So schön der Sommer auch sein mag, er bringt immer auch Gefahren mit sich. Sonnenbrand ist davon noch die harmloseste. Richtig gefährlich wird es, wenn der Wald Feuer fängt. "Es ist wie alle Jahre", sagt Thomas Birkner, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes. "In Mittelfranken haben wir viele Sandböden, die schnell austrocknen." Da genüge oft schon eine leere Glasflasche, die wie ein Brennglas wirkt, um ein Feuer zu entfachen.

Die Feuerwehren im Landkreis seien aber dank eines neuen Konzeptes bestens gerüstet. In Herzogenaurach stehe beispielsweise ein sogenannter Außenlastbehälter. Dieser ist mit Wasser gefüllt und kann schnell an Löschhubschraubern angebracht werden. "Damit kommt man auch in schwer zugängliches Gebiet", erklärt Birkner. Zudem existiert eine Liste mit offenen Gewässern, in denen der Behälter während des Einsatzes schnell wieder aufgefüllt werden kann.

Unterstützung bekommen die Wehren durch die Luftrettungsstaffel Bayern. Herrscht Waldbrandgefahr, dann heben die Piloten im Auftrag der Regierung ab. Mit an Bord haben sie einen sogenannten Flugbeobachter von der Feuerwehr oder vom Forstamt. Diese Spezialkräfte haben eine besondere Ausbildung absolviert, beobachten die Situation aus der Luft und können im Notfall die Einsatzkräfte von oben koordinieren.


Noch keine Schwierigkeiten

In diesem Jahr gab es, so Birkner, noch keine großen Schwierigkeiten. Im Wald herrscht striktes Rauchverbot. Das ist mehr als nur ein gut gemeinter Rat. Denn: Wer dagegen verstößt, den erwartet eine Strafe. "Im Falle eines Waldbrandes geht es immer um Früherkennung", sagt Birkner. Wer Brandgeruch oder Rauchentwicklung bemerkt, sollte umgehend die 112 anrufen. "Wichtig ist auch, dass man die Quelle möglichst gut lokalisieren kann", betont Birkner. Anrufer sollten daher in jedem Fall ihre Nummer hinterlassen, damit man sie zurückrufen kann.

"Die eigene Sicherheit geht natürlich vor. Wer ein Feuer bemerkt, sollte den Wald so schnell wie möglich verlassen." Von der Straße aus müssten dann aber ebenso schnell die Einsatzkräfte alarmiert werden. "Am besten ist, wenn der Melder vor Ort bleibt, um die anrückenden Feuerwehren einzuweisen", sagt Birkner.

Fast alle Waldbrände brechen am Boden aus, was der Experte Bodenfeuer nennt. Noch gefährlicher ist allerdings ein Wipfelfeuer, wie Birkner erläutert: "Wenn die Wipfel der Bäume brennen, dann kann das Feuer schnell überspringen." Für die Wehren heiße das: Während sie am Boden löschen, können sie über ihren Köpfen vom Feuer eingekreist werden. Bereits die vierte Woche ohne Wasser - um die Waldbrandgefahr jetzt zu minimieren, bräuchte es schon viel Regen, sagt Birkner. Denn das Wasser versickert schnell im Sandboden.

Nicht ganz so bedrohlich schätzt Förster Gerhard Hofmann die Situation ein. "Wir fallen zwar schon in Stufe vier, im Moment ist aber noch alles im grünen Bereich", sagt Hofmann. Allerdings sei die Situation gerade am kippen. Wenn die Witterung so bleibe, dann werde die Vegetation langsam extrem trocken.

"Im Vergleich mit den USA haben wir in Deutschland aber den Vorteil, dass unsere Wälder gut bewirtschaftet sind", sagt Hofmann. Dadurch liege im Normalfall wenig leicht entzündliches Material herum. Das ändert sich natürlich bei großer Hitze.

"Besonders betroffen sind Kiefernwälder, da sie lichter sind und dadurch der Boden schneller austrocknet", erklärt Hofmann. In Mischwäldern ist der Boden schattiger, wodurch es länger dauert, bis die Vegetation dort vertrocknet ist. In tieferen Bodenschichten unter dem Sand gibt es zudem noch Lehmbeimischungen, weiß der Förster. Dort ist Wasser über einen längeren Zeitraum gespeichert.


Der Mensch ist meist schuld

Was die Ursache der meisten Waldbrände betrifft, sind sich Hofmann und Birkner einig: Die Gefahr geht nicht von der Natur aus, sondern vom Menschen. Ganz selten gibt es Blitzschläge, die zu Bränden führen. Doch das sei wirklich die Ausnahme, so Hofmann.

Gerade in der kritischen Zeit, vertraut der Förster auf die Vernunft der Menschen. Dass sich das lohne, habe die Vergangenheit gezeigt. Er selbst habe in dreißig Jahren nur eine Handvoll kleinerer Waldbrände erlebt. Er pocht auf das strikte Rauchverbot: "Jetzt ist der Zeitpunkt, wo man Rauchern im Wald nicht nur einen Hinweis gibt, sondern schon eine scharfe Verwarnung ausspricht."