Marcus Heydt hat emotionale zwölf Monate hinter sich. Im Sommer 2013 stieg er mit dem SC Herzogenaurach-Nord in die A-Klasse auf, im Februar dieses Jahres wurde er Vater und Anfang Juni stand der direkte Wiederabstieg seines Vereins fest. Dort spielt der 36-Jährige in der Abwehr und übt - kommissarisch noch bis August - das Amt des Schriftführers aus. Nach großen Veränderungen könnte es 2015 schon wieder in die andere Richtung gehen.

Was waren die Hauptgründe für den Abstieg?

Marcus Heydt: Ausgerechnet die wichtigen Spiele haben wir nicht gewonnen. Bereits in der Vorrunde haben wir einige Spiele nach eigener Führung noch verloren. Im Winter haben wir dann sechs Spieler abgeben müssen, vier davon an den ASV Herzogenaurach. Mit dem kleinen Kader kam in der Rückrunde auch noch Verletzungspech hinzu. So fielen Verteidiger Thomas Gründlinger, der bisherige Spielertrainer Nenad Antic und Angreifer Mario Krüger, der gleichzeitig unser Vorsitzender ist, länger aus.

Schon nach dem Aufstieg haben drei Spieler den SC in Richtung ASV verlassen. Warum?

Wir hatten in der Saison 2012/2013 eine zweite Mannschaft im Spielbetrieb , vor der vergangenen Spielzeit aber beschlossen, diese nicht mehr anzumelden. Der Großteil der Spieler, die uns im Sommer und im Winter verlassen und sich dem ASV angeschlossen haben sah wohl keine Chance mehr, bei uns in der ersten zu spielen und ist dann zum Nachbarverein gewechselt, der gerade eine Reserve gegründet hatte.

Ist es unter diesem Gesichtspunkt eine Genugtuung, dass der ASV auch mit abgestiegen ist?

Nein. Den Derbysieg hätte ich gerne gegen den Klassenerhalt eingetauscht. Es ist schade, wieder hauptsächlich gegen Reserve-Mannschaften spielen zu müssen, aber nach so einer Saison hat man es nicht verdient, ein weiteres Jahr in der A-Klasse zu sein.

Waren Sie von den 99 Gegentoren enttäuscht oder am Ende froh, dass es nicht 100 wurden?

Im Endeffekt sind das zu viele, aber das war dem schlechten Umschaltspiel und unserer offensiven Spielweise geschuldet. Auf der anderen Seite kamen so durch unsere gefährlichen Stürmer immerhin 58 Treffer zustande. Aber was nützt es einem, wenn man so viele Tore schießt wie der Tabellensechste, und am Ende nur 15. wird?

Gibt es vor der Rückkehr in die B-Klasse wieder eine große Personalrotation?

Ja. Der bisherige Übungsleiter Nenad Antic wird durch Roland Güßregen ersetzt, der das Team bereits vor zehn Jahren trainiert hat und langjähriges Vereinsmitglied ist. An die Stelle von Spielleiter Tomo Lapovski tritt Neuzugang Radu Samoila, der aufgrund seines Alters noch die Sprache der Jugend spricht. Mit Lapovski gehen fünf weitere Spieler zu Jugoslavija Erlangen. Auf der Habenseite können wir neun, vorwiegend junge sowie einen Akteur aus der dritten rumänischen Liga verbuchen.

Wie lautet Ihr Saisonziel?

Der neue Trainer möchte erfolgreich Fußball spielen lassen, aufgrund der vielen Neuzugänge wird es aber eine Zeit dauern, bis sich bestimmte Automatismen eingespielt haben. Wir warten mal ab, wo wir am Ende der Saison stehen. Das Training wird etwas umgestellt und es soll mehr Wert auf die Taktik gelegt werden.