Das Gremium legte auf Vorschlag der Verwaltung fest, dass ein Wettbewerb ausgeschrieben wird, der als Ergebnis die Auswahl eines geeigneten Büros vorsieht. Dieses soll dann die Planung und den Bau des großen Vorhabens durchführen.

Bürgermeister German Hacker (SPD) erläuterte die Vorgehensweise. So wird es zuerst eine Vorauswahl geben, in die eine ganze Reihe von in Frage kommenden Büros aufgenommen werden. Diese Namen werden von der Verwaltung eingesammelt, und auch die Herzogenauracher sollen da berücksichtigt werden. Aus diesem Pool wolle man dann 20 bis 30 Büros in die engere Auswahl nehmen. Hierfür werden laut Hacker Preisgelder ausgereicht. Von einem Preisgericht wird eine Reihenfolge der Entwürfe inklusive Modellen festgelegt. Die besten Büros nehmen dann an einem VOF-Verhandlungsverfahren teil, in dem nach einem Punktesystem eine Jury den Sieger kürt, mit dem die Stadt dann zusammenarbeitet.

Fachbüro als Begleiter
Um diesen Auswahlprozess, der wohl ein halbes Jahr in Anspruch nehmen wird, durchführen zu können, benötigt die Stadt entsprechende Begleitung. Auch das soll ein externes Fachbüro tun. Das soll Mitte Oktober im Haupt- und Finanzausschuss gefunden werden. Vor allem die Vorbereitung des Auslobungstextes ist laut Hacker eine der wesentlichen Komponenten des Auftrags an dieses begleitende Fachbüro. Der gesamte Prozess sei mit dem vergleichbar, den der Landkreis Erlangen-Höchstadt für die Planung des neuen Landratsamtes durchgeführt hat.

Idealziel der Stadt ist, dass im dritten Quartal des Jahres 2015 ein Grundsatzbeschluss vom Stadtrat gefällt werden kann, in dem das Architekturbüro mit Planung und Bau beauftragt und der umzusetzende Entwurf beschlossen wird.

In der Diskussion gab es erneut Kritik am Rathausneubau und auch zwei Gegenstimmen. Manfred Welker und Christian Schaufler (beide Freie Wähler) würden das Rathaus lieber an anderer Stelle sehen, damit das historische Schloss wieder frei werden könne, so wie es vor dem Anbau aus den 60-er Jahren gewesen ist. Das Rathaus könne man doch eventuell auf den Vereinshaus-Standort verlegen, meinte Schaufler. Das aber wurde von Bürgermeister Hacker abgelehnt, der Platz dort sei eindeutig zu klein. Das Stadtoberhaupt verteidigte den jetzigen zentralen Rathausstandort, der viele Menschen in die Innenstadt ziehe.

CSU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schwab erneuerte die Kritik an der Vorgehensweise. Man hätte abwarten sollen, bis die Zukunft des Vereinshauses klar ist, wiederholte er. Erst wenn man wisse, was mit dessen bisherigem Standort in der Hinteren Gasse geschieht, könne man auch in die Planung des Hubmann-Areals einsteigen, meinte Schwab. Beides gehöre zusammen betrachtet. Das müsse es nicht, sagte Hacker, ohne seinerseits die Debatte erneut zu entfachen. Die CSU stimmte dennoch zu, weil man das Verfahren als solches nicht verhindern wollte. Gefordert wurde allerdings rechtzeitig eine Sondersitzung zum Thema.

Letztlich waren alle gespannt auf das Projekt. Das werde "ein Riesen Act" für die Verwaltung, die während der Bauzeit immerhin für zwei Jahre ausziehen müsse, erklärte Hacker.