Mit einem Orgelkonzert zum Christkönigsfest eröffnete der berühmte Organist Professor Edgar Krapp auf der rekonstruierten und erweiterten Strebel/Vleugels-Orgel in der Kirche St. Stephanus in Adelsdorf die Orgel-Konzertreihe. Er spielte virtuose und meditative Orgelmusik aus Deutschland und Frankreich von Bach, Mendelsson-Bartholdy, Rheinberger, Reger, Guilmant und Boëllmann.

Schon beim Einspielen vor dem Konzert war Krapp begeistert: "Das ist eine schöne Orgel, die Register der Strebel-Orgel sind romantisch-weich. Die neue Ergänzung durch die Firma Vleugels hat das Spektrum hervorragend erweitert, beide Register verbinden sich sehr gut und so kann man vielerlei Literatur spielen." Es sei eine interessante und historisch bedeutsame Orgel, die bestens zu dem schönen Gotteshaus passe. Auch der Nachhall sei genau richtig und nichts werde "verunklart". Die Akustik entspreche durchaus der einer französischen Kathedrale.

Immer mit Franken verbunden

Mit zehn Jahren lernte Krapp schon das Orgelspiel bei den Regensburger Domspatzen. "Wir hatten Orgeln, bei denen die Sitzbank verstellbar war, und so reichten meine Füße zu den Pedalen hinunter", erinnerte er sich. Durch den Organisten Rudolf Kießling kam der Kontakt zustande. Krapp ist Bamberger und ihn verbindet noch viel mit seiner Heimat. "Einmal Franke, immer Franke!"

Das Konzertprogramm war genau auf die Orgel abgestimmt. Im Sommer hatte er sie schon ausprobiert. Krapp suchte solche Werke aus, die auf diesem Instrument bestens funktionieren und wirken. Franz-Josef Saam, Organist und Chorleiter im Kloster St. Anton Forchheim, war wirklich sprachlos und ergriffen. "Krapp ist einfach der große Meister an der Orgel. Es war auch gut, dass er vor und während des Konzertes die Komponisten und ihre Werke vorgestellt hat. So stimmte er die Zuhörer ein und machte sie neugierig. Es war eine Sternstunde - sicher nicht nur für mich!"

Ein stolzer Orgelbauer

Auch der Orgelbaumeister Hans-Georg Vleugels war extra aus Hardheim oder besser direkt aus Moskau gekommen. Dort wurde nämlich am Freitag im Rachmaninoffsaal eine neue Vleugels-Orgel eingeweiht. "Es ist schon tief bewegend, wenn man einen der besten Organisten der Welt auf einer Orgel hört, die man mit geschaffen hat. Das ist die Krönung unserer Arbeit", so Vleugels nach dem Konzert sichtbar ergriffen.

Zu Beginn erfüllte Bachs Toccata und Fuge in d-Moll das Gotteshaus. "Diese Musik öffnet die Herzen der Zuhörer zu Gott, besser als es manche Predigt vermag", so Pfarrer Thomas Ringer. "Bach ist der universale Orgelkomponist überhaupt und seine Werke passen auf jede Orgel", erklärte Krapp.

Die Sonate von Mendelssohn, das Intermezzo von Rheinberger, das Benedictus von Max Reger, das zart und stimmungsvoll beginnt und in einem großen "Hosanna" endet, die Orgelsonate von Félix-Alexandre Guilmant, beginnend mit einem Preludio, dem ein wunderbar weiches Adagio folgt und die in einer mächtigen Fuge endet, alles ging ins Ohr und die Zuhörer genossen die Musik oft mit geschlossenen Augen. Die Suite Gothique von Léon Boëllmann beendete mit einer ebenso rauschenden Toccata den Konzertabend. Der ganze Kirchenraum schwang bei den klangmächtigen Schlussakkorden mit. Ganz still war es und jeder erspürte die verklingenden Töne im Gotteshaus vor dem großen Beifall.

Ohne eine Zugabe konnte Krapp nicht vom Orgelbock steigen. Er spielte eine eigene Improvisation über "Großer Gott wir loben dich" und am Ende setzten alle Zuhörer im Gesang mit ein. Der Sprecher der Orgelfreunde, Armin Goß, lud alle noch auf den Kirchplatz zu Glühwein und guten Gesprächen - auch mit Edgar Krapp selbst - ein.