Das Fronleichnamsfest feierte Jean Désiré Sawadogo mit den Gläubigen der Pfarrei Niederndorf. Die Prozession konnte trotz des an diesem Tag unsicheren Wetters stattfinden. Das Fest begann um 9 Uhr mit einer Messe im Pfarrsaal, da die Pfarrkirche St. Josef renoviert wird. Jean Désiré Sawadogo und Pater Vincent Chettiar MSFS zogen mit 17 Ministranten ein.
In seiner Begrüßung erinnerte Sawadogo daran, dass das Fest das Sakrament der Eucharistie hervorhebe. Nach dem Evangelium von der Speisung der 5000 bezeichnete Sawadogo in seiner Predigt Fronleichnam gleichsam als Fortsetzung von Gründonnerstag.
Der Kirchenlehrer Augustinus hatte die Eucharistie mit dem Satz charakterisiert: "Empfangt, was ihr seid: Leib Christi. Damit ihr werdet, was ihr empfangt: Leib Christi!" An Fronleichnam werde dies nach außen getragen; "Heute machen wir diese Gemeinschaft sichtbar", so Sawadogo.
Christliche Bräuche von Dreikönig über Ostern, Pfingsten, die Flurumgänge, Mariä Himmelfahrt bis hin zu Weihnachten würden unser Leben prägen. Auch Fronleichnam sei als wichtiger Termine für uns und unseren Glauben tief in unserer Spiritualität verankert. "Schön, dass so etwas möglich ist", so Sawadogo. Aber auch heute noch gebe es Regionen, in denen Christen nicht ihren Glauben leben könnten.
Kurien-Erzbischof Silvano Tomasi beklagte vor der UNO, dass 100 000 Christen pro Jahr wegen ihres Glaubens getötet würden. Opfer gebe es vor allem in Asien, im Nahen Osten und in Afrika.
In Syrien wurden in Aleppo zwei orthodoxe Bischöfe entführt. Es gelte, für diese Christen zu beten, die ihren Glauben nicht leben dürfen.
Die Formulierung "Ich bin zwar nicht religiös, aber ich bin froh, dass es so etwa gibt wie Religion" bekomme Sawadogo in unserer Gesellschaft nicht selten zu hören. Aber als Christen könne man keine Gesellschaft der "Passanten" wollen, die sich nicht zuständig fühlten. Der Glaube solle sich vielmehr öffentlich in Politik, Wissenschaft, Bildung, Medien, Kultur und Sport zeigen. An Fronleichnam gehen die Christen mit einem geweihten Stück Brot auf die Straße, aber: "Wir hungern nicht nach dem täglichen Brot, wir hungern nach einem anderen und besseren Leben."

Zwei Figuren fehlten

In der Prozession fehlten heuer die Figuren des heiligen Josef und die Mutter-Anna-Statue, da sie restauriert werden. Außerdem zogen Fahnenträger mit den Fahnen der Feuerwehr Niederndorf, der Feuerwehr Neuses, des Josefsvereins und des ASV-Niederndorf mit.
Der Weg führte die Gläubigen vom St.-Josef-Platz über die Hauptstraße zur Lohhoferstraße, über die Tirolerstraße, die Bayernstraße, die Schulstraße, die Hannberger Straße, die Peter-Fleischmann-Straße und die Hauptstraße zurück zum St.-Josef-Platz.
Außer am St.-Josef-Platz waren weitere Stationen in der Bayernstraße, in der Nähe der Schule und am Feuerwehrhaus. Die musikalische Umrahmung der Prozession hatten die Dohnwaldmusikanten übernommen.