Acht Baustellen und ebenso viele Fördertöpfe! "Wo wir am meisten abgreifen können" interessierte in der Versammlung des Schulverbands Mühlhausen nicht nur den Verbandsvorsitzenden, Wachenroths Bürgermeister Friedrich Gleitsmann (CSU). VG-Kämmerer Tobias Weiß muss die Maßnahmen finanziell in trockene Tücher bringen. "Was packt man in welches Förderpaket" hat der Chef über die Finanzen - möglichst günstig für die Kommunen - zu sondieren. Die Umbaumaßnahmen in den Schulhäusern von Mühlhausen und Wachenroth waren das große Thema in der Sitzung des Schulverbands.

Brandschutzmäßig aufgerüstet, saniert und barrierefrei sollen die beiden Häuser des Schulverbands werden. Ein Projekt, das dadurch nicht einfacher wird, dass vier Kommunen - Mühlhausen, Wachenroth, Pommersfelden und Höchstadt mit zusammen 26 Ortschaften - am Schulverband beteiligt sind. Versteht sich, dass neben den Mitgliedern aus den vier Gemeinden auch die Schulleitung ein Wörtchen mitreden will. Wegen fehlender Rede-Disziplin musste Verbandsvorsitzender Gleitsmann sogar einmal mahnend eingreifen. Dass der Turnverein Mühlhausen mit einem Anliegen in eigener Sache vertreten war, stand auf einem anderen Blatt, feuerte die Diskussion aber weiter an.

Eines steht fest: Eine einfache Baustelle wird das nicht. Zwar sind die Sanierungen der WC-Anlagen in beiden Häusern so gut wie abgeschlossen. Zufrieden ist man allerdings nicht: Um Mängel zu beseitigen sind Nachbesserungen notwendig.

Noch am einfachsten scheint es wohl, das Brandschutzkonzept umzusetzen: Ein zweiter Fluchtweg in Form einer Treppe soll das Wachenrother Schulhaus im Brandfall sicherer machen. Dafür werde im Obergeschoss eine Türe ausgebrochen und außen eine Stahltreppe angehängt.

Schwieriger scheint es hingegen, die Schule in Mühlhausen barrierefrei zu machen. "Die einzelnen Gebäudeteile sind höhenversetzt, für Barrierefreiheit eine schwierige Situation", so der Architekt Fritz Wiesneth. Deshalb hat er einen Aufzug eingeplant, der alle Ebenen verbindet.

Laubengang schafft drinnen Platz

Damit die Klassenräume in Mühlhausen nicht verkleinert werden müssen, legte der Architekt eine geänderte Variante vor: Der innen liegende Verbindungsgang soll herausgenommen und durch einen Laubengang an der Außenseite ersetzt werden. Ein Vorschlag, der am Ende auch so beschlossen wurde. Das erfordert Kosten-Umschichtungen bei den Förderpaketen und die Planänderung muss noch der Regierung vorgestellt werden. Überhaupt müssen jetzt schnellstmöglich die noch ausstehenden Förderanträge auf den Weg gebracht werden.

Die energetische Sanierung der Außenhülle der Turnhalle, also Fassade, Fenster, Wärmedämmung und Dach, konnte bereits im neuen Programm KIP-s (Kommunales Investitionsprogramm zur Verbesserung der Schulinfrastruktur) untergebracht werden. Der Antrag muss noch im Januar gestellt werden. Aus diesem Sonderprogramm erhofft sich der Schulverband 80 Prozent Zuschuss, während aus Mitteln des Finanzausgleichs nur etwa 45 Prozent erwartet werden können.

Die "haustechnischen Gewerke", also der Innenausbau der Schulsporthalle, ist wiederum ein separates Programm. Die Halle soll heutigem Standard entsprechend ausgestattet werden. Dazu gehören auch eigene sanitäre Anlagen. Die Förderung soll über Finanzausgleichsmittel laufen und "muss noch einmal klärend betrachtet werden".

"Eine Zeitschiene", um planen zu können, wünschte sich Kämmerer Tobias Weiß. Denn in der nächsten turnusmäßigen Sitzung stehe bereits der Haushalt an. Im März soll deshalb noch eine zusätzliche Versammlung eingeschoben werden und bis dahin der Zeitplan vorliegen.