Die Meisterschaft ist ihnen zwar nicht mehr zu nehmen, die Chance, eine Saison ohne Niederlage hinzulegen, wird sich aber so schnell nicht mehr bieten.

FC Bayern München - TS Herzogenaurach 70:56

Schon im ersten Viertel zeichnete sich die Niederlage der Shorthorns ab. Die Münchnerinnen hatten alle möglichen Spielerinnen aktiviert und liefen mit einer Mannschaft auf, die etliche Bundesligajahre auf dem Buckel hat. Jene Spielerinnen übernahmen das Kommando, insbesondere die mobile Vera Galovic (17 Punkte) machte den unerfahreneren Herzogenauracher Centerspielerinnen das Leben schwer. Mit Täuschungen und guter Beinarbeit setzte sie sich immer wieder erfolgreich in Szene und brachte den FCB nach sechs Minuten mit 18:7 in Führung. Erst jetzt fanden auch die Gäste ihren Rhythmus und Laura Geiselsöder demonstrierte mit Würfen aus der Halbdistanz, Zug zum Korb oder im Fast-Break ihr großes Talent. Trotzdem lagen die Shorthorns mit 26:14 in Rückstand.
Das zweite Viertel war ausgeglichener. Die Herzogenauracher steigerten das Tempo in der Offensive, sodass Kerstin Wägner einige leichte Zähler aus dem Schnellangriff erzielte und der Münchner Angriffsfluss etwas gehemmt wurde. Dafür sorgte vor allem die jetzt eingesetzte Ganzfeldpresse der Shorthorns, welche der Bayern-Offensive viel Zeit raubte und erwirkte, dass die Gastgeberinnen einige Male in Konflikt mit der 24-Sekunden-Regel kamen. Jedoch gelangen auch den Mittelfranken nur zwölf Punkte, weshalb sich am deutlichen Rückstand nichts änderte (44:28).

TSH kommt wieder in Schlagweite

In der Halbzeitansprache fand TSH-Trainer Christian Braun offensichtlich die richtigen Worte, denn seine Damen kamen mit hundertprozentiger Konzentration und Spannung aufs Spielfeld zurück. Theresa Heinz erkämpfte nun Ball um Ball. Sie nutzte ihre schnellen Beine und lief den deutlich langsameren Gegenspielerinnen davon. Jedoch verhinderte Heidi Lanzendorfer (19) mit einigen sehenswerten Aktionen das Comeback der Herzogenauracherinnen, die vor dem Schlussabschnitt zumindest wieder in Schlagweite waren (55:46).
Im letzten Viertel spielten die Oberbayerinnen fortan ihre Erfahrung aus und zeigten, wie abgezockt man eine Führung nach Hause bringen kann. Die starke Nathalie Ebertz (14) organisierte den Spielaufbau und fand gegen jeden Herzogenauracher Versuch, den Ball zu erobern, die richtige Antwort. Ihr gelangen einige Zuckerpässe, die vor allem Galovic und Lanzendorfer in Zählbares ummünzten. Die Shorthorns versuchten zwar wirklich alles, das Spiel noch mal zu drehen, aber letztendlich zerschellten die Bemühungen an der Routine der Bayern.
"Wir haben alles dafür getan, das Spiel zu gewinnen, waren hundertprozentig konzentriert und vorbereitet, aber der Gegner war heute schlichtweg besser. Hätten die Bayern die ganze Saison mit diesem Team agiert, wäre der Kampf um die Meisterschaft enger geworden", sagte TSH-Trainer Braun. Es sei natürlich extrem ärgerlich, diese wahrscheinlich einmalige Chance auf eine perfekte Saison verpasst zu haben. "Aber es ist, wie es ist, und wir können trotzdem extrem stolz auf diese Saison sein. Wir haben noch ein Heimspiel gegen Kemmern und wollen dann die Aufstiegsfeier mit einem letzten Sieg steigen lassen", betonte der positiv gestimmte Braun.