Die Stimmung war gut. Erst recht als der Vorsitzende der Herzogenauracher Verkehrswacht Wolfgang Gerstberger sagte: "Wir haben mittlerweile eine kürzere Lebenszeit am Gymnasium." Gelächter. Gerstberger lacht auf und meint in Richtung Pressevertreter: "Ich bitte das Wort Lebenszeit durch Aufenthaltsdauer zu ersetzen."
Dennoch war es weihnachtlich bei dem Treffen der Schülerlotsen und Schulweghelfer sowie Vertretern der Verkehrswacht, der Stadt Herzogenaurach und der Polizei. Die drei letztgenannten richten diese Weihnachtsfeier aus, um den ehrenamtlichen Helfern zu danken.

Bürgermeister German Hacker (SPD) sprach Worte des Lobes aus und zollte Anerkennung für die Schüler, die deutlich früher aufstehen müssen, um ihren Mitschülern ein sicheres Geleit zu bieten. Auf die schwierige Verkehrssituation an diesem Morgen nahm er gleich Bezug: "Heute früh gab es ein wenig Glatteis - ich hoffe, dass ist dennoch glatt gegangen." Glatt gegangen ist zumindest das vergangene Jahr. Hacker rechnete vor, was die 80 Schülerlotsen und die rund 30 erwachsenen Schulweghelfer geleistet haben. "3508 Schüler bewegen sich morgens in Richtung Schule - bei 200 Schultagen heißt dies, dass rund 750.000 Schulwege unterschiedlicher Länge absolviert werden."

Gerstberger erläuterte vor welchen Problemen die Verkehrswacht und die Schülerlotsen zusätzlich stehen. Zum einen müssen die Schüler die eigenen Lehrer, die im Auto vorbeifahren frühmorgens bereits freundlich grüßen, zum anderen müssen sie mit hoher Konzentration ihren Mitschülern helfen. Aber es gebe auch andere Probleme. So sollen die Schüler in näherer Umgebung zu ihren Schulen eingesetzt werden. Das heißt, dass die Sicherung bei Grundschulen nicht einfach sei, da die Schüler dieser Klassen für solche Sicherungsarbeiten nicht eingeteilt werden dürfen.

Unproblematisch sei es, wenn weiterführende Schulen nahe an Grundschulen liegen, da werde sozusagen in einem Wisch alles erledigt. Doch bei der Carl-Platz-Schule sei dies eben schwierig. Gerstenberger erläutert, dass man es in Herzogenaurach dennoch geschafft habe, diesem Umstand gerecht zu werden. "Zunächst setzen wir die Schulweghelfer ein und dann die Lotsen. Wenn die dann zwei, drei Minuten zu spät in den Unterricht kommen, ist das immer noch in Ordnung."

Ein Dank gab es an den verantwortlichen der Polizei, Bernd Lösch, der als Ausbilder der Lotsen eine gute Arbeit liefert. Das Lob gab es vom Polizeichef Mario Wilde, der nebenbei mitteilte, dass der einzige Schulwegunfall, der zu verzeichnen war, nichts mit dem Lotsen zu tun gehabt habe. Dort sei, dank der Aufmerksamkeit der ehrenamtlichen Helfer, nichts passiert.

Das war der offizielle Teil. Dass es danach bei Pizza und Co. deutlich entspannter zuging, dürfte klar sein. Ein wenig wurde natürlich über die Lebenserwartung an Gymnasien diskutiert.