Was für ein Comeback der Höchstadt Alligators. "Was für eine Moral muss man haben, wenn man vor dem letzten Drittel 1:4 zurückliegt?", schwärmte HEC-Pressesprecher Stefan Hobner kurz nach Schlusspfiff der Begegnung mit dem EHV Schönheide. Nach vier Niederlagen in Folge holten die Panzerechsen noch in der regulären Spielzeit den Sieg und feierten den dritten Erfolg seit dem Aufsteig in die Eishockey-Oberliga Süd.


Höchstadter EC - EHV Schönheide 5:4

Die Gäste eroberten sich nach dem Bully nicht nur den Puck, sondern zeigten sich auch in den ersten Minuten aggressiver und präsenter. Das mündete zwar in einer frühen Zwei-Minuten-Strafe, doch die Alligators nutzten die Überzahl nicht. Im Gegenteil: Schönheide konterte den HEC aus und Gulda traf zum 0:1 (3.). Auch danach hatte der EHV ein optisches Übergewicht, vergab aber drei Halbchancen zum Ausbau der Führung.

Jetzt waren auch die Panzerechsen im Spiel angekommen. Dan Heilman klaute sich an der Mittellinie die Scheibe und legte zu Daniel Jun quer, der am Torwart hängen blieb (11.). Doch dann stellten sich wieder ungenaue oder leichtsinnige Pässe wie beim ersten Gegentreffer ein. Vrba scheiterte zunächst nach feiner Einzelleistung an Philipp Schnierstein, doch nur eine halbe Minute später war er erfolgreich.

Während die Alligators einen Wechsel vollzogen, tauchte er fast ungestört vor dem gegnerischen Gehäuse auf und erzielte das 0:2 (16.). Bei einem abermaligen Konter drohte den Gastgebern sogar der dritte Gegentreffer (20.). Mit einer erneuten Zwei-Minuten-Strafe gegen Becker wegen Beinstellens wurde Höchstadt in die Drittelpause entlassen. Zeit, um den seit 90 Sekunden herumliegenden Schläger eines Schönheiders wegzuräumen und für Jun, seine Mitspieler aufzuwecken.

Tatsächlich kamen die Höchstadter hellwach aus der Kabine: Michal Petrak spielte auf Ales Kreuzer, der aus halblinker Position flach abzog und den Anschluss herstellte (21.). Als die Alligators eine Vier-gegen-Fünf-Situation überstanden hatten, begannen sie eine Drangphase mit Chancen im Minutentakt. Doch nicht Thilo Grau, Jiri Ryzuk oder Daniel Sikorski trafen, sondern Becker staubte nach Jenkas Schuss zum 1:3 ab (35.). Und als Ryzuk wegen hohen Stocks vier Minuten raus musste, sah er von der Strafbank das 1:4 durch Trolda (38.).

Der letzte Durchgang begann erneut glänzend für die Hausherren: Petrak wurde schön frei gespielt und leitete die Höchstadter Aufholjagd ein. "Ein typisches Powerplay-Tor", sagt Hobner. Doch die Sensation ließ auf sich warten, Schönheide blieb gefährlich. Kostourek hätte dem HEC bei einem Entlastungsangriff den Stecker ziehen können (48.).

Die Panzerechsen glaubten an ihre Chance. Erst recht, als Becker wegen Schiedsrichterbeleidigung eine Zehn-Minuten-Strafe aufgebrummt wurde. Rousek bekam den Puck aus Richtung Bande zugespielt und hatte aus kurzer Distanz keine Mühe, diesen zum 3:4 zu versenken (50.).

Mit einem Ping-Pong-Tor besorgte Sikorski den Ausgleich: Sein Schuss wurde von zwei Gästespielern unhaltbar für deren Goalie abgefälscht (52.). Schließlich verwerte Kreuzer einen Pass in die Spitze zum Siegtreffer. Die Herausnahme des Torwarts brachte dem EHV nichts mehr.