Die Rivalität zwischen den Höchstadt Alligators und dem ECDC Memmingen hat über die Jahre nicht nachgelassen. Das war auch am Freitagabend in der Zwischenrunde der Eishockey-Bayernliga wieder deutlich zu spüren. Der HEC legte vor, ließ sich dann fast die Butter vom Brot nehmen, legte den Schalter aber rechtzeitig wieder um, um im Schlussdrittel ein echtes Feuerwerk abzubrennen.

Höchstadter EC - ECDC Memmingen 6:4

Die Kontrahenten lieferten sich vom Start weg ein offenes Duell, bei dem die Alligators nach und nach die Spielführung an sich rissen und sich ab der 4. Minute im Drittel der Gäste festsetzten. Nachdem Daniel Jun noch aus aussichtsreicher Position vergeben hatte, wurden die Bemühungen des HEC belohnt: Patrik Dzemla zog aus zentraler Position ab, und während den Höchstadter Fans der Jubel im Hals stecken blieb, weil es so aussah, als hätte Goalie Niemz den Handschuh noch rechtzeitig auf die Scheibe bekommen, entschied der Schiedsrichter auf Tor - der Puck hatte die Linie wohl schon vorher passiert (7.).
Doch die Freude währte nicht lang. Die Gastgeber brachten sich durch zwei Zeitstrafen kurz hintereinander in doppelte Unterzahl. Und das wussten die Indians zu nutzen: Vanek verwandelte aus spitzem Winkel ins lange Eck (10.), und weil das so einfach aussah, hielt Tenschert Sekunden später von der blauen Linie drauf - 1:2 (11.). Die Alligators waren geschockt, brachten in den Folgeminuten nur wenig Konstruktives zusammen, mussten stattdessen zwei-, dreimal Kopf und Kragen riskieren, um nicht noch höher in Rückstand zu geraten. Erst in der 15. Minute wurde es mal wieder gefährlich. Doch Ales Kreuzer vergab, und weil auch die anschließende Überzahl nichts einbrachte, blieb der Ausgleich vorerst nur Wunschdenken.

Gäste nehmen Geschenke dankend an

Auch nach dem Seitenwechsel taten sich die Gastgeber schwer, die Indians hatten zunächst die besseren Szenen. Das änderte sich mit dem starken Auftritt von Simon Knaup und Daniel Sikorski (26.), der zwar nichts einbrachte, aber die Initialzündung für eine Höchstadter Druckphase war: Im Getümmel vor dem Memminger Tor stocherte Martin Vojcak den Puck zum Ausgleich ins Netz (30.) Nun hatte man den Eindruck, als würde Höchstadt wieder Herr der Lage. Doch weit gefehlt. Einen unglücklichen Puckverlust nutzte Kozlovsky zum Solo, das er mit dem 2:3 krönte, und acht Sekunden später folgte gleich noch so ein Ding - diesmal war es Baker, der Glaser im Eins-gegen-Eins alt aussehen ließ.
Der HEC musste reagieren und schickte Philipp Schnierstein zwischen die Pfosten, der sich mit einem Safe gleich gut einfand. Und auch vorn trauten sich die Panzerechsen wieder etwas: In Überzahl versagten Thilo Grau und André Lenk zunächst noch die Nerven, dann bediente Vojcak den gut postierten Tomas Urban, dem der Anschlusstreffer gelang (36.).

Das Spiel kennt nur noch eine Richtung

Höchstadt war nun endlich wieder Herr im eigenen Haus, was auch im Schlussdrittel deutlich zu merken war. Gerade 16 Sekunden waren gespielt, da markierte Stütz den inzwischen wieder verdienten Ausgleich. Allerdings hatte er Glück, dass der von Niemz abgewehrte Puck von einem Memminger ins Tor sprang. Drei Minuten später war es Urban, der den HEC mit Hilfe von Pertls Hand in Führung schoss.
Jetzt spielten nur noch die Höchstadter. Urban riss mit einem Pfosten-Hammer das Memminger Tor aus der Verankerung, wenig später scheiterte auch Kreuzer am Stahl. Die Indians nahmen als letzte Maßnahme, um noch gegenzusteuern, den Goalie vom Eis (58.). Doch der HEC ließ sich nicht beirren, und 15 Sekunden vor Schluss machte Kreuzer mit einem Empty-Net-Goal alles klar.

Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC - ECDC Memmingen 6:4 (1:2, 2:2, 3:0)

Höchstadter EC: Tor: Glaser (33. Schnierstein); Verteidigung: Stütz/Sikorski, Knaup/Babinsky, Kaczmarek;
Angriff: Jun/Grau/ Urban, Vojcak/Dzemla/Kreuzer, Tratz/Lenk/Hiendlmeyer

ECDC Memmingen: Tor: Niemz, Reichelmeir; Verteidigung: Hoffmann, Stotz, Tenschert, Schirrmacher, Jainz, Piotrowski; Angriff: Pertl, Baker, Arnold, Pfalzer, Rott, Schweiger, Krafczyk, Kozlovsky, Vanek

SR: Martin Grech, Petr Fiala, Jan Kaderabek
Zuschauer: 663

Tore: 1:0 Dzemla (7.), 1:1 Vanek (10.), 1:2 Tenschert (11.), 2:2 Vojcak (30.), 2:3 Kozlovsky (32.), 2:4 Baker (32.), 3:4 Urban (36.), 4:4 Stütz (41.), 5:4 Urban (43.), 6:4 Kreuzer (60.)
Strafzeiten: 10 / 12