Saison, eine schlagkräftige Mannschaft aus Jung (15 Jahre) und Erfahren (über 30 Jahre) zu formen, sodass sie vom ersten Spieltag an die Regionalliga anführten und die Tabellenspitze anschließend nicht mehr abgaben. Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga im vergangenen Jahr nahmen sie sich den sofortigen Wiederaufstieg vor. Vor allem die jüngsten Spielerinnen zeigten sich stark verbessert - was nicht nur an deutlich mehr Training lag. Da die Golf-Talente zudem an vielen Turnieren teilnahmen, gewannen sie immer mehr Wettkampferfahrung.

Nicht einzuholen

Die eingespielte Herrenmannschaft um Kapitän Peter Pantel legte die Grundlage zum Aufstieg ebenfalls gleich am ersten Spieltag, als sie beim GC Schloss Monrepos der sehr durchwachsenen Einzelrunde eine überragende Viererrunde folgen ließ und den Spieltag an der Tabellenspitze beendete - auf dem sie sich ebenso wohlzufühlen schienen wie die Damen und daher auch keinen Grund sahen, den Platz an der Sonne wieder abzugeben.

Ohne die starke Mannschaftsleistung wäre aber wohl keinem der beiden Teams der Aufstieg gelungen. Nicht nur die Spielerinnen und Spieler haben hervorragend gespielt und miteinander harmoniert, auch die "Mannschaften" im Hintergrund zeigten eine aufstiegsreife Leistung. Angefangen bei den Caddies und Vorcaddies bis hin zu den vereinseigenen Mental- und Konditionstrainern Pros Craig Miller und Martin Hastie.

Den Aufstieg am letzten Spieltag vor eigenem Publikum zu feiern war dann für die Mannschaften noch das Sahnehäubchen. Denn ein besseres Happy End hätte sich schließlich auch der kitschigste Hollywood-Regisseur nicht einfallen lassen können.