18 kleine Ortschaften gehören zum Schulverband Weisachgrund. Die beiden größten sind die Marktgemeinden Lonnerstadt und Vestenbergsgreuth. Insgesamt hat der Grundschulverband 115 Schüler, darunter nur eine zweite Klasse, aber zwei Schulgebäude.

Im Vestenbergsgreuther Schulhaus werden derzeit keine Kinder unterrichtet, denn das Haus, so Bürgermeister Helmut Lottes (Unabhängige Bürger) ist sanierungsbedürftig. Die Marktgemeinde möchte das Gebäude in drei Bauabschnitten renovieren und zum Teil neuen Bestimmungen zuführen.

Aus der alten Schulturnhalle soll eine große Mehrzweckhalle werden. Ein Trakt des Schulgebäudes soll für eine Nutzung durch Bürger umgebaut werden. Der verbleibende Seitentrakt soll einen separaten Eingang erhalten. In ihm sollen zwei Klassenzimmer und die nötigen Nebenräume eingerichtet werden. So die Pläne des Vestenbergsgreuther Rats, wie sie im Marktgemeinderat Lonnerstadt diskutiert und vom Vestenbergsgreuther Bürgermeister bestätigt wurden.

Lonnerstadts Bürgermeister Theo Link (CSU) berichtete weiter, dass Vestenbergsgreuth beabsichtige, auf Kosten der Kommune eine zusätzliche Kraft einzustellen und auch einen eigenen Bus anzumieten, der die Schüler zu diesem Standort bringe. Dabei handelt sich um eine Angestellte der Gemeinde, die auch die anderen Gebäudeteile betreut, erklärte dazu Lottes.

Die Vestenbergsgreuther Pläne, im kommenden Schuljahr nach der Renovierung eine erste Klasse dort einzurichten, sind, so Link weiter, vom Kultusministerium gebilligt worden. Vom Schulamt habe er die Auskunft erhalten, es sei so angeordnet. Der "Zweihäusigkeit" werde durch mehr Lehrerstunden Rechnung getragen.
Das irritiert die Lonnerstadter sehr. Denn ihr Schulhaus ist komplett saniert worden, als es noch Hauptschulklassen dort gab. Deren ehemalige Räume stehen leer, da sie auch die Realschule Höchstadt nicht als Ausweichquartier benutzt. "Wir haben Platz für alle", betonte deshalb Link.

Die Lonnerstadter Kritik an den Vestenbergsgreuther Plänen brachte Günter Rost (SPD) auf den Punkt: "Wie beschließen die den Umbau, ohne Eigentümer zu sein?" Denn die Schulgebäude stehen im Eigentum des Schulverbands Weisachgrund. "Geldverschwendung" nannte Rost das schulische Vorhaben. Für ihn stellte sich auch die Frage, wie Vestenberggreuths Ortsteile, vor allem die, die zwischen Lonnerstadt und Vestenbergsgreuth selber liegen, dazu stehen.


"Wir setzen niemandem die Pistole auf die Brust."

Seines Wissens nach haben sich bei der Einschreibung der künftigen Erstklässler nur drei Eltern für den Schulort Vestenbergsgreuth ausgesprochen. In den beiden Gemeinden gibt es 29 Kinder des Jahrgangs, der im Herbst eingeschult wird. Bei drei Kindern soll es noch ungewiss sein, ob sie tatsächlich die Grundschule besuchen werden. Damit ist derzeit, so Link, die Zahl nicht erreicht, bei der in Bayern Klassen geteilt werden.

Diese Zahl ist auch im laufenden Schuljahr nicht erreicht worden. Deshalb befürchtete Norbert Blankenbühler (BB/CSU) gleich, dass die Aktion letztlich auf den Verlust des Schulstandorts Lonnerstadt hinauslaufe. Gerrit Hoppe (FW) hat sich die alten Verträge des Schulverbands angeschaut. Demnach gibt es eine Rückübertragung an die einbringenden Gemeinden, die nur mit einem Geldausgleich möglich ist.

Für Hoppe stellte sich die Frage, ob durch diese Klausel nicht umgekehrt eine Zahlungsverpflichtung des Miteigentümers Lonnerstadt entstünde. Da muss sich Lonnerstadt keine Sorgen machen, versicherte Lottes. Vestenbergsgreuth beabsichtige, das Schulhaus in kommunales Eigentum zurückzunehmen und dann den noch für Schulzwecke genutzten Bauteil an den Schulverband zu vermieten. Gleichwohl habe man schon erste Gewerke für den Umbau vergeben.

Die offenen rechtlichen Fragen müssen, so auch Rost, zwischen den beiden Kommunen geklärt sein. Bis dorthin müsste Vestenbergsgreuth alle Maßnahmen stoppen.

Vestenbergsgreuths Bürgermeister Lottes seinerseits betont: "Wir setzen niemandem die Pistole auf die Brust."