Aus Forchheim fliegt der Steilpass von Ferdinand List zu Simon Exner vom ATSV Erlangen, der sich nach dem sechsten Platz in der Bezirksliga - und das als Aufsteiger - eine verdiente Sommerpause gönnt. Die Europameisterschaft beschäftigt ihn gedanklich aber trotzdem.

Wer hat Sie angespielt?
Exner: Ferdi List hat mich angespielt. Ich kenne ihn seit der C-Jugend, wo wir zusammen bei Bruck gespielt haben. Ferdinand ist ein sehr guter Kumpel von mir, wir unternehmen viel in der Freizeit miteinander und fahren auch zusammen in den Urlaub. Privat ist er super entspannt, aber auf dem Fußballplatz kann er auch anders. Er ist ein sehr unangenehmer Gegenspieler, der 90 Minuten lang kämpft und sich wirklich in ein Spiel reinversetzt. Er ist also nicht nur ein guter Freund von mir, sondern auch ein begnadeter, talentierter Fußballer.

Wie sieht Ihr Laufweg aus?
Mit drei oder vier Jahren habe ich mit dem Kicken in Tennenlohe angefangen. Dann sind wir aber umgezogen und ich habe anschließend in Hemhofen und dann in Fürth in der D-Jugend gespielt. Daraufhin war ich noch ein halbes Jahr wieder in Hemhofen und bin dann zum FSV Erlangen-Bruck. Dort habe ich dann auch noch drei Jahre im Herrenbereich gespielt, ehe ich zum ATSV Erlangen gewechselt bin. Zum einen war mir der zeitliche Aufwand zu groß und zum anderen habe ich bei Bruck keine Perspektive mehr gesehen, irgendwann noch einmal in der Bayernliga auflaufen zu dürfen.

Was erwarten Sie vom kommenden Wochenende?
Aus sportlicher Sicht rein gar nichts. Beim Fußball haben wir bis Mitte Juni Pause und die möchte ich bis dahin auch genießen. Ich gehe zwar ab und zu ins Fitnessstudio, aber jetzt fahre ich erst in den Urlaub und erhole mich.

Wie lautet Ihr Tipp für die Fußball-Europameisterschaft?
Anfangs war ich nach der Bayern-Niederlage gegen Chelsea sehr skeptisch. Ich habe erwartet, dass die halbe Mannschaft komplett demoralisiert von der bitteren Pleite im Champions-League-Finale zur Nationalmannschaft dazustoßen wird. Nun habe ich aber ein gutes Gefühl. Ich glaube, dass Jogi Löw, auf die Psyche bezogen, sehr gute Arbeit leisten kann und dass sich die Spieler wieder fangen werden. Ob das dann letztlich für den großen Titel reicht, muss man abwarten. Aber ein Platz unter den besten vier Mannschaften ist absolut realistisch.

An wen passen Sie weiter?
Ich würde mit Stefan Müller gerne einen guten Kumpel von mir anspielen.
Er hat letzte Saison noch für Bruck gespielt, will uns aber nun in der kommenden Saison beim ATSV unterstützen. Ich habe mit ihm in der B-Jugend vier oder fünf Jahre lang zusammengespielt. Während ich dann in der zweiten Mannschaft war, hatte er die Möglichkeit, in der Bayernliga Erfahrung zu sammeln. Daher denke ich auch, dass er für uns eine große Hilfe ist.