Als er 2016 als Stellvertreter vom damaligen Chef Bernd Lohneiß ans Höchstadter Gymnasium kam, erlebte er diese Schule als "Lebensraum der besonderen Art". Am Freitag wurde Roland Deinzer als deren neuer Leiter offiziell ins Amt eingeführt.

"In der Stadt Höchstadt rückt Deinzer auf der VIP-Liste jetzt ganz nach oben", kündigte Zweiter Bürgermeister Günter Schulz (SPD) an, der Stadtoberhaupt Gerald Brehm (JL) vertrat. Schulz lud den neuen Schulleiter gleich zu einer historischen Stadtführung ein und überreichte ihm einen Stadtschirm, der Deinzer "vor allen Anfeindungen schützen soll".

Solche muss er auf keinen Fall von Landrat Alexander Tritthart (CSU) fürchten. Der Chef des Sachaufwandsträgers freue sich auch künftig über jeden Anruf aus dem Höchstadter Gymnasium, wenn es um die Schulausstattung geht. Tritthart: "Die Schulen im Kreis sind uns lieb und sehr teuer." Wichtig sei für den Landrat ein fließender Übergang in Höchstadt gewesen und der sei mit Deinzer gelungen.

Obwohl jetzt erst einmal der 50-Millionen-Neubau des Gymnasiums in Spardorf im Vordergrund stehe, versprach Tritthart auch, in Höchstadt den Kollegstufenbau ins Visier zu nehmen. In den nächsten Jahren sollen die Vorplanungen anlaufen. Und Tritthart kündigte an, den Wunsch des Höchstadter Gymnasiums nach einem musischen Zweig zu unterstützen.

Für den will sich der neue Schulleiter ganz besonders stark machen. Einen kleinen Eindruck dessen, was am Höchstadter Gymnasium musikalisch jetzt schon läuft, bekamen die große Schulfamilie und die zahlreichen Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft mit dem musikalischen Rahmenprogramm der Amtseinführung geboten. Die Chorklassen der sechsten Jahrgangsstufe, der Unterstufenchor und das Vokalensemble der Q11/Q12 überzeugten mit ihren Beiträgen.

Der Forchheimer Roland Deinzer will in Höchstadt in die "großen Schuhe" seines Vorgängers einsteigen. Bei der Sanierung des Kollegstufenbaus möchte er zielorientiert und konstruktiv mit dem Landratsamt zusammenarbeiten.

Schule und Bildung komme heute für Deinzer ein Stellenwert zu, den man nicht hoch genug einschätzen könne. Die Schule müsse Differenzieren lehren, um die Kinder vor Populisten und Manipulationsversuchen durch Fake News, Twitter und anderen digitalen Kommunikationsformen zu schützen.

Martin Rohde, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Mittelfranken, attestierte dem ehemaligen Gemeindepfarrer Deinzer, viel mehr zu tun, als das übliche Maß. Das Gymnasium liefere mit einer humanistischen Bildung auch weit mehr als das Abi, sagte Rohde, der jetzt eine digitale Ethik fordert.