Seit einem Vierteljahrhundert besteht die Partnerschaft der beiden Städte Sainte Luce an der Loire in Frankreich und Herzogenaurach in Franken. Zur Jubiläumsfeier begab sich eine Delegation von der Aurach jetzt ein verlängertes Wochenende lang zu den Freunden.

Im Mittelpunkt des Aufenthalts stand natürlich die Feier des Freundschaftsjubiläums. Da hatten die Gastgeber einen Empfang im Gemeindesaal Ligeria vorbereitet. Musikalisch umrahmt selbstverständlich, und mit dem Auftritt einer Schauspieltruppe, die die Gäste auf ihre Weise verblüffen sollten.

Auch die Herzogenauracher trugen zur Unterhaltung bei - die "Heckenmusikanten" waren mitgereist und sorgten für einen echten fränkischen Farbklecks. Aktiv mit an den Instrumenten: die Stadträte Bernhard Schwab (CSU) und Wolfgang Mehler (SPD), beide auch Stadtjugendkapellen-erprobt.

Als Gastgeschenk hatten die Herzogenauracher einen Gutschein mitgebracht. Die finanzielle Unterstützung soll dafür sorgen, dass noch viele Jugendgruppen aus Sainte Luce den Weg in die mehr als elfhundert Kilometer entfernte Partnerstadt bezahlbar finden sollen. Von französischer Seite aus gab's ein Bild auf Leinwand und eine große Stadtflagge, die bei entsprechenden Anlässen aufgehängt werden soll, wie Bürgermeister German Hacker (SPD) im Pressegespräch nach der Rückkehr anmerkte.

Die "Stub" der Partnerstadt

Ebenso beeindruckt wie begeistert war Hacker, als er die "Stadtumlandbahn" von Sainte Luce betrachtete. Bis in einen Vorort wenige Kilometer vor der Stadt fährt diese Nahverkehrsbahn und erschließt die Nachbarstadt Nantes. Dabei ist es den Franzosen gelungen, sie optisch unauffällig in die Umgebung einzubinden. Für den Herzogenauracher Bürgermeister ein gutes Zeichen dafür, dass eine solche Bahn nicht nur funktionieren kann, sondern auch fest dazu gehört.

In Sainte Luce selbst durfte die Delegation an der Eröffnung eines neuen Platzes teilnehmen. Dieser Fußgängerbereich nennt sich Europameile. Musik der fränkischen Heckenmusikanten umrahmte die Feierlichkeit, für den Herzogenauracher Bürgermeister ein "schönes europäisches Signal".

Doch nicht nur das Vergnügen stand auf dem Programm. Dieses umfasste noch beispielsweiweise einen Ausflug ans Meer und eine Stadtführung in Nantes mit einem Abstecher in das mittelalterliche Guerande, der Partnerstadt von Dinkelsbühl, sowie in das Fischerdorf Nazaire. Aber auch die politische Information und Diskussion gehörten zum Programm. Unter anderem sprachen die Stadträte beider Kommunen über vergleichbare Strukturen, aber auch über Unterschiede und lernten so die jeweils andere Partnerkommune besser kennen. Auch das Herzogenauracher Gymnasium war vertreten. Mit einer Ausstellung über die Zusammenarbeit der Länder Frankreich und Deutschland trugen sie zu der Jubiläumsfeier bei. Denn auch der Austausch zwischen den Schulen der beiden Partnerstädte hat eine lange Tradition. Mit dabei war beispielsweise Susanna Gräwe, die vor 30 Jahren am ersten Schüleraustausch teilgenommen hatte.