Die SpVgg Mühlhausen hat die Mühlen der Relegation überstanden und steigt nach dem zweiten Sieg im dritten Ausscheidungsspiel in die Bamberger Fußball-Kreisklasse auf. Noch länger nachsitzen musste die SpVgg Jahn. Der Landesliga-Vizemeister setzte sich in der dritten Runde beim SC Feucht mit 4:2 durch und folgt dem FSV Erlangen-Bruck in die Bayernliga. Das Hinspiel hatten die Forchheimer mit 1:2 verloren.

Deutlich schneller ging es für Möhrendorf. Der ASV bezwang Sittenbachtal klar mit 3:0 und ist erstmals seit 19 Jahren Kreisligist. Einen Schritt näher an der Kreisklasse ist der ASV Weisendorf II. Nach dem klaren Erfolg gegen Pegnitz tritt die Reserve am Mittwoch gegen die zweite Mannschaft aus Diepersdorf an. Doch selbst bei einem weiteren Sieg ist der Weisendorfer Doppelaufstieg noch nicht in trockenen Tüchern. Der BSC Erlangen hat nach einem spektakulären 5:4 gegen Neunhof II ein Freilos.

Der ASV Herzogenaurach verspielte gegen Dürrbrunn II in den letzten Minuten eine 3:1-Führung und unterlag in der Verlängerung. Den nächsten Anlauf zum Sprung in die A-Klasse unternimmt das Team am Freitag gegen den SC Auerbach.


Relegation zur Bezirksliga: SC Adelsdorf - DJK Weingarts n.E. 4:2

Alle waren sie nach diesem Spiel fix und fertig: die Spieler, die Trainer und sicherlich auch die Zuschauer. Für Menschen mit schwachen Nerven war das, was sich auf dem Platz abspielte, jedenfalls nichts. Über 120 Minuten inklusive Elfmeterschießen lieferten sich der SC Adelsdorf und die DJK Weingarts einen packenden Kampf vor dieser gewaltigen Kulisse. In mehreren Reihen drängten sich die zahlreich erschienen Zuschauer rund um das TSV-Gelände. Der Andrang an den Kassenhäuschen war so groß, dass der Anpfiff erst mit zehnminütiger Verzögerung erfolgen konnte.

Vielleicht war es den vielen Augen am Spielfeldrand geschuldet, womöglich auch den hohen Temperaturen - jedenfalls brauchten beide Mannschaften, um richtig im Spiel anzukommen. Großchancen gab es erst gegen Ende des Abschnitts: Michael Stenglein traf aus der zweiten Reihe die Adelsdorfer Latte (43.), Tim Lausen scheiterte fast im Gegenzug per Fernschuss am DJK-Keeper.

Dafür ging es nach Wiederanpfiff munter los. Johannes Markus drang von der Eckfahne kommend in den Strafraum ein, ließ einen Gegenspieler stehen und passte nach innen, wo das Leder unglücklich durch Michael Antes zum 1:0 für Adelsdorf abgefälscht wurde (47.). SC-Coach Manfred Dedaj setzte nicht auf Ergebnisverwaltung, sondern brachte nun Torschützenkönig Pascal Benes. Chancen wechselten sich ab, ein Tor wollte aber bis zur 90. Minute nicht fallen. Dann lief schon die Nachspielzeit, als Weingarts rund 20 Meter vor dem Tor einen Freistoß zugesprochen bekam. Antes trat an und zirkelte den Ball mit viel Gefühl über die Mauer ins kurze Eck - 1:1. Es ging in die Verlängerung.

Obwohl das Spiel bis dato schon viel Kraft gekostet hatte, wollten beide Teams die Entscheidung und erspielten sich Chancen. Nachlassende Kräfte und eine sinkende Konzentration machten sich aber in den Abschlüssen bemerkbar. Und dann, in den allerletzten Sekunden des Spiels, stand Philipp Nagengast nach einem Querpass urplötzlich komplett frei vor dem Kasten. Der Keeper lag schon auf dem Boden, Nagengast hämmerte das Spielgerät aber an die Unterkante der Latte, der Ball klatschte in der Nähe der Linie auf. Drin oder nicht? In der Realgeschwindigkeit kaum auszumachen, die Weingartser reklamierten kurz, das Gespann um Schiedsrichter Johannes Lorenz ließ aber weiterspielen.

Kurz danach war Schluss, also ab in die Elfmeter-Lotterie. Zum Helden des Tages sollte schließlich jemand werden, den vor Anpfiff wohl keiner auf der Rechnung hatte: Im Tor der Adelsdorfer stand mit Christian Enk zur großen Überraschung ein Mann, der in dieser Spielzeit noch keinen Einsatz - auch nicht in der Reserve - vorzuweisen hatte. Stammkeeper Markus Eckert fehlte verletzt. Spätestens im Elfmeterschießen rechtfertigte Enk jedoch seine Nominierung: Drei Elfmeter der Weingartser machte der 29-Jährige zunichte, er parierte die Schüsse von Florian Erlwein, Antes und Nagengast. Nur Jonas Haller traf für die DJK. Auf der anderen Seite verwandelten Benes, Daniel Brenner und Joscha Reichold bei einem Fehlschuss von Tim Lausen.

Während die Weingartser schwer enttäuscht zu Boden sanken, feierten die Adelsdorfer ausgelassen. "Ich bin megastolz auf die Jungs", so SC-Coach Dedaj, während Arne Schmidt auf DJK-Seite die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben stand. "Das ist so bitter, mir tut es besonders für die Jungs unendlich leid. Trotzdem geht mein Glückwunsch natürlich an Adelsdorf." uwke


Relegation zur Kreisliga: ASV Möhrendorf - SpVgg Sittenbachtal 3:0

Aufgrund einer starken kämpferischen Leistung gewann der ASV hochverdient gegen enttäuschende Sittenbachtaler, die die "Gelb-Schwarzen" in den 90 Minuten lediglich mit vielen Fouls stoppen konnten. "Der Gegner hat sehr hart gespielt", fand auch Trainer Heinz Halmer. Die SpVgg leistete sich nicht nur Fouls, sondern auch entscheidende Fehler. Den ersten Treffer erzielte Florian Bauer, der ein Missverständnis eines Innenverteidigers mit dem eigenen Torwart nutzte und den Ball mit dem Kopf über den viel zu weit vor seinem Tor stehenden Schlussmann lupfte (23.).

Das 2:0 war ähnlich kurios. Erneut waren sich die beiden Akteure uneins. Dieses Mal profitierte Johannes Müller, der nur noch ins leere Gehäuse einschieben musste (68.). "Wir hatten aber auch ohne die Fehler der Sittenbachtaler unsere Chancen", sagte Halmer. Die Defensive des ASV ließ zudem wenig zu. Die beste Gelegenheit der SpVgg hatte der eingewechselte Markus Näser, der aber am gut reagierenden Keeper Daniel Baumann scheiterte.

Danach machte Johannes Müller - leicht abseitsverdächtig, aber nach einer schönen Kombination - den Deckel mit dem 100. Saisontor drauf (86.). Der Rest ging im Jubel der Möhrendorfer Fans unter. Defensivmann Kilian Bauer: "Wir wussten, dass der Gegner hart spielen würde. Man hat auch gesehen, dass Sittenbach in der Offensive richtig gute Leute hat. Auch wenn die ersten beiden Tore ein bisschen glücklich waren, haben wir verdient gewonnen." "Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Das war die Krönung der Saison", lobte Halmer. BB


Relegation zur Kreisklasse: TSV Neunhof II - BSC Erlangen 4:5

"Heute war alles drin, was sich ein Zuschauer wünscht und was die Relegation ausmacht. Wir Trainer hatten außen gefühlt zig Herzinfarkte, doch nun wird erst einmal gefeiert", erklärte BSC-Trainer Marc Cicek nach der Partie. In Dormitz sahen 350 zahlende Zuschauer zwei offensivfreudige Teams. Defensiv glichen die Abwehrreihen aber einem Selbstbedienungsladen. Den Anfang machte Neunhof. Jan Gruber flankte, Steffen Zametzer schob ein (12.). Die Antwort der Büchenbacher ließ nicht lange auf sich warten. Murtadha Afaili spielte im Strafraum Simon Miller frei, der wuchtig ausglich (18.). Benedikt Wildenauer brachte im Strafraum Zametzer zu Fall, es gab Elfmeter, Geburtstagskind Daniel Keding verwandelte (36.). Mit dem Pausenpfiff schlug der BSC zurück. Afaili schlenzte einen Freistoß sehenswert ins Netz (45.).

Nach dem Wechsel ging es munter weiter. Michael Händel schoss die Erlanger per Elfmeter in Führung (54.), Keding vollendete eine sehenswerte Kombination zum 3:3 (58.). Im direkten Gegenzug besorgte Miller das 3:4 (62.), ehe Nicolas Bögel einen Torwartfehler von Christoph Leisen zum achten Treffer nutzte - 4:4 (69.). Als sich die Zuschauer mit Verpflegung für die Verlängerung eingedeckt hatten, entschied Yassine Chaouch die Partie: Afaili setzte den Spielmacher in Szene, der aus 17 Metern einschoss (85.). Der TSV-Torwart sah bei diesem Tor nicht gut aus. mho


ASV Weisendorf II - FC Pegnitz 5:1

"Als klar war, welche Teams an der Relegation teilnehmen, wollte ich Weisendorf als allerletztes. Ich wusste, was der ASV personell nachschieben kann und habe mich nicht von seinem Abschneiden in der A-Klasse 2 blenden lassen", erklärte Peter Schramm, Trainer des FC Pegnitz. "Wir waren ab der ersten Minute unterlegen."

Vom Anpfiff weg übernahm die mit Kreisliga-Spielern verstärkte Reserve das Kommando. Nach frühen Gelegenheiten für Manuel Wild (3.), Michael Pilz (6.) und Christian Janousek (19.) war es nach 34 Minuten soweit. Jan Rebel brach auf rechts durch und spielte quer, Wild lauerte am zweiten Pfosten und schob ein (34.). Bis zum Pausenpfiff legte der ASV-Express nach. Pilz bediente Rebel, der vor dem leeren Tor wenig Mühe hatte (37.). Als Pilz eine Wild-Vorlage zum 3:0 vollendete, war die Vorentscheidung gefallen (45.).

Im zweiten Abschnitt gelang dem FC rasch der Ehrentreffer. Matthias Kuboth schlenzte einen Freistoß sehenswert ins Kreuzeck (51.). Keeper Lars Oyntzen war noch damit beschäftigt, seine Mauer zu stellen. Eine Pegnitzer Drangphase blieb aus. Wild ließ binnen weniger Minuten einen Doppelschlag folgen (67./69.), ehe der Schiedsrichter die einseitige Partie beendete. "Wir hatten die richtige Mischung auf dem Feld, der Sieg war hochverdient. Nun wollen wir den nächsten Schritt machen", resümierte ASV-Trainer Philipp Kaiser. mho


SpVgg Mühlhausen - SC Kemmern II 2:0

Beide Teams waren Vizemeister einer A-Klasse geworden und hatten bereits zwei Relegationsspiele in den Beinen. Kemmern hatte gegen den SC Bamberg nach 2:0-Führung verloren und den SC Mistendorf in der Verlängerung geschlagen. Mühlhausen musste sich dem FC Thüngfeld im Elfmeterschießen beugen und gewann gegen den VfL Mürsbach nach Verlängerung.

Der SpVgg war auf dem toll präparierten Sportgelände des RSC Oberhaid zu Beginn nicht anzumerken, dass sie bereits 240 Minuten in den Knochen hatte. Schon in der vierten Minute köpfte Jan Kotterer eine Ecke von Patrick Dürst in die Maschen. Kemmern war anfangs im Tiefschlaf. Im Laufe der ersten Halbzeit kam der SCK besser ins Spiel und sicherte sich Feldvorteile, allerdings ohne große Gelegenheiten zu kreieren.

Der zweite Abschnitt brachte mehr offensiven Schwung mit mehr Chancen auf beiden Seiten. Für Mühlhausen scheiterte Michael Stirnweiß zweifach aus kurzer Distanz am starken Torwart Nino Bauer (50./58.) sowie Dürst per Fernschuss am Pfosten (57.). Kemmern bekam nach einer Stunde einen berechtigten Strafstoß, den Torjäger Kevin Ginsel an die Latte knallte. Anschließend traf Maximilian Schnapp per Kopf ebenfalls den Querbalken und Kevin Will vergab den direkten Nachschuss aus sieben Metern (66.).

Als Kemmern risikoreicher agierte, sorgte Dürst auf Vorarbeit von Sebastian Schleicher, der sich zur Grundlinie durchgetankt hatte, für die Entscheidung (84.). So durften die Mühlhausener jubeln, während der SC in der A-Klasse bleibt. Kemmerns Trainer Christian Pfister gratulierte dem siegreichen Gegner, war aber zugleich stolz auf die "klasse Saison".

Die SpVgg hat derweil nur zwei Wochen Zeit, den Aufstieg zu genießen, ehe die Saisonvorbereitung startet. Spielertrainer Matthias Rückel war nach dem "spannenden, engen Spiel" ungemein erleichtert und freute sich darüber, dass "eine harte Zeit gut zu Ende gegangen ist". Nach der obligatorischen Sekt- und Bierdusche ließ die Mannschaft ihren Erfolgscoach hochleben und jubelte mit den per Bus angereisten Fans. trö


Relegation zur A-Klasse: ASV Herzogenaurach - SpVgg Dürrbrunn II n.V 3:5

Daniel Schroff mit einem Heber aus zehn Metern (16.) und Kevin Herrmann per Kopf nach einer Flanke (41.) bescherten dem ASV einen Auftakt nach Maß, doch der Anschlusstreffer von Sebastian Steinbrecher zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt kurz vor dem Seitenwechsel war nicht der letzte Nackenschlag für die Herzogenauracher.

Zwar erhöhte Herrmann für die auch in der zweiten Hälfte besseren Auracher (70.), "doch wir haben nie aufgegeben", sagte Dürrbrunns Abteilungsleiter Christoph Dambietz. Philipp Dicker behielt allein vor dem ASV-Keeper die Nerven (81.) und ein Herzogenauracher rettete in höchster Not mit dem Knie ins eigene Netz (85.) - Verlängerung. Mit dem moralischen Vorteil der Aufholjagd machte Timo Finze (94./120.) dort alles klar und sorgte für den Doppelaufstieg der SpVgg. "Aufstehen, Krone richten und weiter geht's", sagte ASV-Vorsitzende Elke Sowa, die fünf Tage Zeit hat, um ihre Schützlinge für die zweite Chance aufzurichten. rup