Am Ende der Gemeinderatssitzung konfrontierte Bürgermeister Horst Rehder (BB) das Gremium mit einem Problem, das ihm Kopfzerbrechen macht und der Gemeinde Geld kosten wird. Rehder präsentierte dem Gremium Bilder aus dem Gemeindegebiet, die in den letzten Tagen aufgenommen worden sind.

Die Räte bekamen verschmutzte Straßen, nahezu verschwundene Gemeindewege und nicht mehr vorhandene Abwassergräben zu sehen. Verursacht wurden die Schäden durch die schweren Transportfahrzeuge, die bei der Maisernte und zum Transport der Biomasse zur Biogasanlage eingesetzt werden.

"Wir müssen was tun, da wird Geld in den Wegebau gesteckt, das ist alles für die Katz'", kommentierte Rehder die Bilder. Ein weiteres Problem ist, dass die Wege nur drei Meter breit sind, die heutigen schweren Fahrzeuge benötigen aber rund 3,50 Meter. Deshalb brechen die Ränder der asphaltierten oder gepflasterten Wege ab.
Der Bürgermeister schätzt die bisherigen Schäden auf bis zu 30.000 Euro, was keinesfalls auf Anlieger oder die Allgemeinheit umgelegt werden könne.

Die Mitarbeiter des Bauhofes sind ständig unterwegs, um die Schäden aufzunehmen und zu dokumentieren. Zudem wiesen Bürgermeister und auch Gemeinderat Robert Ort (CSU) auf die enorme Verkehrsgefährdung durch die verschmutzten und rutschigen Straßen hin.

"Die Straßenverschmutzung ist nicht lustig, da kann schnell eine Existenz vernichtet werden, wenn da was passiert und der Schuldige regresspflichtig gemacht wird", erklärte Gemeinderat und Landwirt Ort. Gleichwohl wies er aber auch darauf hin, dass es heuer schon eine Ausnahmejahr sei, da Witterung und Maisernte einfach nicht zusammenpassten. Außerdem sei auch die Biogasanlage politisch gewollt und eine Maisernte ist und bleibt eine Schlammschlacht, besonders bei nasser Witterung, führte Ort aus.

"Ich will hier keinen Krieg gegen die Landwirte führen, aber wir brauchen eine tragbare und vernünftige Lösung", erklärte der Bürgermeister und will die Angelegenheit sachlich betrachten. Eine Reihe von Gemeinderäten beklagte sich außerdem massiv, dass die Fahrer der überbreiten und schweren Fahrzeuge auch in Wohngebieten oder Ortschaften nicht gerade rücksichtsvoll fahren würden.

"Die donnern bis in die Nacht durch die Straßen, ohne Rücksicht auf Anwohner, und erwarten, dass die Schwächeren Platz machen", war eine der Äußerungen. Somit geriet auch der Betreiber der Kairlindacher Biogasanlage ins Visier von Gemeinderat und Bauhof. Es sei nicht in Ordnung, wenn die Transportfahrtzeuge einen Radweg befahren oder dort abgestellt werden.

Zum einen seien diese Wege nicht für die schweren Fahrzeuge ausgebaut und zum anderen sei es wohl ein Unding, wenn die Radfahrer deswegen ins Gelände ausweichen müssten. Dass dazu die Fahrzeuge, trotz Aufforderung durch Bauhofmitarbeiter, nicht weggefahren wurden, stieß einigen Räten besonders sauer auf.In jedem Fall will die Gemeinde die Verursacher zur Kasse bitten. So würden die Fahrzeuge, die überwiegend aus den Nachbarlandkreisen kommen, registriert und auch jeweils die Schäden erfasst.