Es läuft wieder, zwar etwas ruckelig, aber es zählen erstmal nur die nackten Punkte: Nach dem Heimsieg im Nachholspiel am Samstag gegen Pfaffenhofen kratzte der Höchstadter EC auch beim gestrigen 7:5-Sieg in Nürnberg sämtliche Punkte von der Eisfläche - allerdings nicht vom Eis aus der großen Arena. Da wollte Höchstadt (inklusive seiner rund 250 mitgereisten Fans) zwar gerne hin, sie durften aber nicht. Wegen Sicherheitsbedenken wurde das Spiel kurzerhand in die kleine Halle nebenan verlegt. Eine Entscheidung, welche bei den HEC-Verantwortlichen auf kein allzu großes Verständnis traf. Sei's drum. Nach der Schlusssirene war auch dieses Thema vergessen. Da feierten nur die HEC-Fans: ausgelassen, lautstark, friedlich - und vor allem erleichtert.

EHC 80 Nürnberg - Höchstadter EC 5:7

So allmählich entwickelt es sich zum Markenzeichen, dass die Alligators erst einmal einem Rückstand hinterherlaufen müssen. Auch gegen Nürnberg war dies nicht anders: Schon nach fünf Minuten war klar, dass Höchstadt den 8:0-Sieg aus dem Hinspiel nicht wird wiederholen können. Zwar gehörten dem HEC die Anfangsminuten - und eigentlich auch die gesamte Spielzeit. Als Keeper Glaser aber den Puck nicht unter Kontrolle brachte, nutzte dies Patrick Hörl zum 1:0 aus. Die Alligators schüttelten sich aber nur kurz in ihren Panzern und schnürten Nürnberg weiter im eigenen Drittel ein. Der EHC konnte sich kaum befreien, da war es nur eine Frage der Zeit, bis es im Kasten klingelte. Einen Abpraller bugsierte Tomas Urban irgendwie per Hechtsprung über die Torlinie - das überfällige 1:1 war gefallen (13.). Urban, schon gegen Pfaffenhofen mit einer Sahneleistung aufgefallen, sollte auch beim 2:1 eine gewichtige Rolle spielen: Im Spielaufbau luchste er den Nürnbergern den Puck ab, passte von hinter dem Tor auf Neuzugang Dzemla, der 40 Sekunden vor Drittelende auf 2:1 erhöhte. Pause. Kraft sammeln.

Nun galt es natürlich, die Führung im Mitteldrittel schnell auszubauen. Eine Aufgabe, die Dzemla im Eiltempo erledigte: Nach nicht einmal 20 absolvierten Sekunden war es der abermals starke Neuzugang, der das 3:1 markierte. Als Andre Lenk in der 23. Minute zum 4:1 erfolgreich war, wuchs auf EHC-Seite der Groll. Das Spiel wurde beidseitig ruppiger, die angebotene Aggressivität erwiderte Höchstadt ebenso hart. Die Folgen: Umstrittene Fünf-Minuten-Strafen gegen Cornforth (24./Stockstich) und Vojcak (29./Check von hinten) sowie der unverdiente 2:4-Anschlusstreffer durch Hahn (29.). Stütz traf in der 34. Minute zwar zum 2:5. Anstatt die Drei-Tore-Führung abzusichern, wollte der HEC mehr, fing sich aber einen dummen Konter und ein ebenso unnötiges Tor durch Carsten Hörl (35.) zum 3:5 ein.

Die Alligators durften sich also auf kampffreudige Nürnberger im Schlussabschnitt einstellen. Und so kam es auch: Reiser brachte Nürnberg auf 4:5 heran (43.), Härtlein glich sogar zum 5:5 (45.) aus - ein angesichts des Spielverlaufs lächerliches Ergebnis. Das dachten sich auch Stütz und Jun, die per Doppelschlag (47./49.) das 7:5 erzielten und Nürnberg den Zahn zogen. Nun aber endgültig.

Bitterer Beigeschmack: Auch Sikorski erhielt eine Spieldauerstrafe und wird wie Cornforth und Vojcak am Freitag im Heimspiel gegen Lindau fehlen.