Der erweiterte Verwaltungstrakt der staatlichen Realschule ist gestern feierlich eingeweiht worden. "Wir haben uns einfach mal an das Festwochenende angehängt", sagte Landrat Alexander Tritthart in seiner Begrüßung, nachdem der Schulchor unter Leitung von Nina Pörner mit der "Realschul-Hymne" die Feierstunde eröffnet hatte.
"Bildung ist und bleibt auch in Zukunft ein wichtiges Thema im Landkreis", sagte der Landrat. Die voraussichtlichen Gesamtkosten des "schwimmenden Obergeschosses" würden bei rund 822 000 Euro und damit um fünf bis zehn Prozent über der Prognose liegen.


Eine große Herausforderung

Tritthart verhehlte nicht, dass der Bau für Planer, Statiker und Baufirmen durchaus eine große Herausforderung war. Im Dezember 2016 habe man mit dem Setzen der Fundamente für die Fluchttreppe begonnen. Wegen der nicht vorhersehbaren statischen Abfangmaßnahmen habe es bis April 2017 gedauert, ehe die Holz- und Stahlbauarbeiten in Angriff genommen werden konnten.
"Vor Überraschungen ist man bei An- und Umbauten nie gefeit", erklärte der Landrat. So habe sich beim Anschluss des Übergangs an den Altbau herausgestellt, dass Letzterer an dieser Stelle nur mit leichten Ziegelsteinen gemauert war. Dies sei aus den Bestandsplänen und nach Stichproben an der Fassade nicht ersichtlich gewesen. Erst im unteren Bereich habe man einen tragenden Stahlbetonüberzug gefunden. "Mit einem erheblichen materiellen, finanziellen und zeitlichen Aufwand sowie durch Einschalten eine Prüftstatikers und Baugrundgutachters konnte der Durchbruch erstellt werden." Dazu mussten massive Stahlstützen in die Gebäudeebene einzogen werden, die sich im Kellergeschoss auf einem neuen massiven Fundament gründen.
Bereits zu Beginn musste laut Landrat aufgrund der beschränkten Tragfähigkeit des Altbaus eine neue Tragebene aus Holz und Stahlbau eingezogen werden. Diese Bauweise lasse das erste Stockwerk über dem Erdgeschoss "schweben". Durch die Verkleidung des Holzbauständerwerks und den Außenputz füge sich der Anbau optisch in den Bestand ein.


Viel mehr Platz

Im neuen Aufbau befinden sich Tritthart zufolge zwei Besprechungsräume, ein Ruheraum und ein Computerarbeitszimmer für die Lehrkräfte, ein Büro für die Schulleitung und ein Elternsprechzimmer. Durch die neuen Räume konnte zudem das Lehrerzimmer im Erdgeschoss erweitert werden.
Für das Meistern der Herausforderungen bedankte sich der Landrat beim Architekten, bei den Statikern und Fachplanern sowie bei den Mitarbeitern der Hochbauverwaltung des Landkreises. Der Bau sei aber auch eine Herausforderung für Lehrkräfte und Schüler gewesen, denn die Bauarbeiten seien während des laufenden Schulbetriebes durchgeführt worden. Der Landrat bedankte sich für das Verständnis für die Geduld.


Hochmotivierte Schüler

Schulleiter Ulrich Langer zeigte sich glücklich über die Fertigstellung, "schließlich wurde der Platz dringend gebraucht". Mit einer Präsentation stellte er den Schulalltag und den IT-Bereich vor. "Bei uns ist immer Betrieb, auch schon mal am Wochenende, denn wir versuchen, die Kinder zu motivieren. Und der Großteil ist hochmotiviert", berichtete Langer.
Der katholische Pfarrer Helmut Hetzel und seine evangelische Kollegin Andrea Schäfer stellten das Gebäude unter den Schutz Gottes. Die beiden Geistlichen erklärten, dass die Schule ein Ort des Lernens, aber auch der Kommunikation sei. Und gerade die Kommunikation sei heute wichtiger denn je. Als Andenken an den Tag übereichte Pfarrer Hetzel ein Kreuz mit den Worten: "Das müssen sie nicht, aber können es aufhängen."
Nach Besichtigung der neuen Räume gab es noch einen Imbiss in der Mensa.