Grenzenloser Jubel nach dem Endspiel am Kieferndorfer Weg: Die Höchstadter Alligators mussten ihre letzte Vorrundenpartie in der Eishockey-Bayernliga gestern Abend unbedingt gewinnen, um das Ticket für die Zwischenrunde zu lösen, und begeisterten die 600 Fans auf den Rängen, die ihr Team schon zehn Minuten vor der Schlusssirene frenetisch feierten. Mit dem 7:2 über Germering belohnte sich die Mannschaft aus dem Aischgrund für eine insgesamt gute Saison, in der einige Fortschritte gegenüber dem Vorjahr zu erkennen waren. "Wir sind glücklich, zufrieden und erleichtert. Jetzt ist alles möglich", frohlockte HEC-Pressesprecher Martin Steinau unmittelbar nach dem Abpfiff. Spielertrainer Daniel Jun hob die geschlossene Mannschaftsleistung hervor. Seine Spieler hätten nach der Pleite in Haßfurt den Kopf zum Glück schnell wieder freibekommen. "Wir haben es allen Kritikern zum Trotz in die Play-offs geschafft, das macht mich unheimlich stolz", erklärte Jun. In die Zwischenrunde startet der HEC bereits am kommenden Freitag beim ESC Dorfen.

Höchstadter EC - Wanderers Germering 7:2

Der Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, um die Play-offs aus eigener Kraft sicher zu haben, hemmte die Alligators zu Beginn, und so agierten sie zunächst abwartend gegen die Wanderers, die ihrerseits nichts zu verlieren hatten. Dann aber ergriff der HEC die Initiative, Martin Vojcak, Daniel Sikorski und Petr Gulda hatten die besten einer ganzen Reihe von Chancen, die teils zu überhastet vergeben wurden. Marc Kaczmarek eroberte dann den Puck und setzte Daniel Jun in Szene. Der passte zurück zu Ryan Cornforth, dessen scharfer Schuss zum 1:0 einschlug (9.).
Höchstadt verpasste es in der Folge, zu erhöhen, und geriet in Unterzahl, was Jeske eiskalt nutzte: Der Germeringer Stürmer setzte sich energisch durch und traf im Nachschuss zum Ausgleich (12.). Aber die Alligators ließen sich nicht aus der Bahn werfen, machten weiter Druck. Doch wie schon am Freitag in Haßfurt ließ die Chancenverwertung zu wünschen übrig, und so dauerte es bis zur 20. Minute, bis ein abgefälschter Schuss von Tomas Urban zum 2:1 in den Maschen zappelte.
Das zweite Drittel begann überragend. Gerade zwölf Sekunden waren gespielt, da gewann Jun einen Bully und setzte postwendend Stephan Hiendlmeyer ein, der zum 3:1 vollstreckte. Und ab da lief es einfach rund für den HEC. Goalie Philipp Schnierstein hielt bei den wenigen Vorstößen der Gäste seinen Kasten souverän sauber, vorn fielen endlich die Tore: Urban fälschte bei Höchstadter Powerplay einen Sikorski-Schuss zum 4:1 ab (31.). Cornforth, der sich zum Offensiv-Verteidiger mausert, nutzte zwei Minuten später bei angezeigter Strafe gegen Germering die Verwirrung im Slot und legte den fünften Treffer nach.
Dann war aber erstmal Schluss mit dem Angriffswirbel, denn Höchstadt kassierte viele Zeitstrafen - auch für Nichtigkeiten. Doch Germering wusste mit den Überzahl-Situationen gegen taktisch gut ausgerichtete Aischgründer nichts anzufangen. Stattdessen wurde der sechste HEC-Treffer bejubelt, den Schiedsrichter Wittmann aber nicht gab. Trotzdem stand die Tür zu den Play-offs zu diesem Zeitpunkt schon himmelweit offen.
Da störte es auch nicht, dass im Schlussdrittel aufgrund vieler Strafen wieder kaum Spielfluss aufkam. Germering agierte ganze vier Minuten in doppelter Überzahl, was Jeske zum 5:2 nutzte (52.), doch wenig später machte Richard Stütz den Weg für Urban frei, der den alten Abstand wiederherstellte (55.). Nun ging es munter hin und her, und in der Schlussminuten setzte der HEC über den starken Daniel Goblirsch noch einen Konter, den Jun mit einem Schuss von der blauen Linie, der sehenswert im Winkel einschlug, zum 7:2-Endstand abschloss.

Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC -Wanderers Germering 7:2 (2:1, 3:0, 2:1)

Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Glaser; Verteidigung: Stütz/Sikorski, Cornforth/Babinsky, D. Goblirsch;
Angriff: Jun/Hiendlmeyer/Urban, Gulda/Vojcak/Dzemla, Tratz/Grau/ Kaczmarek, Meyer

Wanderers Germering: Tor: Klein, Reisinger; Verteidigung: Jeske, Sams Götz, Bahner, Ravensberg;
Angriff: Czaika, May, Rossi, Sohr, Ott, Nuss, S. Goblirsch, Casaccio

SR: Roland Wittmann, Marius Voigt, Marlon Walter
Zuschauer: 600

Tore: 1:0 Cornforth (9.), 1:1 Jeske (13.), 2:1 Urban (20.), 3:1 Hiendlmeyer (21.), 4:1 Urban (31.), 5:1 Cornforth (33.), 5:2 Jeske (52.), 6:2 Urban (55.), 7:2 Jun (60.)
Strafzeiten: 20 + 10 (Babinsky) / 12 + 10 (Bahner)