Wieder einmal fanden zwei Leichtathletik Großveranstaltungen an einem Wochenende statt, sodass sich die Sportler der Turnerschaft Herzogenaurach aufteilen mussten. Während Cheftrainer Peter Müller im Kasseler Auestadion den süddeutschen Meistertitel von Andre Zahl im Stabhochsprung der U23 und die geschaffte DM-Norm von Jan Korder über 80 Meter Hürden (M15) feiern durfte, jubelte Betreuerin Lena Reil mit einigen anderen Akteuren in Markt Schwaben: Bei den bayerischen Meisterschaften war Katharina Struß im Dreisprung der Frauen wieder einmal eine Klasse für sich und Nico Kaufmair steuerte im Kugelstoßen der U20 eine Bronzemedaille bei.

Der Favorit zeigt Nerven

Zunächst schaffte der 15-jährige Jan Korder in Kassel mit 11,35s im B-Finale über die Hürden die Norm für die "Deutsche" und damit sein angepeiltes Ziel. Dabei hatte er einen relativ schwachen Start, wusste aber vor allem im Mittelteil der Strecke durch gute Frequenz und Stabilität zu gefallen. Tags darauf steigerte er sich im 100-Meter-Sprint auf 12,11 Sekunden, was noch für das Halbfinale gereicht hätte, in dem er aber nicht mehr antrat.
Louis Mennerat, der über 100 Meter die DM-Quali schaffen wollte, war nicht in bester Verfassung und kam nach 12,14 Sekunden in Ziel, deutlich über seiner persönlichen Bestmarke.
Der 20-jährige André Zahl wurde am in Kassel über 110 Meter Hürden in neuer persönlicher Bestzeit (15,61 s) Fünfter. Am zweiten Wettkampftag ging er im Stabhochsprung an den Start. Kurz vor Beginn kamen Wind und Regen auf. Trotz dieser widrigen Bedingungen ließ sich Zahl nicht aus der Ruhe bringen. Souverän überquerte er seine Einstiegshöhe von vier Metern. Über 4,20 Meter zeigte er einen klasse Sprung und "baute ein Haus über die Latte", wie die Cracks bei einem besonders gelungenen Sprung zu sagen pflegen. Mit 4,40 Metern hätte der Herzogenauracher Silber bereits sicher gehabt, denn die Konkurrenz kam mit dem Wetter nicht zurecht. Doch Zahl scheiterte knapp, lag aber trotzdem auf Platz 2. Der einzig verbliebene Konkurrent, der eine Bestmarke von 5,00 Metern vorweisen konnte, stieg erst bei 4,50 Metern ein. Doch er riss die Latte dreimal, weshalb sich André Zahl völlig unerwartet über den süddeutschen Meistertitel freuen durfte.

Neue Bestmarken, zwei Medaillen

In Markt Schwaben startete Sam Leiblein bei den Männern und erreichte über 100 Meter in 11,25 Sekunden trotz eines Stolperers am Start die Zwischenläufe. Dort stellte er gegen starke Konkurrenz seine Bestleistung ein (11,24 s), was aber nur zu Rang 14 reichte. Zur gleichen Zeit begann Katrin Schmidts Lieblingsdisziplin, der Speerwurf. Doch leider blieb sie aufgrund einer Schulterverletzung unter ihren Möglichkeiten. Nach einem sehr verhaltenen ersten Wurf (36,27 m) und zwei weiteren ungültigen Versuchen, schaffte sie es nicht ins Finale, wurde aber immerhin Zehnte. Am Nachmittag war Christopher Zahl für die 400 Meter bei der männlichen U18 gemeldet. Bei seiner ersten größeren Meisterschaft verbesserte er seine Bestleistung auf 54,79 Sekunden, was ihm den 20.Platz einbrachte.
Justus Santier vertrat die TSH bei der männlichen U18 im 400-Meter-Hürdenlauf. Nachdem er bei seinem letzten Wettkampf über diese Distanz nicht alles geben konnte, wollte er an diesem Tag mindestens Bestleistung laufen. Sein Ziel verfehlte er knapp, dennoch schaffte er mit 60,35 Sekunden eine neue persönliche Bestleistung und Rang 5 in der Gesamtwertung. Währenddessen fing für den 18-jährigen Nico Kaufmair das Kugelstoßen an, wobei klar war, dass Gold und Silber unerreichbar bleiben würden. Dazu verlief der Wettkampf nicht optimal für ihn, denn eine Oberschenkelverletzung hielt ihn von einem sauberen Stoß ab. Erst im letzten Versuch knackte er endlich die angestrebte Weite und holte sich mit 14,26 Meter die Bronze-Medaille. Beim Diskuswurf merkte man ihm die durch die Berufsausbildung fehlende Übung an. Von sechs versuchen waren nur zwei gültig, dennoch schaffte er mit 40,14 Metern den fünften Platz.
Katharina Struß ließ die Konkurrenz im Dreisprung der Frauen alt aussehen. Mit drei richtig guten Versuchen, wobei der zweite bis auf 12,82 Meter ging, machte sie vom Start weg klar, wer die Hosen anhat. Am Ende siegte sie mit mehr als einem Meter Vorsprung und verbesserte ihre Saisonbestleistung um 25 Zentimeter. pm