An die 50 Mitglieder des Karnevalsclubs "die Besenbinder" waren in der Universitätskinderklinik und unterhielten einen Nachmittag lang die jungen Kranken und ihre Besucher. Diese unterhaltsamen Stunden waren der Wetteinsatz, den der Verein in Zusammenarbeit mit Marion Müller vom pädagogischen Team der Klinik einlöste.


Bürgermeister hat es geschafft

Am 11.11. hatte es Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) geschafft, mehr als 333 Musiker zu versammeln, um gemeinsam die Europa-Hymne zu spielen. Damit hatten die Besenbinder die Wette zum Beginn der Faschingssession verloren.
Auf den Weg machten sich also die Juniorengarde, die mit Schautanz "Rund und knackig" fränkische Meister sind und in der Fernsehsendung der närrischen Kinder "Wehe wenn wir losgelassen" am Faschingssonntag auftreten, und etwa 20 weitere erwachsene Aktive.
Zweiter Vorsitzender Franz Gloning und Elferrat Sören Hahn hatten die technische Leitung dieses Spezialauftritts übernommen und der bewährte Sitzungspräsident des KCR, Torsten Ott, auch hier die Moderation.
Die anderen Helfer waren für Basteln und Schminken zuständig, zwei närrische Aktivitäten, die die Pause zum Umkleiden für die Garde füllten. Los ging's aber mit einer Polonaise im Foyer der Klinik. Wer nur irgendwie konnte, machte mit. Und das, obwohl einige Kinder angeschlossen an Infusionsständer und Messgeräte aus ihren Stationen gekommen waren. Flotte Musik und allerhand Mitmach-Tänze lockten selbst die Altersgruppe, die sich beim Kinderfasching nicht mehr so ganz cool fühlt.


Eltern und Geschwister

Aber auch ganz kleine Patienten, die meist von ihren Eltern im Kinderwagen gebracht worden waren. Mit von der Partie waren auch die Geschwister, die zum Patientenbesuch dabei waren. Oder die Klassenkameraden aus der Siebten. Ihre kranke Schulkollegin brauchte sie gar nicht lange beschwatzen, dass sich auch die Buben schminken ließen.
Doch dann war es soweit: Wie beim Hallenauftritt zog die Garde in vollständigen Kostümen ein und lieferte trotz beengter Raumverhältnisse eine furiosen Gardetanz. Fiona, das jüngste Tanzmariechen des KCR, wirbelte nur so herum bei ihrem Soloauftritt. Dann hieß es für die Tänzerinnen, sich umzukleiden für den Schautanz um lauter Äpfel. Und für die Zuschauer kam der ruhigere Teil, eben mit Basteln und sich Schminken lassen.
Die erwachsenen Begleiter erfuhren dabei einiges von und über die jungen Patienten. Wie sich der Junge gefreut hat, der schon seit September in der Klinik verweilen muss. Manche Kinder kehrten auf ihre Stationen zurück, weil ihr Gesundheitszustand einen längeren Aufenthalt außerhalb des Bettes nicht gestattete.
"Wir versuchen den Kindern Abwechslung im langweiligen Klinikalltag zu verschaffen", erklärte Müller, weshalb sie sich über das Engagement des Karnevalvereins so freute. Sie lud ihn gleich zu einer Wiederholung auch ohne Wette ein. Denn Müller weiß, dass Freude einen nicht zu unterschätzender Teil zur Genesung beitragen kann.
Der Einzugsmarsch lenkte alle Blicke, auch die von Pflegedienstleiterin Helga Bieberstein, in der Ambulanz wartenden Familien und Klinikpersonal, das gerade Dienstschluss hatte, auf die kleinen Äpfel des Schautanzes. "Jetzt kommt ein ganz gesunder Programmpunkt", kündigte Ott an. Mit viel Schwung erzählten die Tänzerinnen zwischen sechs und elf Jahren, was so passiert bei der Apfelernte.