Die Mission Klassenerhalt ist geschafft: Der FSV Großenseebach der für das Relegationsspiel in Poxdorf zahlreiche Schlachtenbummler mobilisiert hatte, belohnte sich für eine starke Rückrunde, siegte mit 2:0 und darf in der kommenden Saison in der Kreisliga kicken. "Wir waren von Anfang an überlegen und haben verdient gewonnen. Osternohe hat in den gesamten 90 Minuten nur zweimal aufs Tor geschossen", erklärte ein zufriedener FSV-Spielertrainer Udo Prell, dessen Team aber erst nach der Pause richtig zielte.

SV Osternohe - FSV Großenseebach 0:2

Fünf Minuten brauchte der abstiegsbedrohte Kreisligist aus Großenseebach, um die Kontrolle zu übernehmen. Angetrieben von Spielertrainer Udo Prell kombinierte sich der FSV recht sicher durchs Mittelfeld und arbeitete sich langsam Richtung Osternoher Tor vor. Der agile Rene Rattmann macht viel Betrieb, doch der entscheidende Pass in die Gefahrenzone gelang auch ihm nicht. Großenseebach diktierte das Geschehen, ließ hinten so gut wie nichts zu, doch den rund 550 Zuschauern schwante langsam, warum der FSV um den Klassenerhalt zittern musste. Es fehlte - wie schon die ganze Saison über - schlichtweg ein Knipser. Denn kaum am 16er angekommen, waren die Seebacher Angreifer mit ihrem Latein am Ende. Distanzschüsse waren die Folge, die mal mehr, mal weniger knapp das Osternoher Gehäuse verfehlten. SV-Keeper Jörg Enhuber war so gut wie nicht gefordert. Bei zwei Freistoß-Pfunden, die Großenseebachs Spielertrainer Udo Prell gekonnt und kraftvoll mit dem Außenrist um die Mauer zirkelte (10., 40.), bekam er aber die Fäuste rechtzeitig hoch und hielt das Unentschieden zur Pause fest.

Großenseebach sucht die Entscheidung

Doch auch nach dem Seitenwechsel blieb Großenseebach am Drücker, Prell trieb seine Mannen auf dem guten Poxdorfer Rasen, der sich wie ein Teppich unter den Spielern ausbreitete, unentwegt nach vorm. Zwar prüfte zunächst Lindwurm auf der Gegenseite Keeper Weiser, dann jedoch war der FSV dran. Osternohe hatte nach einem Handspiel Glück, das der gut leitende Schiedsrichter Christoph Stühler nicht auf den Punkt zeigte, dann vergab Christian Müller eine gute Gelegenheit. In der 57. Minute war eben jener aber zur Stelle: Jakobs tankte sich über außen durch und passte auf Müller, der sich die Chance zum 0:1 nicht entgehen ließ. Eine Antwort der Osternohe blieb zunächst aus, der Zweite der Kreisklasse 4 wirkte kraftlos. Stattdessen versuchten Rattmann und der unermüdliche Müller, den Sack zuzumachen, scheiterten aber. Das hätte sich beinahe gerächt, als Lochner nach einer Ecke an den Ball kam. Doch Prell rettete für den schon geschlagenen FSV-Keeper Weiser. Großenseebach kam mit den 27 Grad Außentemperatur gut zurecht - der neue Trainer hat wohl vor allem im körperlichen Bereich gute Arbeit geleitet - und suchte die Entscheidung. Müller legte im Strafraum zurück auf Mario Aschenbrenner, der aus 18 Metern knochentrocken draufhielt und den Ball unhaltbar zum 0:2 in den Maschen unterbrachte (82.). Damit war die Partie gegessen, denn der SVO schaffte es in der Schlussphase nicht mehr, noch einmal zuzulegen, selbst in der vierminütigen Nachspielzeit wollte dem Kreisklassisten, der im kommenden Jahr einen neuen Angriff auf das Fußball-Oberhaus des Kreises Erlangen/Pegnitzgrund starten muss, nichts mehr gelingen.

Keiner hatte den FSV mehr auf der Rechnung

"Ich hab immer an diese Mannschaft geglaubt, sonst hätte ich sie im Winter nicht übernommen. Dass wir den Klassenerhalt geschafft haben, ist trotzdem ein kleines Wunder", erklärte Udo Prell nach dem Abpfiff. Mit zehn Punkten Rückstand auf das rettende Ufer habe sein Team in jedem Rückrundenspiel enorm unter Druck gestanden. "Uns hatte eigentlich keiner mehr auf der Rechnung, aber wir haben nicht aufgeben, jeder Spieler hat in den letzten Monaten kontinuierlich hart gearbeitet. 23 Punkte in der Rückrunde sind der deutliche Beweis für die Kreisliga-Tauglichkeit der Mannschaft, die im Großen und Ganzen so zusammenbleiben wird", betonte Prell. Bevor es am 8. Juli wieder mit dem Trainingslager losgeht, wird ein Teil der Mannschaft auf Mallorca aber erstmal den Klassenerhalt ordentlich begießen.