Bei "normaler" Verkehrslage sind es zwar "nur" etwa 2000 Fahrzeuge, die täglich auf der Staatsstraße 2260 den Schlüsselfelder Ortsteil Rambach durchlaufen. Eine Ausnahmesituation ist jedoch angesagt, wenn der Verkehr von der nahen Autobahn A 3 umgeleitet werden muss. "Da kannst noch a Null dran machen", sagt Hans Neuner, der an der Rambacher Ortsdurchfahrt wohnt und als Schlüsselfelder CSU-Stadtrat die Initiative für die Verkehrsberuhigung ergriffen hat.

Bei 50 000 Fahrzeugen in 24 Stunden auf der Autobahn hält Baurat Roland Striegl vom Staatlichen Bauamt Bamberg die Wahrnehmung des Ortsbewohners für durchaus realistisch. Der geplante Ausbau der Autobahn und der damit zu erwartende Umleitungsverkehr habe auch den Ausschlag für die Installation einer Fußgängerampel gegeben.

Jetzt wurde der Fußgängerübergang in der Ortsmitte von Rambach im Beisein von Behördenvertretern des Landratsamtes, der Polizei, des Staatlichen Bauamts und etlichen Stadträten seiner Bestimmung übergeben. Eine weitere Anlage mit gleicher Ausstattung wurde im Ortsteil Thüngfeld in der Nähe des Buswartehäuschens installiert. Vor und nach den Ampelanlagen wurde zudem Tempo 30 angeordnet. Im Zuge der Installation sei auch das Ortsschild von Rambach weiter in Richtung Aschbach versetzt worden.

"Da wurde schon ziemlich schnell durchgeblasen", stellt Hans Neuner für seinen Heimatort fest. Was nicht nur den Landwirten Probleme bereitet habe. Bei Umleitungsverkehr von der Autobahn sei es fast unmöglich gewesen, die Straße zu queren. Insbesondere für die Kinder sei das sehr gefährlich gewesen. Seit vor gut einer Woche eine Fußgängerampel installiert wurde, dürfte sich das geändert haben.


Freistaat trägt die Kosten

Für Schlüsselfelds Bürgermeister Johannes Krapp (CSU) war vor allem eine Verlangsamung des Durchgangsverkehrs der entscheidende Punkt. Umso dankbarer sei er dafür, "dass wir zusätzlich noch eine Ampel bekommen haben". Der Stadt seien durch die Anlage keine Kosten entstanden, berichtet Krapp. Die Kosten der beiden Ampelanlagen - rund 35 000 Euro - trage der Freistaat. Lediglich die Geschwindigkeitsmessgeräte zahle die Stadt aus der eigenen Tasche.

Bürgermeister Krapp geht davon aus, dass der Umleitungsverkehr rund um Schlüsselfeld während der Bauphase des sechsspurigen Ausbaus der A 3 noch stark zunimmt. Im Frühjahr 2019 werde die Submission der Arbeiten für den Streckenabschnitt zwischen Geiselwind und Frauenaurach stattfinden. Bis 2024 müsse die Maßnahme abgeschlossen sein.

Wie Harald Schramm vom Staatlichen Bauamt erklärt, ist die Ampelanlage mit Detektoren ausgestattet. Dadurch würden die Phasen sowohl für den Kfz-Verkehr als auch für die Fußgänger nach Bedarf geschaltet. Bei Querung der Straße durch mehrere Personen verlängere sich deren Grünphase automatisch. Zudem gebe es ein akustisches Signal für sehbehinderte Menschen.