Damit klang nach einem intensiven Wochenende für die Ortsburschen die Kerwa aus. Eine kleine Sensation: 22 Paare aus den drei Membach-Orten nahmen daran teil.
Auch wenn die Kerwa zum Leidwesen vieler eher verregnet war, konnte am Abend das Raustanzen trocken über die Bühne gehen. Gegen 18 Uhr zogen die Ortsburschen vom Festplatz mit Unterstützung der Musik in das Dorf, um dort ihre Tanzpartnerinnen abzuholen. An der Spitze wurde der Weidenbuschen vorangetragen, der von den Mädchen mit bunten Bändern geschmückt wurde. Erst am Treffpunkt erhielten die Ortsburschen die geschmückten Schürzen von ihren Tanzpartnerinnen umgelegt.
Zum Festplatz zurückgekehrt, konnten die Paare den Kirchweihbaum umrunden. Auf einem Tisch befand sich unter einem Tuch der Wecker, der zu einer unvorhersehbaren Zeit laut schellen würde. Wer den Buschen gerade in Händen hielt, der musste auch ein Kirchweihlied zum besten geben. Dazu wurde gelegentlich ein kleiner Spickzettel zu Hilfe genommen. Dabei spielten sie auf Ereignisse des vergangenen Jahres an und hielten vor allem ihr "Memba" hoch.
Ein Lied lautete: "Der ... is zum Boder ganga und wolld an neia Schnidd. Für Dauerwelln had is Geld ned glangd, eds sen die Haar ab!" Ein weiterer Ortsbewohner wurde auf die Schippe genommen: "Mei Bruder is ka Ortsbursch mehr, aber des is ihm wurschd, auf Kerwa gehd er drodsdem nu und mid an großn Durschd." Oder aber: "Die Kerwaszeid, die Kerwaszeid is gsünder als mer dengd, do wern so manche Krankheidn im Alkohol erdrängd."
Der Buschen wurde dann nach jeder Runde an das nächste Paar weitergereicht. Die 22 Paare umrundeten auf diese Weise den Kerwasbaum bis zum befürchteten oder auch ersehnten Klingeln des Weckers. Es gewann eindeutig David Nagel aus Untermembach mit seiner Partnerin Lisa Flohr. Sie erhielten beide eine Schärpe mit der Aufschrift "Raustanzen Untermembach 2017" umgelegt.
Die Erleichterung stand einigen der anderen Mitwirkenden direkt ins Gesicht geschrieben. Denn nach altem Brauch muss der Sieger beim Raustanzen die Mitwirkenden aushalten, was allerdings erst in einiger Zeit der Fall sein wird. Nach diesen Anstrengungen zogen die Paare dann in das Festzelt, wo David und Lisa gemeinsam ihre Tanzkünste vor dem Publikum zum Besten gaben.
Gemeinsam hatten die Ortsburschen die Organisation der ganzen Kirchweih übernommen. Mit großer Genugtuung konnten sie auf eine gelungenen Veranstaltungen zurückblicken. Alle Programmpunkte verliefen wie geplant. Vor allem gelang es keinen Burschen aus den umliegenden Ortschaften, den Kirchweihbaum zu schälen. "Da passen wir schon auf", meinen sie nur.
Zum Kirchweihausklang spielten "MUM - Live" und sorgten für ein gut besuchtes Kirchweihzelt. Aber nur durch den guten Zusammenhalt der drei Membach-Dörfer war die Feier einer derart großen Kirchweih möglich. Die Gäste lohnten das Engagement der Kirchweihburschen auch mit einem guten Besuch im Festzelt. Vor allem gebackene Karpfen verließen in großer Anzahl die Küche und fanden guten Anklang.