Man muss sich das so vorstellen, sagt Andreas Tischer, von Beruf Kranführer: Damals, als kleiner Junge, hat er beim Hochtragen des Kohleeimers für die Oma die Arme auch nicht ausgestreckt, sondern senkrecht gehalten. Hätte er sie zur Seite gestreckt, hätte der Bub viel mehr Kraft benötigt, um den schweren Eimer überhaupt heben zu können.

So ist das auch mit einem Kran. Je länger der Ausleger ausgefahren wird und je weiter der Bogen ist, den er macht, um so schwerer wird die Last. Gestern in der Pirckheimerstraße war's halb so wild, berichtet Tischer weiter. Da musste zwar ein immerhin 42 Tonnen schweres Fertiggebäude auf seinen Platz gehoben werden, aber mit 30 Metern Ausleger ließ sich das problemlos machen.

Versorgung der Nachbarschaft

Es ist eine Art Trafostation, die dort aufgestellt worden ist. Genauer: Ein Verteiler für Glasfaseranschlüsse. Dieser versorgt einmal alle möglichen umliegenden Straßen, wie Anna Geinzer von den Herzo Werken informierte, die sich die Aktion vor Ort betrachtete und Ansprechpartner für die Bauarbeiter war. Wenn alles gut geht, sollen die Straßen noch heuer versorgt werden können.

Drei Firmen waren im Einsatz. Aus Nordhausen in Thüringen kommt die Transportfirma Wiemann, die die schwere Last bei Leipzig abholte und nach Herzogenaurach fuhr. 42 Tonnen schwer sowie fast sieben Meter lang, knapp vier Meter breit und ebenso hoch ist das Bauwerk. Für das Fundament sorgte die Firma Demir aus Nürnberg und den Kran stellte das Unternehmen Schmidbauer, ebenfalls aus Nürnberg.

Für Kranführer Tischer und sein Team ist Herzogenaurach nicht unbekannt. Haben doch zwei dieser 220-Tonnen-Kräne, wie jetzt einer im Einsatz war, doch schon bei Puma schwer gerackert, als es galt, die so genannte Bridge auf ihre Lager zu heben.

Tonnenschwer

220 Tonnen kann der Kran maximal heben, erläuterte Tischer. Das Eigengewicht beträgt 60 Tonnen. Dazu kommt aber noch ein stattliches Gegengewicht, damit der Kran auch stabil steht. Dessen 71 Tonnen Kontergewicht wurde vor Ort montiert und von zwei Lastwagen aus Nürnberg herbeigeschafft. Für solch schwere Fuhrwerke brauche es eine Sondergenehmigung, sagte Tischer. Er zählt die beiden Lkw-Fahrer zu seinem festen Team, "ohne die läuft nichts."

Auch wenn die Einsatzmöglichkeiten vielfältig sind, sagt Tischer, sei doch die erste Herausforderung jeden Tag neu gegeben. Man muss einen passenden Standplatz suchen, denn ein sicherer Stand sei das A und O. Im Falle Trafostation stand der Kran 13 Meter weg. Der Ausleger musste 30 Meter raus.

Bis zu 68 Meter

Bis zu 68 Meter sind da möglich, und dann - bei voller Länge - könne immer noch ein Gewicht von bis zu zehn Tonnen bewältigt werden. Solche Höhen brauche man aber selten; beim Aufstellen von Baukränen zum Beispiel.