Auch am zehnten Tag war auf der Erlanger Bergkirchweih wieder einiges los. Sonnenschein und Temperaturen Mitte 20 Grad lockten zahlreiche Feierwütige auf das Festgelände. Wie die Polizei mitteilt, war der "Berch" am Abend vollständig gefüllt und es kam großen Menschenmengen.

Im Laufe des Samstags (15.06.19) kam es zu etlichen Polizeieinsätzen rund um die Bergkerwa. Bereits gegen 16.45 Uhr kam es am Entlaskeller zu einem Streit zwischen mehreren Personen um einen der letzten freien Tische. Ein 21-Jähriger aus Unterfranken schlug dabei einem 45-jährigen Mann aus Erlangen mit der Faust ins Gesicht. Der 45-Jährige erlitt durch den Faustschlag eine Platzwunde an der Oberlippe sowie eine gebrochene Nase. Allerdings revanchierte sich der 45-Jährige und schlug seinem Kontrahenten einen Maßkrug auf den Kopf. Dieser erlitt dadurch leichte Verletzungen und konnte nach einer ambulanten Behandlung in der Notaufnahme der Uniklinik diese wieder verlassen. Die beiden Streithähne waren mit rund 1,1 Promille alkoholisiert.

Schlägerei mit Maßkrügen

Gegen 18.15 Uhr wurde der Bergwache erneut eine Schlägerei mit Einsatz eines Maßkruges mitgeteilt. Eine 27-jährige Nürnbergerin schlug ihrem Gegner im Verlaufe eines verbalen Streits einen Maßkrug ins Gesicht. Laut vorliegenden Zeugenaussagen soll die 27-Jährige in einer Art "Rundumschlag" insgesamt drei Personen mit dem Maßkrug geschlagen und verletzt haben. Vor Ort erklärte aber nur ein 22-jähriger aus dem Würzburger Landkreis, dass er durch den Maßkrugschlag leicht verletzt wurde. Alle Beteiligten waren mit 1,2 bis knapp 2.00 Promille teils erheblich alkoholisiert.

Eine weitere Körperverletzung ereignete sich gegen 23.10 Uhr im Bereich während des Abstroms am sogenannten "T". Hier schlugen nach einem verbalen Streit zunächst drei unbekannte Täter auf einen 22-Jährigen aus Unterfranken ein und flüchteten unerkannt. Dem Geschädigten gelang es jedoch Bilder von den Tatverdächtigen zu machen. Zwei der Täter konnten dann durch die Einsatzkräfte noch vor dem Verlassen des Berges festgenommen werden; der dritte im Bunde wurde durch Polizeibeamte im Bereich des Bahnhofes Nürnberg nach Mitternacht festgenommen. Bei den drei Tätern handelte es sich um Besucher aus Holland. Diese wurden nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen. Alle drei waren zwischen 0,8 und 1,6 Promille alkoholisiert, wie die Polizei mitteilt.

Hund bei 30 Grad im Auto zurückgelassen

Einen weiteren Einsatz bescherte eine offenbar gedankenlose Fahrzeugbesitzerin den Einsatzkräften gegen 18.10 Uhr am Parkplatz Fuchsenwiese. Passanten teilten der Wache mit, dass sich in einem Auto an der Fuchsenwiese ein Hund befindet und eine Fensterscheibe nur einen kleinen Spalt geöffnet war. Die eingesetzten Beamten stellten dann fest, dass der Hund zudem kein Wasser im Fahrzeug hatte. Die Außentemperatur betrug zu diesem Zeitpunkt knapp 30 Grad und das Fahrzeug stand darüber hinaus noch in der Sonne.

Nachdem sämtliche Versuche die Halterin des Fahrzeuges zu erreichen, scheiterten, schlugen die Beamten die rechte hintere Seitenscheibe des Fahrzeuges ein und befreiten den bereits stark hechelnden Hund. Der Hund wurde einem Mitarbeiter des Erlanger Tierheims übergeben; das nun nicht versperrte Fahrzeug wurde zur Eigentumssicherung sichergestellt und abgeschleppt. Gegen die Hundehalterin wurde ein Verfahren wegen des Verstoßes nach dem Tierschutzgesetz eingeleitet; zudem werden ihr die angefallenen Kosten für den Einsatz in Rechnung gestellt. Ob die Halterin des Fahrzeuges die Bergkirchweih besuchte, wird derzeit noch ermittelt.

Weiterhin verzeichnete die Polizei mehrere Fälle von Diebstahl und Körperverletzungen rund um das Festgelände sowie auf den After-Berg-Feierlichkeiten.