Viele hatten nach dem 1:6 zum Viertelfinal-Auftakt nicht geglaubt, dass der Höchstadter EC in der Eishockey-Bayernliga in diesem Jahr die Runde de letzten Vier erreichen könnte. Doch das Team von Daniel Jun meldete sich eindrucksvoll zurück, schlug den HC Landsberg gestern Abend zum dritten Mal nacheinander und darf nun erneut vom Finale träumen.


HC Landsberg - Höchstadter EC n.V. 2:3

Die Gäste machten in einer flotten Begegnung zunächst den besseren Eindruck und wollten zeigen, dass sie den Halbfinal-Einzug perfekt machen wollten. Dann aber setzten die Hausherren nach einem abgewehrten Schuss von Markus Babinsky einen Unterzahl-Konter, den Sturm mit der ersten richtigen Chance zum 1:0 nutzte.

Doch der HEC war davon wenig beeindruckt und schlug in doppelter Überzahl sofort zurück: Ales Kreuzer staubte nach einem Schuss von Tomas Urban zum Ausgleich ab, Sekunden später tauchte Daniel Sikorski allein vor Goalie Schedlbauer auf und schob zum 1:2 ein. Die nächste Szene wirkte sich dann negativ auf das Spiel der Gäste aus. Jiri Ryzuk wurde vom Puck getroffen, ging stark blutend zu Boden, musste minutenlang auf dem Eis behandelt werden und konnte nicht mehr mitwirken.
Nachdem das Eis neu bereitet war, taten sich die Panzerechsen schwer ihren Rhythmus wiederzufinden. Die Riverkings nahmen das Heft in die Hand und erspielten sich einige Chancen. Die beste vergab Schmelcher in der 16. Minute, doch zehn Sekunden vor der Drittelpause machte er es besser.

Im Powerplay zog er von Rechtsaußen ab und hämmerte den Puck passgenau links oben ins Tor.


Kein geordneter Spielaufbau

Das zweite Drittel war für die mehr als 1100 Zuschauer alles andere als ein Augenschmaus, das Niveau der Partie war eines Play-off-Viertelfinales nicht würdig. Viele Fouls, viele Strafen und Unterbrechungen prägten das Bild. Beide Mannschaften es nicht, einen geordneten Spielaufbau zu organisieren, verzettelten sich in Einzelaktionen, agierten hektisch und zerfahren. Die Alligators konnten sich nur rühmen, in der Defensive so gut wie nichts zuzulassen. Eine Hereingabe, die Reuter knapp verpasste (31.), war die einzige Ausbeute der Gastgeber.

Auf der anderen Seite hatte Sven Gäbelein mit einem Schuss kein Glück (27.), Babinsky traf nur den Pfosten (40.). Pech für die Alligators, dass auch Martin Vojcak nach einem Stockschlag verletzt vom Eis musste.


In Überzahl geht es in die Verlängerung

Doch der Leistungsträger kehrte für die letzten 20 Minuten wieder auf das Spielfeld zurück und versuchte, Impulse zu geben. Zur Freude des Publikums stand nun auch wieder Eishockey im Vordergrund, beide Teams suchten die Entscheidung. Der HEC stand hinten weiter sicher und ließ kaum etwas zu. Bei Schüssen von Reuter, Kerber (48.) und Schmelcher (51.) war HEC-Schlussmann Philipp Schnierstein zur Stelle.

Auf der anderen Seite lenkte Schedlbauer einen Schuss von Stephan Hiendlmeyer gerade noch so über die Latte (49.), Sikorski traf nur den Pfosten (52.).
Nun ging es hoch her im Landsberger Eisstadion, keiner der Kontrahenten wollte es unbedingt auf eine Verlängerung ankommen lassen. Die Alligators mussten nun zweimal zwei Minuten Unterzahl überstehen, verteidigten aber erneut gut und hielten sich schadlos. Allerdings hatten sie so kaum Gelegenheit für Entlastungs-Angriffe, und es ging in die Verlängerung.
Dort gab Sikorski gleich einen Warnschuss ab (62.), und nachdem der HEC eine Auszeit für eine taktische Neuausrichtung genommen hatte, rückte der Kapitän erneut in den Fokus: Im Powerplay kam er wenige Meter vor dem Landsberger Tor an die Scheibe und bugsierte diese in den Winkel (62.). Damit war klar: Höchstadt steh erneut im Halbfinale.


Die Statistik zum Spiel

HC Landsberg - Höchstadter EC n. V. 2:3 (2:2, 0:0, 0:0)

HC Landsberg: Tor: Schedlbauer, Falkenberger; Verteidigung: Schmelcher, Barnsteiner, Maag, Arnold, Geisberger, Wedl, Turner, Ott; Angriff: M. Fischer, D. Kerber, Gallo, Reuter, S. Kerber, Arnold, M. Kerber, Hauck, T. Fischer, Juhasz, Sturm

Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Fous; Verteidigung: Stütz/Sikorski, Ryzuk/Babinsky, Kaczmarek;
Angriff: Jun/Urban/Kreuzer, Vojcak/L. Lenk/ Gäbelein, Tratz/Hiendlmeyer/ Dzemla, Seelmann

SR: Florian Gschwendtner, Jiri Racek, Michael Walter

Zuschauer: 1146

Tore: 1:0 Sturm (7.), 1:1 Kreuzer (7.), 1:2 Sikorski (7.), 2:2 Schmelcher (20.)

Strafzeiten: 18 + 10 (M. Kerber) / 20