Der Landkreis Erlangen-Höchstadt will ein flächendeckendes Radwegenetz für den Alltagsradverkehr erarbeiten. Bei der Auftaktveranstaltung für dieses Projekt am vergangenen Mittwoch gab Landrat Alexander Tritthart (CSU) bekannt, dass das Vorhaben bis zum Jahr 2021 umgesetzt werden solle. Hierbei sei ihm insbesondere ein enger Austausch mit der Stadt Erlangen wichtig, da diese einen zentralen Punkt im geplanten Gebiet darstellt. Das Ziel sei es, ein abgestimmtes und qualitatives Radwegenetz zu schaffen, von dem vor allem Schüler und Berufstätige profitieren sollen. Besonders der aktuelle E-Bike-Boom verstärke beispielsweise die Nachfrage nach Radwegen.

Situation analysiert

Für die Umsetzung des Projekts und die Erstellung des Radverkehrskonzepts wurde das Büro Topplan aus dem Ostallgäu beauftragt. Bereits im Sommer dieses Jahres fand eine Besichtigung statt, bei der die derzeitige Radwegesituation angeschaut, befahren und diskutiert wurde.

Wie Andreas Ampßler, Geschäftsführer von Topplan, erläuterte, erfordere ein gutes Mobilitätskonzept nicht nur "eine gleichberechtigte Berücksichtigung aller Verkehrsmittel", sondern auch eine "klare Differenzierung zwischen dem Alltags- und dem Freizeitradverkehr".

Während die Radwege für den Freizeitradverkehr meist abseits der Verkehrsströme entlang führen, sollen die geplanten Wege für den Alltagsradverkehr nahe bei Quell- und Zielverkehr gebaut werden, so dass man auf asphaltierten Straßen möglichst schnell und direkt ans Ziel kommt.

Für das geplante Radwegekonzept sollen mit Hilfe von verschiedenen Workshops auch unter anderem die Bürgermeister des Landkreises Erlangen-Höchstadt einbezogen werden. Die Workshops, die Anfang Dezember stattfinden werden, unterteilen sich in mehrere separate Veranstaltungen, so dass genügend Zeit bleibt, den Fokus auf die einzelnen Gemeinden, wie etwa Höchstadt, Herzogenaurach, Möhrendorf und Baiersdorf, zu legen. Neben der Klärung von Handlungs- und Entwicklungspotenzialen für die derzeitigen Radwege sollen dort auch Anregungen und Verbesserungsvorschläge eingebracht werden.

Die Ergebnisse der Workshops werden anschließend unter anderem mit dem Staatlichen Bauamt, dem Landratsamt, dem Wasserwirtschaftsamt und dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club besprochen und analysiert. Anfang 2020 erfolgt dann die Entwurfsplanung, bevor von April bis Juli eine Ortsumfahrung mit Bestandsanalyse geplant ist, die mit einem Prüfbericht abgeschlossen wird.

Die Ergebnisse aus der Befahrung werden zudem online in eine Datenbank eingearbeitet, so dass die Veranschaulichung der aktuellen Radwegesituation erleichtert werden kann. Einzusehen ist diese Datenbank mit Hilfe eines Geoportals unter maps.topplan.de. Anschließend wird die Arbeit an der Ausführungs- und Beschilderungsplanung aufgenommen, bevor die konkrete Umsetzung dann im Frühling 2021 starten soll.

Grundstücksverhandlungen

In Bezug auf die Finanzierung erklärte Tritthart, dass zwar genügend Geld für den Ausbau von Radwegen da sei, die Umsetzung aber oft an schwierigen Grundstücksverhandlungen mit den Besitzern scheitere. In diesen Fällen erwarte er eine "verbindende Funktion" von den jeweiligen Bürgermeistern zu den Bürgern, so dass mögliche Konflikte schnell geklärt werden können.