Den Bayernliga-Basketballerinnen der TS Herzogenaurach genügten zehn starke Minuten, um sich gegen den TV Fürth durchzusetzen. Da der Post-SV Nürnberg bei Spitzenreiter BG Litzendorf unterlag, klettern die Shorthorns mit dem fünften Sieg im sechsten Spiel auf Platz 2. Die Litzendorferinnen weisen nach den acht Hinrundenpartien eine blütenweiße Weste auf.


TS Herzogenaurach - TV Fürth 1860 71:55

Die als klare Favoritinnen ins Spiel gegangenen Herzogenauracherinnen taten sich zu Beginn äußerst schwer, dem Status gerecht zu werden. Denn die Gäste spielten in der Offensive couragiert und in der Defensive langten sie kräftig zu - die Shorthorns sahen sich verdutzt an. Da sowohl Fürth als auch die TSH etliche Freiwürfe vergaben, blieben die Gastgeberinnen im Spiel und kämpften sich bis zur Viertelpause durch vier schnelle Punkte von Routinier Yvonne Schauf auf 10:11 heran.

Im zweiten Durchgang ging es zunächst heiter hin und her. Die Aurachstädterinnen fanden in der starken Anne Pfister ihre Punktelieferantin, während die Fürtherinnen auf Server Gökkaya setzen. Nach vier Minuten zogen die Gäste an und setzten sich durch acht Punkte von Nina Rohrbach auf 25:17 ab. Doch nach einer Auszeit von Trainer Markus Schönmüller wachten die Shorthorns auf und zeigten ihre Qualität. Nach einem 12:0-Lauf der TSH waren die Machtverhältnisse wieder klar, so dass die Gastgeberinnen mit einer 32:27-Führung in die Kabine gingen.


Ulbig und Dathe drehen auf

Nach der Pause fiel die Vorentscheidung: Die TSHlerinnen machten genau dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Die jetzt bärenstarken Jana Ulbig und Katharina Dathe generierten einige Ballgewinne und münzten diese in Fast-Break-Punkte um. Die Fürtherinnen brachten kein Bein mehr auf den Boden. Als sie nach fünf Minuten aus dem Alptraum erwachten und das Basketballspielen wieder anfingen, stand es 41:27 für die Shorthorns. Bis zum Ende des dritten Abschnitts verkürzte der TV zumindest noch auf 40:52.

Doch die Auracherinnen, die wegen einer kurzfristig ausgebrochenen Grippewelle lediglich zu acht angetreten waren, zeigten trotz der kurzen Bank keine Schwäche. Insbesondere unter dem Korb dominierten sie fortan nach Belieben. Ricarda Schilling und Anne Pfister spielten Katz' und Maus mit ihren unerfahreneren und überforderten Gegenspielerinnen.

Ulrike Fugli zeigte bei ihrem Debüt im Dress der TSH ebenfalls eine solide Vorstellung und erzielte sechs Punkte. Auch TS-Eigengewächs Julia Wittmann bewies mit vier Zählern, dass mit ihr in Zukunft zu rechnen ist. Schließlich gewannen die Herzogenauracherinnen auch in der Höhe verdient mit 71:55 und können mit einem guten Gefühl in die Vorweihnachtszeit gehen.


"Haben den Schalter umgelegt"

"Wir haben heute nicht unser bestes Spiel gemacht und können an einigen Schrauben etwas nachjustieren. Aber wie wir im zweiten Viertel den Schalter umgelegt und unsere Ausfälle kompensiert haben, ist durchaus bemerkenswert", lobte Schönmüller. Dem Coach war klar, dass es nach den harten Spielen in den Vorwochen gegen die Topteams der Liga gegen Fürth ein ganz anderes Spiel werden würde.

"Die Fürtherinnen haben ihre Karten sehr gut ausgespielt und uns in den ersten 15 Minuten überrascht, teilweise dominiert. Aber wir haben Moral bewiesen und sind zurückgekommen. Dies zeichnet eine Spitzenmannschaft aus. Das ist unser Anspruch und so können wir zuversichtlich in die nächsten Wochen gehen", sagte Schönmüller.
TSH: Dathe (12), Fugli (6), Pfister (16), Schauf (9), Schilling (9), Tribula, Ulbig (15), Wittmann (4)