Die Regeln unserer Serie "Jeder gegen Jeden" zur Bundestagswahl sind denkbar einfach: Jeder Kandidat darf jedem anderen Kandidaten eine Frage stellen. Nach der Antwort des Befragten hat der Fragesteller noch die Möglichkeit, darauf zu reagieren. Heute geht es in der Frage von Christian Enz, Kandidat der Freien Wähler, an Martina Stamm-Fibich (SPD) um die Rente.

Christian Enz: Was werden Sie persönlich unternehmen, um im Sinne von Generationengerechtigkeit den heute arbeitenden Menschen finanziellen Freiraum zu schaffen und künftig eine Rente zu ermöglichen, die dem gewohnten Lebensstandard entspricht?

Martina Stamm-Fibich: Wir alle wünschen uns einen gesicherten Lebensstandard im Alter. Dabei möchten wir unsere Kinder und Enkel nicht überlasten. Eine lebensstandardsichernde Rente ist für die soziale Sicherheit und das Vertrauen in den Sozialstaat eine Grundvoraussetzung. Eingezahlten Beiträgen müssen später auch angemessene Leistungen gegenüberstehen. Wir haben mit dem Rentenpaket 2014 die "Rente ab 63", die "Mütterrente", eine höhere Erwerbsminderungsrente und die Erhöhung des Reha-Budgets auf den Weg gebracht. Auch das Flexirentengesetz und die Angleichung der Renten in Ost und West bringen mehr Gerechtigkeit. Dennoch müssen wir die gesetzliche Rente weiter stärken und einen neuen Generationenvertrag begründen.
Mit unserem Rentenkonzept stoppen wir das Sinken des Rentenniveaus. Ein garantiertes Rentenniveau von 48 Prozent sichert Würde im Alter. Wer lange gearbeitet hat, soll später nicht zum Sozialamt. Mit einer gesetzlichen Solidarrente sichern wir den Wert der Arbeit im Alter. Und wir sorgen dafür, dass sich auch die junge Generation auf eine gute Rente verlassen kann. Mit dem garantierten Rentenniveau und der Begrenzung des Beitragssatzes auf maximal 22 Prozent bis 2030 schaffen wir mehr Generationengerechtigkeit. Die Generation, die die höchsten Beiträge zahlt, darf am Ende nicht die niedrigsten Renten erhalten. Mit dem steuerfinanzierten Demografiezuschuss beziehen wir hohe und sehr hohe Einkommen und Vermögen bei der Finanzierung besser ein. Auch das ist gerecht.
Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters, wie es die Union möchte, wird es mit uns nicht geben. Das wären Rentenkürzungen durch die Hintertür. Die Union möchte nichts tun. Im Klartext bedeutet das: Die Beiträge steigen, die Renten sinken trotzdem.

Christian Enz: CSU und SPD sind im Kern einig. Wer wenig verdient, hat eine kleine Rente und soll selbst mehr vorsorgen. Aber wovon? Ich fordere eine Grundrente für alle. Dies gibt die Möglichkeit auch Familienzeiten, zu Erziehung von Kindern oder der Pflege von Angehörigen, zu berücksichtigen. Diese Grundrente gilt es durch einen Ortszuschlag zu ergänzen. Das trägt den unterschiedlichen Lebenshaltungskosten Rechnung. Längst unterscheiden sich diese nicht nach Ost und West, sondern Stadt und Land.

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