Jede Menge Rauch stieg am Sonntag am Höchstadter Marktplatz auf. Besorgte Anwohner alarmierten daraufhin umgehend die Polizei. Sie wussten offenbar nicht, dass es sich bei dem vermeintlichen Brand im Rathaus lediglich um eine Schauübung handelte.

Zu diesem Spektakel hatte die Höchstadter Feuerwehr anlässlich der diesjährigen Brandschutzwoche geladen. Gekommen waren dann rund hundert Schaulustige, unter ihnen besonders viele Kinder.
"Mach dein Kind stolz, komm' zur Freiwilligen Feuerwehr" lautet schließlich der Slogan der aktuellen Kampagne des Landesfeuerwehrverbandes Bayern.

Nach einer stillen Alarmierung rückten 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr Höchstadt und der Stadtteilwehren Förtschwind-Greuth und Zentbechhofen an. "Welches Szenario genau geprobt wird, wissen die Feuerwehrler im Vorfeld nicht. Sie sollen ja möglichst flexibel sein", erklärt Gerhard Lorz von der Höchstadter Wehr.

Fingiert wurde dann eine Art Standard-Einsatz. Es galt, einen Dachstuhlbrand in den Griff zu bekommen, sowie verletzte und bewusstlose Personen aus dem Gebäude zu retten. Um den Einsatz möglichst echt aussehen zu lassen, strömte aus einem der Fenster im zweiten Stock des Rathauses Rauch. Zum Einsatz kamen dann unter anderem eine große Drehleiter sowie drei Atemschutztrupps, wovon zwei die Feuerwehr Zentbechhofen gestellt hatte. In Zusammenarbeit mit der Wehr Förtschwind-Greuth war sie auch für die Verkehrssicherung zuständig. "Außerdem haben wir rechtzeitig Riegelstellungen an drei Seiten aufgebaut, sodass das Feuer nicht auf die Nebengebäude übergreifen konnte", berichtete Einsatzleiter Christian Hain von der Feuerwehr Höchstadt.

Menschenrettung vor Brandbekämpfung

Und auch die Rettung von Menschen wurde unter Realbedingungen geprobt. Drei Personen mussten schnellst möglich aus dem Gebäude geholt werden. Schließlich lautet eine der wichtigsten Feuerwehrregeln stets: Menschenrettung vor Brandbekämpfung.

Aufgrund der Vielzahl an Einsatzkräften konnten diese beiden Aufgaben am Sonntagmorgen jedoch weitgehend parallel erledigt werden. Verständigt wurde sich dabei auch an der Einsatzstelle mit modernstem Digitalfunk.
Letztlich galt es dann noch, eine Feuerwehrfrau der Atemschutztruppe aus dem Rathaus zu retten. Sie wurde vom zuständigen Sicherungstrupp mit einer so genannten Anleiterbereitschaft befreit. Diese einsatztaktische Maßnahme dient der Sicherstellung eines zweiten Rettungs- und Rückzugsweges für die Selbstrettung vorgehender Atemschutzgeräteträger.

Auf Rettung über die Drehleiter verzichtet

Nicht alle geplanten Szenarien konnten jedoch letztlich auch umgesetzt werden. "Auf eine Personenrettung über die Drehleiter haben wir aus Sicherheitsgründen verzichtet", sagte Gerhard Lorz. Schließlich seien Übungsverhältnisse stets weniger gefährlich gestaltet als tatsächliche Einsätze.

Nach rund 40 Minuten war dann auch schon alles vorbei und die Feuerwehren packten ihre Ausrüstung wieder ein. Schließlich müsse man auch jederzeit für den Ernstfall gewappnet sein, so Einsatzleiter Hain. Er zeigte sich zufrieden mit dem Übungsverlauf: "Wir haben alle gut zusammengearbeitet und jeder hat die ihm zugewiesenen Aufgaben gewissenhaft wahrgenommen".

Nach der Übung konnten sich alle Interessierten über die Einsatzfähigkeit ihrer Feuerwehren informieren und sich die Geräte erklären lassen.