Was waren das noch für unschuldige Zeiten, als Jungs mit Tretrollern auf dem Gehsteig einher- und vorbeibrausten. Den klassischen Tretroller gibt es bereits seit den frühen 1920er Jahren. Heute hat der Nachwuchs ganz andere Vorlieben. Die Geräte heißen nicht mehr Tretroller, sondern Scooter. Während früher viele Jugendliche mit dem Fahrrad zur Schule gefahren sind, sieht man heute immer mehr die Straßen entlang "rollen". Scooter sind zurzeit das Fortbewegungsmittel schlechthin für Schüler. Kein Wunder also, dass sich aus diesem einfachen Rollerfahren eine Trendsportart entwickelt hat.
Besonders spektakulär geht das Ganze mit einem Stunt-Scooter. Das ist ein sehr stabiler Roller, mit dem man die tollsten Tricks machen kann. Ein gutes Modell kostet um die 200 bis 300 Euro. Es wiegt mehr als ein normaler Cityroller, weil ein Stunt Scooter höheren Belastungen ausgesetzt ist und deshalb viel robuster sein muss. Stunt-Scooter sind der neue Trend der Skater-Szene.


Artistische Manöver

Was einst in Hinterhöfen, Fußgängerzonen und wenig befahrenen Seitenstraßen begann, hat sich zu einem artistischen Sport entwickelt: das Manövrieren auf engstem Raum, das Springen auf hohe Gehsteige und von Anhöhen herab, sogar das Schlittern auf Bordsteinen und das millimetergenaue Abfahren von Geländern. Die jüngeren Kids machen die gleichen Tricks wie die Großen. Der Einstieg ist einfacher als beispielsweise beim BMX-Sport, aus dem die Tricks stammen bzw. nachempfunden sind.
Im Rahmen einer Europatour von "A0 Scooters" kamen kürzlich mit Dylan Morrison (Australien), Tristan Anderman (USA), Tim Köhler (Deutschland) und Simon Bertin (Frankreich) vier hochrangige Profis aus der Stunt-Scooter-Szene nach Herzogenaurach. Was sie mit ihren Stunt-Scootern draufhaben, demonstrierten die vier Profis auf der Skaterbahn in Herzogenaurach.
Los ging es mit einer Autogrammstunde bei Marco Giehm, Betreiber der "X-World" in Herzogenaurach, wo sich alles rund ums Skaten und Boarden dreht. Am Nachmittag zeigten dann die vier Profis vor zahlreichen Zuschauern und einer Horde Kindern am Skatepark an der Nutzung, was sie so draufhaben. Volle Konzentration steht in den Gesichtern der Profis, gespannt verfolgen die Zuschauer jede Drehung, die tollkühnen Sprünge an Rampe und Halfpipe, ab und an geht ein Raunen durch die Menge und immer wieder brandet Beifall auf.
Denn die Stunt-Scooter sind richtige Sportgeräte, und was die absoluten Könner zeigen, ist beeindruckend. Es gibt viele Tricks wie den Tailwhip: Dabei lässt man das Deck (das Teil am Scooter, auf dem man steht) einmal oder mehrmals unter sich drehen. Wenn man die Bar, also den Lenker, drehen lässt, ist das ein Barspin. Und man kann eine 360-Grad-Drehung machen. All diese Tricks lassen sich auch kombinieren. Die Profis machten mehrfache Salti, egal ob vorwärts oder rückwärts. Das nennt sich dann Backflip oder Frontflip.
"Wir finden das Stunt-Scootern gut, weil man immer etwas Neues lernen und die Tricks immer wieder neu kombinieren kann. Außerdem kann man es gemeinsam mit Freunden machen. Das macht noch mehr Spaß", erklärt Marco Giehm, der Initiator der Show. Der Name Stunt-Scooter wird hauptsächlich in Deutschland benutzt. In anderen Ländern ist der Stunt-Scooter auch als Trick-Scooter oder Freestyle-Scooter bekannt und wird überall kurz als Scooter bezeichnet.