Die Kleine geht bald in die Krippe. Heute ist Informationsabend. Aber wohin muss ich nochmal genau?
Der Sozialatlas des Landkreises informiert mit 668 Adressen von Sozialeinrichtungen und Beratungsstellen die Bürger. Seit 1998 gibt es die gedruckte Version, 2006 startete die Webseite sozialatlas-erh.de. Ab sofort gibt es das Sozial-Verzeichnis auch als App für Tablet und Smartphone.

Zielgruppe sind nicht nur Bürger

Der Vorteil: Jetzt kann man auch unterwegs Ansprechpartner, Kontaktdaten und Öffnungszeiten suchen. Praktisch sei die Anwendung auf den mobilen Endgeräten nicht nur für die Bürger, sondern auch für die Mitarbeiter von Sozialdiensten, Krankenhäusern, Schulen und Kindertagesstätten, sagt Markus Hladik, Jugendhilfeplaner und Familienbeauftragter im Landkreis, bei der Vorstellung der Sozialatlas-App im Landratsamt Höchstadt.

Für das Jugendamt, das bei Beratungsterminen vor Ort mittlerweile mit Tablets arbeitet, sei die App ein hilfreiches Nachschlagewerk. "Heutzutage ist es wichtig, alle Kanäle zu bedienen", erläutert Hladik die App, die im Auftrag des Landratsamts für rund 2500 Euro programmiert wurde.

Fachkräfte prüfen die Inhalte

Über Textsuche, Stichwörter oder über eine Ortssuche kann der Nutzer nun die zuständigen Stellen wie Schwangerschaftsberatung, Alzheimerhilfe oder Häusliche Pflege aufrufen. Falls es im Landkreis eine spezielle Anlaufstation nicht gibt, wird von den betreuenden Fachkräften die nächstliegende Beratungsstelle in Erlangen oder Nürnberg eingegeben.

Das Redaktionsteam, zu dem neben Hladik noch Gleichstellungsbeauftragte Claudia Wolter, Brigitte Hartig vom Gesundheitsamt und Alois Ott von der Caritas gehören, prüft vor Veröffentlichung die von den Einrichtungen hochgeladenen Texte, Flyer und Dokumente. Dass es sich bei den Einträgen in das Verzeichnis ausschließlich um nichtkommerzielle Sozialdienste handelt, betont Ott von der Erziehungsberatungsstelle der Caritas. Ähnlich wie in einem Onlineshop zeigt das Programm auch an, was den Nutzer noch interessieren könnte. Über eine Google-Karte navigiert einen das Smartphone dann an den gewünschten Ort.

Landrat Eberhard Irlinger (SPD) ist zwar selbst kein Nutzer der Digital-Technik, freut sich aber trotzdem über das neue Angebot: Ein "äußerst informatives und umfassendes Verzeichnis" sei entstanden, das Hilfesuchenden das soziale Angebot im Landkreis näher bringen werde. Der gedruckte Sozialatlas werde aber trotzdem neben App und Internetseite weiterhin alle zwei Jahre erscheinen.

Damit die Betreuung von App, Webseite und Druckversion nicht zu groß wird, melden die Einrichtungen ihre Änderungswünsche, so etwa bei Telefonnummern oder Öffnungszeiten, selbst.

Registrierte Benutzer können individuell Adresslisten erstellen, die sich auch exportieren und ausdrucken lassen. Im Moment gibt es die App für Smartphone und Tablet in einer Android-Version. Ab Mai wird es den digitalen Sozialatlas des Landkreises auch im Appstore von Apple und für das Windows-Phone geben.