Dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper stecken muss, wussten schon die alten Römer. Ganz in diesem Sinne hatte die Mittelschule Herzogenaurach zum zweiten Sportelternabend eingeladen. Über 80 Kinder, Mütter und Väter waren der Einladung in die Turnhalle am Burgstaller Weg gefolgt, um gemeinsam Sport zu treiben. Das Motto der Veranstaltung lautete "Gemeinsam bewegen - ganz alltäglich", und das taten dann die Kinder und Eltern unter der Anleitung von Konrektor Klaus Peter Sunder und Kathrin Marienfeld auch ausgiebig.

"Wir wollen demonstrieren, dass auch mit Alltagsgegenständen Sport getrieben werden kann, wir haben nur in Klebeband und Luftballons investiert", erklärte Kathrin Marienfeld, die zusammen mit Manuela Janisch den Abend organisiert hatte. Im Mittelpunkt standen deshalb vor allem das Mitmachen und der Spaß an der Bewegung. Und so fielen bei manch einem Elternteil die ersten Schweißtropfen schon beim gemeinsamen Warmmachen zu fetziger Musik.

Spiele mit Drainagerohren

Zum Einsatz kamen in der Tat nur Alltagsgegenstände wie Eierschachteln, Zeitungen, Reste von Drainagerohren, Luftballons, Pappteller sowie Tennis- und Tischtennisbälle. "Was wir heute machen, eignet sich auch für daheim oder kann zu Kindergeburtstagen gespielt werden", erklärte Manuela Janisch die Verwendung der alltäglichen Gegenstände.

Für Konrektor Sunder ist es wichtig, dass sich die Kinder wieder etwas mehr bewegen und dabei auch Spaß haben. "Es wäre gerade im IT-Zeitalter von Vorteil, wenn Eltern mit ihren Kindern wieder mehr gemeinsam machen würden", wünscht sich Sunder.

Alles fing ganz harmlos an, die Ganztagesklasse 6b hatte mit ihrer Lehrkraft Kathrin Marienfeld eine Choreographie einstudiert, in die nach und nach alle Anwesenden mit einbezogen wurden. Für viel Gelächter und großen Spaß sorgte das Balancieren von Luftballons auf zusammengeklebten Zeitungen. Die Zeitungsflächen wurden dann immer größer und am Ende mussten die Ballons auf einer großen Fläche in Bewegung gehalten werden. Für Lacher sorgte natürlich immer derjenige, der etwas zu kräftig zog und das Papier zu reißen begann.

"Das sollten wir öfter machen", waren sich Katharina und Lena einig. "Das ist doch lustig, wir sollten das auch im Unterricht machen", meinte Lena. Für Tim war es schon sicher. "Ich denke, der Herr Sunder wird das bald wieder mit uns machen, der hat doch selbst Spaß dabei", war Tim von einer Fortsetzung überzeugt.

Danach verteilten sich die Anwesenden jeweils unter der Anleitung einer Lehrkraft auf vier Stationen. Während die eine Gruppe versuchte, die Tischtennisbälle mit Eierschachteln an die Hallenwand zu schlagen oder die Eierschachteln auf dem Kopf zu balancieren, durfte bei der nächsten Station der Luftballon nicht davon schweben oder zu Boden sinken oder musste zum Platzen gebracht werden.

Squash mit dem Pappteller

In der dritten Gruppe mussten zwei Personen eine Zeitung zwischen sich klemmen und als siamesische Zwillinge einen Parcours durchlaufen. Außerdem galt es, einen Pappteller in Balance zu halten, diesen als Squash-Schläger zu benutzen oder darauf Tischtennisbälle zu balancieren.

In der vierten Gruppe kamen dann die abgeschnittenen Drainagerohre zum Einsatz. Aus dem zu einem "U" gebundenen Drainagerohr musste durch Bewegungen eine Kugel aus dem Rohr gebracht und auch wieder eingefangen werden. Beim "Pipe-Juggling" waren nicht nur fantastische Kunststücke zu sehen, es gab auch viel zum Lachen und die Bälle hüpften im Dutzend über den Hallenboden.

Spaß hatten die mitgekommenen Eltern nach anfänglichem Zögern allemal, sie feuerten sich gegenseitig an und wollten den Kindern in nichts nachstehen. Es zeigte sich, dass auch Väter und Mütter immer noch Spaß am Herumtoben und lustigen Spielen haben. Deshalb war es am Ende auch nicht verwunderlich, dass einige Eltern nachfragten, ob man nicht öfter so einen Elternsportabend durchführen könnte.