So macht Physik Spaß! Die Physikanten-Show im Rahmen des Kulturfestivals im Vereinshaus war ausverkauft. In der Show präsentierten Prof. Dr. Liebermann und ihr Assistent Volker physikalische Phänomene, es wurde eine gelungene Mischung aus Entertainment und Naturwissenschaft geboten. Die spektakulären Experimente wurden am Ende mit verständlichen Erklärungen versehen, wobei Assistent Volker schon wegen seines Anzuges und der "gespielten" Ängstlichkeit einiges über sich ergehen lassen musste.

Da implodierte mit einem lauten Rumms ein 200-Liter-Ölfass, in dem vorher ein Liter Wasser zum Kochen gebracht worden war. Dann wurde das Fass verschlossen und mit Gießkannen begossen. Durch das Erhitzen und vor dem Verschließen des Fasses befand sich keine Luft mehr im Fass, sondern nur noch Wasserdampf. Durch das Abkühlen wurde der Dampf wieder Wasser und der Druck im Fass sank, der Luftdruck außen war dann stark genug, um das Ölfass zu zerquetschen.

Immer wieder holte Assistent Volker "freiwillige" Zuschauer auf die Bühne, die dann Teil eines physikalischen Experimentes wurden. Mit fünf Zuschauern wurde auf der Bühne ein Stromkreis gebaut. Von einem MP3-Spieler ging ein Kabel zum Anfang der kleinen Menschenkette. Der Strom floss weiter zu einem Aktivlautsprecher und von dort wieder zurück zum MP3-Spieler. Als sich die Zuschauer an den Händen hielten, dröhnte die Musik aus dem Lautsprecher und verstummte wieder, als sich zwei Leute voneinander lösten. "Diese Musik wird noch vier Wochen in euren Ohren dröhnen", gab Assistent Volker den Teilnehmern mit auf dem Weg.

"Können Gurken leuchten?", fragte der Assistent ins Publikum und ließ abstimmen. Begleitet von spöttischen Kommentaren der Professorin nahm Volker eine Salzgurke aus dem Glas und spießte sie zwischen zwei Gabeln auf. Als er die Gabeln ans Stromnetz anschloss, begann die Gurke tatsächlich zu leuchten. "Der Strom fließt durch die Gurke, da sie einen hohen Salzgehalt aufweist. Durch die dabei entstehende Wärme verdampfen die Salze und es entsteht ein Plasma, in dem die Natrium-Ionen gelbes Licht abstrahlen", erklärte die Professorin das Experiment.

Beim Abschuss eines Stofftieres, dem Lieblingskuscheltier des Assistenten, flossen beim Abschied "gespielte" Tränen von Volker. Das Kuscheltier wurde in ein Stahlrohr geschoben und auf der einen Seite mit einer Holzplatte und auf der anderen Seite mit einer dünnen Platte verschlossen. Mit einer Vakuumpumpe saugte die Professorin die Lauft aus dem Rohr. Dann richtete Volker das Rohr auf die Zuschauer, die Professorin schlug die Holzplatte weg und das Kuscheltier flog mit hoher Geschwindigkeit auf der anderen Seite aus dem Rohr und schlug dabei die Kunststoffplatte zur Seite.

Aber auch Kerzen wurden mit einer einfachen Plastikflasche gelöscht und dass es auch ein bisschen größer geht, wurde mit zwei Riesen-Wirbelring-Kanonen bewiesen.

Die Physikanten sind ein Team aus Naturwissenschaftlern, Schauspielern und Moderatoren, das mit seiner spektakulären Physik- und Wissenschaftsshow die Zuschauer begeistert. Wenn sie die Bühne betreten, wird Physik so witzig wie eine Comedy-Show, glamourös wie ein Abend im Varieté oder packend wie ein Fußballendspiel, heißt es in der Eigenwerbung. Das Publikum im Vereinshaus kann das sicher bestätigen, es reagierte war begeistert. Die physikalischen Phänomene wurden mit viel Witz erklärt.

Für Wissenschaftssendungen im Fernsehen unter anderem "Wer weiß denn so was", "Galileo" und "Frag doch mal die Maus" werden vom Team spektakuläre Experimente konzipiert, aufgebaut und durchgeführt. Die Physikanten wurden für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

Gegründet wurden die Physikanten im Jahr 2000 von den Physikern Jörg Gutschank und Marcus Weber. Beide traten neben ihrem Studium als Jongleure und Kleinkünstler auf. Am Ende ihres Studiums bewarben sie sich um eine Förderung der Organisation Science on Stage mit dem Ziel, Physik bühnentauglich zu machen und so mehr Menschen für Naturwissenschaften zu begeistern.