Noch gar nicht so lange ist es her, dass in Höchstadt in der Bücherstube eingebrochen wurde. Jörg Noppenberger vom gleichnamigen Schlüsseldienst reparierte damals den Schaden. Der FT traf ihn in Adelsdorf zu einem Sicherheits-Gespräch, denn gerade jetzt in der Ferienzeit sind viele Häuser unbewohnt und bieten Einbrechern ein gutes Ziel.

"Das nimmt in letzter Zeit wieder Überhand", erklärt der Fachmann, dessen Schlüsseldienst seit 26 Jahren existiert und den er zusammen mit seinem Vater Georg Noppenberger betreibt. Die beiden müssen häufig für Gerichtsvollzieher und Kriminalpolizei Türen öffnen. "Wenn dann die Polizei mit kugelsicheren Westen und geladener Pistole vor einer Türe steht und ich am Schloss hantiere, das ist schon ein mulmiges Gefühl", sagt der junge Mann.

Vor kurzem hat er wieder einen Lehrgang für "Errichterunternehmen von mechanischen Sicherheitseinrichtungen" nach den Anforderungen des LKA (Landeskriminalamt) Bayern absolviert.

Viele sind zu leichtsinnig

"Uns Schlüsseldiensten geht es eigentlich auch darum, die Leute auf ihren Leichtsinn im Bezug auf ihre Häuser und Wohnungen aufmerksam zu machen", erklärt der Fachmann. "Oft lassen sie nur kurz den Schlüssel außen an der Haustüre stecken und gehen schnell mal in den Garten oder in die Garage. Manche - nicht nur ältere Leute - vergessen ihn dann. Läuft zufällig jemand vorbei - im schlechtesten Falle eine zwielichtige Person - kann die den Schlüssel abziehen - und weg ist er!"

Noppenberger erinnert sich an einen Fall, als einem Adelsdorfer der Schlüssel aus der Manteltasche entwendet wurde - und erst ein halbes Jahr später erfolgte der Einbruch in dessen Haus. "Die Gangster gehen meist raffiniert vor und sie haben Zeit. Erst wenn der Bestohlene die ganze Sache schon vergessen hat, schlagen sie zu" , erzählt er. Ein guter Rat ist hier, den Schlüssel nicht aus der Hand zu geben und ihn nicht irgendwo liegenzulassen.

Gekippte Fenster, offene Balkontüren

Ein anderes Problem - neben dem Leichtsinn der Leute - sind gekippte Fenster und offene Balkontüren. Mit einem Ruck ist das Fenster ausgehoben! "Also immer, wenn man das Haus verlässt, die Fenster schließen!", mahnt der Fachmann. Das ist natürlich im Sommer nicht einfach. "Eine Pilzkopfverriegelung wäre hier günstig oder ein abschließbarer Fenstergriff, am besten noch mit Alarm. Diese Version bauen wir im Moment häufig ein", erklärt er. "Auch Terrassentüren kann man so sichern."
Wer lässt nicht gerne bei dieser Sommerhitze die Terrassentüre nachts ganz offen? Auch hier gibt es Vorrichtungen: ein Bewegungsmelder. Läuft jemand durch die Türe, ertönt ein Gong. "Die Geräte, die Lärm machen, schrecken Einbrecher am besten ab."

Haustüren seien am besten mit einem Einsteckschloss gesichert, bei dem sich nach dem Schließen die Türe selbst verriegelt. Noch besser findet Noppenberger einen Schutzbeschlag plus Zylinderschloss mit Abtastsperre. Das ist mit Sperrwerkzeug nicht zu öffnen und die Abtastsperre wird nur mit dem Originalschlüssel aufgehoben. So ein Schloss erkennt der Profi an den Bohrmulden im Schlüssel.

Zum oben genannten Einbruch in der Bücherstube fällt ihm noch etwas Wichtiges ein: "Manche Türen haben sehr viel Luft zwischen Türblatt und Türrahmen und so bietet sich Platz für die nötigen Brechwerkzeuge. Schiebt man z.B. einen Hartkeil dazwischen, dann noch einen, wird der Spalt immer größer und irgendwann geben die einfachen Schlösser nach." Meistens geht es den Dieben heute um Bargeld. PCs und Laptops lassen sie liegen, denn die seien sehr leicht zu verfolgen.

Den Dieben geht es um Bargeld


"Die Leute sind einfach zu gutgläubig und denken, dass bei ihnen doch nichts zu holen ist. Und wenn dann eingebrochen wurde und doch ihr Intimbereich gestört wurde, bleibt immer ein Rest Angst zurück. Man ist geschockt - egal was man vorher gedacht hat."

Es müssen übrigens nicht immer die teuren Varianten gekauft werden, aber jede Haustüre sollte normalerweise immer mit den üblichen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet sein. Ein guter Fachmann gibt Tipps, wie dieser Schutz auch billiger und trotzdem wirksam geht.

Wer gut "gesichert" ist, hat nichts zu befürchten! Fachmännische, kostenlose Beratung erhalten interessierte Mitbürger bei allen Schlüsseldiensten vor Ort. Auch die Kriminalpolizei Erlangen berät unter der Telefonnummer 09131/760380.