Zur Pause führten die Erlanger noch knapp, hatten aber letztendlich mit einem Punkt das Nachsehen. Gegen unkonventionell aufspielende Nordlichter verlor der HC nach starkem Beginn nach und nach den Faden, kämpfte sich wieder ins Spiel zurück und gab dann am Ende das mögliche Unentschieden doch noch aus der Hand. "Das war schon bitter", bilanzierte Erlangens Trainer Frank Bergemann nach der Partie.

SV Henstedt-Ulzburg - HC Erlangen 25:24

Als es nach 21 Minuten 10:6 für den HC stand, dachten nicht wenige Zuschauer, dass dies eine klare Angelegenheit für die Hugenottenstädter werden würde. Zu gut hatte man sich vor allem in der Abwehr auf das besonders schnelle Tempospiel der Norddeutschen eingestellt. Immer wieder und ohne Rücksicht auf eigene Verluste drückte Henstedt-Ulzburg mit Vehemenz auf die Nahtstellen der HC-Abwehr. "Wir hatten uns vorgenommen, dass wir uns von dieser Hektik nicht anstecken lassen würden und wollten kontinuierlich das Tempo aus dem Spiel nehmen. Diese Linie haben wir nach der 20. Spielminute leider verloren", erklärte Bergemann. So spielte der HC dann auch im Angriff zunehmend unüberlegt, vergab klare Torchancen und als der Vorsprung schmolz, ließ auch noch die Konzentration in der Defensive nach. Die beiden eingesetzten Keeper Selke und Bayerschmidt wurden von ihrer Abwehr das eine oder andere Mal im Stich gelassen, als es den SV-Shootern immer wieder gelang, aus weniger als neun Metern beherzt durchzuziehen. "Die Abwehr war nicht so präsent, wie es nötig gewesen wäre", erkannte Bergemann. Ein kleiner Teufelskreis war entstanden, der Sand in Abwehr und Angriff gleichermaßen brachte.

Gäste kämpfen sich aufopferungsvoll zurück

Einmal mehr war es bewundernswert, wie der personell dezimierte Kader - neben Rasmus Hansen hatte auch Daniel Pankofer die lange Reise verletzungsbedingt nicht mitmachen können - niemals aufsteckte und sich aufopferungsvoll zurück in die Partie kämpfte. Vor allem der junge Niko Link zeigte Herz und Mut, als er aus dem Rückraum zunehmend Verantwortung übernahm und gegen die 6:0-Abwehr der Schleswig-Holsteiner für die wichtige Gefahr aus dem Rückraum sorgte. Insgesamt sechs Feldtore konnte er erzielen.
So hatte der HC nach 51. Spielminuten mit dem 19:18 durch Moritz Weltgen wieder alle Chancen und Trümpfe in der Hand. Doch zwei verworfene Konter und die daraus resultierenden postwendenden Gegentreffer brachten den HC wieder ins Hintertreffen. Doch folgte die Spieldramaturgie einer eher unglücklichen Regie, als der HC beim 24:25 eine Minute vor Schluss selbst in Ballbesitz kam, es dann aber nicht mehr schaffte, den verdienten Ausgleich zu erzielen. Es war wie verhext.
"Heute haben wir alles falsch gemacht, was uns gegen den Bergischen HC und Hildesheim ausgezeichnet hat. Wir haben es nicht geschafft, unser Spiel durchzuziehen, haben uns von der Hektik anstecken lassen und den gegnerischen Keeper phasenweise warm geworfen", lautete Bergemanns Fazit.