Die Protagonistinnen aus Mittelfranken wollten sich achtbar aus der Affäre ziehen, was ihnen trotz großer Personalnot 50 Minuten lang sehr gut gelang. Als aber Leistungsträgerin Alexa Dodan wegen eines Fouls mit einer überzogenen Roten Karte vom Feld geschickt wurde, fehlte nicht nur der Angriffsmotor bei der TSH, sondern auch ein wichtiger Baustein im wichtigen Innenblock. Dieser hatte neu formiert werden müssen, da weder Corinna Merz noch Nadja Müller-Tegel zur Verfügung standen. Dadurch war es der TSH nicht mehr möglich, dem Druck des Spitzenreiters Stand zu halten.


ASV Dachau - TS Herzogenaurach 29:21

Nach zweieinhalb Stunden Anfahrt konnten die Gäste die Partie anfangs noch ausgeglichen gestalten (2:2). In der achten Minute legten die Gastgeberinnen den Respekt jedoch ab und zogen rasch auf 6:2 davon. Die TSH-Offensive wirkte zu kraftlos und es fehlte an Lösungsideen. Anders als gegen Winkelhaid kamen die individuellen Stärken der Herzogenauracherinnen gegen eine stabile ASV-Abwehr nicht zum Tragen.
Und noch etwas beeinflusste den Spielverlauf entscheidend: ASV-Torfrau Zoe Chicato, die schon im Hinspiel die TSH vor große Probleme gestellt hatte, wurde zum Albtraum für das Team von Trainer Hans-Jürgen Kästl. Im gleichen Maße, wie sie sich in die Begegnung hinein steigerte, verunsicherte sie parallel die Gegnerinnen, wo doch zumindest Dodan, Probst und Mittelheisser bereits über internationale Erfahrung verfügen. Dass bei der TSH die aus der zweiten Mannschaft aushelfende und völlig unbekümmerte Eva Steinbeisser als Kreisläuferin mit vier Toren am besten mit dem Druck fertig wurde, zeigt, wie sehr sich die Etablierten von Chicato beeindrucken ließen.


Zwei Wochen Pause zur aktiven Erholung nutzen

In der Halbzeitpause (8:13) versuchte man, sich für die zweiten 30 Minuten neu zu positionieren, was zunächst auch halbwegs gelang, denn man konnte lange Zeit den Abstand auf vier Tore begrenzen (14:18, 16:20, 17:21). Dann aber musste Dodan von Bord, das Schicksal nahm seinen Lauf.
Kästl wollte sich nicht lange mit der Pleite beschäftigen: "Absolut positiv war für uns, dass sich mit Eva Steinbeisser und Peggy Hentschke zwei Mädels aus der zweiten Mannschaft bereiterklärten auszuhelfen, obwohl die einen Tag später auch ein Spiel hatte. Ohne Alexa Dodan konnten wir es gegen einen so starken Gegner nicht mehr verhindern abzusaufen." Der Tabellenführer habe zwar mit viel Tempo agiert, spielerisch aber nicht überzeugt. Die 14-tägige Spielpause komme der TSH gelegen. "Wir wollen die Zeit für aktive Erholung nutzen und Neuzugang Carole Mittelheisser noch besser in unser System einbinden", erklärte Kästl.