Die Einweihungsfeier des neuen 1,3 Kilometer langen Rad- Forstwegs, der nicht nur den Ortsteil Burgstall mit Tuchenbach verbindet, sondern auch die beiden Landkreise, soll erst im Frühjahr stattfinden. Einen Tag vor Allerheiligen erfolgte durch die Dechsendorfer Firma Schickert der "Durchstich" (Lückenschluss), und die Stadt Herzogenaurach und die Gemeinde Tuchenbach (Landkreis Fürth) wurden miteinander verbunden.

Der Wunsch nach einem Ausbau der bei Spaziergängern und Radfahrern beliebten Verbindung bestand schon seit Jahren. Allerdings sollte der Weg nicht einfach durch den Wald gebaut werden, sondern Flora und Fauna sollten geschont werden. Dies ist jetzt gelungen.

Der Weg verläuft auf einem Stück der Tuchenbacher Trinkwasserleitung, die zum Hochbehälter führt. Damit konnte der Eingriff in den Wald minimiert werden und gleichzeitig wurden damit der Herzogenauracher Stadtwald sowie die angrenzenden Privatwälder erschlossen. "Wir haben nur wenig Bäume fällen müssen", erklärte Heike Grumann, zuständig fürs Forstrevier. Die privaten Waldbesitzer erklärten sich mit der Maßnahme einverstanden und stellten auch den benötigten Grund zur Verfügung. "Das ist nicht überall selbstverständlich und wir müssen uns bei den Waldbesitzern bedanken", erklärten dazu Forstamtsleiter Peter Pröbstle und der Tuchenbacher Bürgermeister Leonhard Eder.

Pröbstle lobte insbesondere auch die Zusammenarbeit der beiden Kommunen. So habe es keinerlei Probleme gegeben und es sei jegliche Unterstützung gewährt worden. Dass dies für die Stadt Herzogenaurach eine Selbstverständlichkeit sei, schließlich ist das Waldgebiet bei Erholungssuchenden sehr beliebt, betonte Bürgermeister German Hacker (SPD).

Mit dem Bau sollte eigentlich schon 2010 begonnen werden, allerdings musste das Projekt zurückgestellt werden. Die Trinkwasserleitung bestand zum Teil aus äußerst bruchgefährdetem Material. Erst nach deren Sanierung konnte dann mit dem Wegebau begonnen werden, dessen Bauträgerschaft die Stadt Herzogenaurach übernommen hat.

In enger fachlicher Abstimmung mit dem Bauamt, dem Amt für Planung, Natur und Umwelt sowie dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus Erlangen wurden die Planungen durchgeführt.
Heike Grumann und Monika Preinl vom Herzogenauracher Umweltamt wiesen noch darauf hin, dass die ausgegrabenen Wurzelstöcke an exponierten Stellen deponiert werden, um Kleintieren und Kleinlebewesen einen Lebensraum zu bieten. In unmittelbarer Nähe des Weges befinden sich auch zwei Sperberhorste, deshalb wurden die Bauarbeiten außerhalb der Brut- und Aufzuchtzeit durchgeführt.

Der Weg ist für ein Gewicht von 42 Tonnen gebaut, damit kann Holz mit den entsprechenden Fahrzeugen abgefahren werden. In den Untergrund kam Kalkschotter und überwiegend zertifiziertes Recyclingmaterial der Firma Schickert. Derzeit wird noch die Tragschicht aufgebracht. Sie besteht aus grobem Schotter. Zum Schluss folgt noch eine Deckschicht aus feinem Material. Die Bauarbeiten werden im November abgeschlossen sein und der Weg kann problemlos mit dem Fahrrad befahren werden.

Finanziert wird das landkreisübergreifende Projekt zum überwiegenden Teil von der Bayerischen Forstverwaltung in Erlangen. Die restliche Finanzierung übernehmen die Stadt Herzogenaurach und die Gemeinde Tuchenbach. Erfreulich ist, dass sich auch der Naherholungsverein aus Erlangen und der Naherholungsverein Lorenzer Reichswald beteiligen.